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30.07.2013

06:00 Uhr

Der Mobilisierer der Massen

150. Geburtstag von Henry Ford

Carl Benz und Gottlieb Daimler gelten als Visionäre des Autobaus, Rudolf Diesel und Nikolaus Otto als geniale Konstrukteure - und Henry Ford als der Mann, der das Auto für die breite Masse verfügbar machte.

Der Autopionier Henry Ford: Erst mit der dritten Firmengründung hat er Erfolg. ap

FORD

Der Autopionier Henry Ford: Erst mit der dritten Firmengründung hat er Erfolg.

Dearborn bei DetroitDass dieser Farmersjunge mal Geschichte schreiben würde, hätte bei der Geburt sicherlich niemand gedacht. Henry Ford revolutionierte mit seiner Fließband-Arbeit die noch junge Autobranche. Damit machte er die knatternden Kisten für die breite Masse erschwinglich. Manche sagen, er habe damit die Welt so sehr verändert wie nur wenige andere Menschen. Seine Firma existiert bis heute, wenngleich sie so manche Krise überstehen musste. Am 30. Juli wäre Henry Ford 150 Jahre alt geworden.

Dabei sah es zunächst nicht danach aus, dass der begabte Erfinder und Techniker Ford auch als Geschäftsmann ein gutes Händchen haben würde. Zweimal fällt er bei Firmengründungen auf die Nase. Erst beim dritten Mal hat er mit seiner Ford Motor Company endlich Erfolg. Anders als seine elf Geldgeber und die Konkurrenz will Ford aber keine Wagen für die gut betuchte Kundschaft auf die Räder stellen. Er träumte davon, einen Wagen für den kleinen Mann zu bauen.

Mit dem legendären Model T gelingt es ihm. Der Wagen wird zum Verkaufsschlager, vor allem weil es Henry Ford später schafft, mit Fließband-Arbeit die Kosten massiv zu senken. Ein Mann, ein Handgriff lautet die Devise. Statt zwölf Stunden dauert es nun nur noch anderthalb Stunden, bis ein Auto montiert ist. Der Preis purzelt von 825 auf 260 Dollar. Extras gab es keine. Angeblich hat Ford gesagt, der Kunde dürfe sich jede Farbe aussuchen - so lange sie schwarz sei.

Die „Tin Lizzie“ oder „Blechliesel“ verkauft sich zwischen 1908 und 1927 mehr als 15 Millionen Mal. Erst der VW Käfer sollte Jahrzehnte später mehr Fans finden. Das Model T verändert das Gesicht Amerikas, vor allem in den ländlichen Gebieten, die bis dahin vielfach abgehängt waren. Weil Ford seinen Mitarbeitern zudem überdurchschnittlich hohe Löhne zahlt, wächst die Mittelklasse und damit gibt es mehr Autokäufer. Die Firma expandiert parallel ins Ausland, 1925 auch nach Deutschland.

Henry Ford ist zu jener Zeit so etwas wie der Rockstar des Autobaus, gut bekannt mit vielen Prominenten und sogar Präsidenten. Mit dem gewieften Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison verbindet ihn eine besonders lange Freundschaft. Ford hatte in einer von Edisons Elektrofirmen seine Karriere begonnen. Mit dem Einzug in den US-Senat scheitert Ford allerdings.

Kommentare (2)

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Bashi49

30.07.2013, 14:14 Uhr

Oh, Henry Ford hat sich ja auch auf anderen Gebieten große Verdienste erworben, hier nur ein Auszug: Ford gehörte selbst einer Freimaurerloge an, dennoch verbreitete er die 'Protokolle der Weisen von Zion' in denen ja nicht nur gegen Juden, sondern auch gegen ebendiese Logen gehetzt wird. Er war zu seiner Zeit einer der eifrigsten Antisemiten in den USA. Unter dem Titel 'Der internationale Jude, ein Weltproblem' gab er schon um 1920 antisemitische Hetzschriften in seinem eigenen Verlag heraus. Hitler ließ sich von diesem Bruder im Geiste sehr beeindrucken, er übernahm viele Ideen Fords in seinem Buch 'Mein Kampf'. Als Anerkennung erhielt Ford dann vom Führer höchstselbst noch 1938 den Orden 'Adlerschild des Deutschen Reiches' - das war die höchste Auszeichnung für Ausländer, soweit ich weiß, war Ford der einzige Empfänger. Der Orden wurde ihm nicht nur für seine Gesinnung verliehen, sondern auch für seine tatkräftige Unterstützung der Deutschen Wehrmacht, immerhin hat er in einem Werk in der Nähe von Berlin LKWs für die Front fertigen lassen - natürlich auch unter Einsatz von Zwangsarbeitern aus KZs, wie es damals in der Großindustrie eben so üblich war.
Ich finde es schon recht verwunderlich, daß solche Zusammenhänge immer noch verschwiegen werden, diese "Verdienste" eines H. Ford hatten ebenfalls große Auswirkungen.

Bushy33

30.07.2013, 18:35 Uhr

Naja, da war er wohl nicht der einzige, der geschäfte mit dem 3. reich machte. fragen sie mal gw bushs großvater. immerhin verdanken wir ford den hinweis, dass die fed in privater hand ist.

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