Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.10.2013

06:00 Uhr

Deutliche Unterschiede

In welchem Bundesland leben die sparsamsten Deutschen?

Die Deutschen sind ein sparsames Volk - doch je nach Region gibt es große Unterschiede. Entgegen des Klischees sind die Schwaben nicht ganz oben auf der Liste. Auffällig ist, dass es ein starkes West-Ost-Gefälle gibt.

Gut gefülltes Sparschwein: Die deutschen prassen nur selten. dpa

Gut gefülltes Sparschwein: Die deutschen prassen nur selten.

DüsseldorfDie Hessen haben die dicksten Sparguthaben, nicht die sonst so sprichwörtlich knausrigen Schwaben. Einer Erhebung der Postbank zufolge hatte jeder Hesse Ende 2012 durchschnittlich 38.863 Euro auf seinem Sparbuch oder in kurzfristigen Anlageformen angesammelt.

Die Baden-Württemberger, denen der Volksmund ja eine besondere Beziehung zum Geld nachsagt, kommen „nur“ auf 21.955 Euro und rangieren damit hinter den Hamburgern, den Berlinern und den Bayern auf Platz fünf. Abgeschlagen auf dem letzten Platz findet sich Mecklenburg-Vorpommern mit 10.573 Euro wieder.

Die fünf östlichen Bundesländer liegen gemeinsam am untere Ende der Liste. Den größten Zuwachs erwirtschafteten 2012 die Hessen mit einem Plus von 3800 Euro. Mit einer Ausnahme konnten auch die Bürger in den anderen Bundesländern ihre kurzfristig abrufbaren Rücklagen aufstocken.

Nur den Thüringern gelang dies nicht. Hier schrumpfte die Summe auf der hohen Kante um 76 Euro, wie die Postbank auf Basis von Bundesbankdaten errechnete. Im gesamtdeutschen Durchschnitt verfügt der Bundesbürger über Erspartes in Höhe von 20.164 Euro, 829 Euro mehr vor einem Jahr.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.10.2013, 08:57 Uhr

Oh je- wann werden die Medien je von diesem unsäglichen "Durchschnitt" wegkommen. Es ist ein Lügen- und Täuschungsbegriff. Bodenlose "Ihr wisst schon"!

Das sind nicht nur Null-Informationen, sie legen auch den Boden für Täuschungen und Manipulation!

Da kan man genauso gut die Quersumme all Schuhgrößen nehmen und als durchschnittlichen IQ verkaufen. Ins Stammbuch:
1. Der Durchschnitt ist völlig aussagelos, insbesondere bei nach oben offenen Zahlen wie Vermögen. Ein Milliardär oder Millionär mehr verzerrt alles. Wenn überhaupt, ist der Median (Zentralwert) sinnvoller, den kann man ja in Klammern um den Durchschnitt ergänzen.

2. Eine einzelne Zahl ist immer eine kriminelle Vereinfachung. Wenn überhaupt, muss man Quantile angeben, z.B 25% der Bevölkerung haben mehr als x-tausend Euro, 50% haben mehr als y, 75% haben mehr als z.
Das ist guter Zahlenjournalismus. Aber leider dürfen uns sozusagen Blinde ja täglich über Farben belehren.

BSM

22.10.2013, 09:53 Uhr

Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Wenn eine Kennzahl etwas über die Sparsamkeit aussagt, dann etwa die Sparqoute, also das im Jahr Gesparte in Relation zum Jahreseinkommen. Aber selbst die Sparqoute ist verzerrt: denn die Sparqoute steigt mit dem Einkommen, sprich je mehr Geld ich einnehme, desto mehr kann ich auch sparen. Sie sagt also nichts darüber aus wie sparsam wir sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand in Mecklenburg-Vorpommern mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 800 EUR deutlich sparsamer lebt als ein Unternehmensberater in Hessen mit einem Monatsnetto von 5000 EUR. Der Artikel gibt demnach nicht Auskunft über die Sparsamkeit sondern lediglich über die Vermögenssituation. Und die ist in Hessen nicht überraschend besser als in den neuen Bundesländern.

franz.wanner

22.10.2013, 09:59 Uhr

Eine interessantere Frage wäre doch, wieviel von was "gespart" wurde. Wer nix hat, nix bekommt und davon trotzdem noch was abzweigt, gilt immer noch als verschwenderischer als jener, der soviel hat und bekommt, dass er es einfach nicht schafft, das mal auszugeben.
Erinnert ein wenig an die "Riesterei".

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×