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07.10.2014

09:42 Uhr

Deutsche Energie-Agentur

Bedeutung von Stromspeichern wächst

VonKlaus Stratmann

Energie-Agentur-Chef Kohler warnt vor Gefahren für die Energiewende und die Versorgungssicherheit. Es drohten Jahre verloren zu gehen, wenn der Bedarf an Stromspeichern heute verleugnet wird.

Dena-Chef Stephan Kohler: "Stromspeicher sind unverzichtbar für die Energiewende" dpa

Dena-Chef Stephan Kohler: "Stromspeicher sind unverzichtbar für die Energiewende"

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) sieht erheblichen Bedarf für den Ausbau von Stromspeichern. Das geht aus einem Positionspapier der Dena hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. "Stromspeicher sind unverzichtbar für die Energiewende", sagte Dena-Chef Stephan Kohler. Wer etwas anderes behaupte, schade der Energiewende und setze die Versorgungssicherheit aufs Spiel.

Die Dena reagiert damit auf Studien aus den vergangenen Wochen, die zu dem Ergebnis kommen, Stromspeicher seien für den Erfolg der Energiewende zunächst nicht entscheidend. Studien mit diesem Tenor waren zuletzt vom Thinktank Agora und vom Fraunhofer-Institut vorgelegt worden. Das Thema steht am Mittwoch auf der Agenda einer Fachtagung im Bundeswirtschaftsministerium.

Schwäche der bislang vorgelegten Studien sei, dass sie vielfach von idealisierten Rahmenbedingungen ausgingen und Probleme nicht berücksichtigten, die jetzt schon ersichtlich seien, kritisiert die Dena. Dazu zählt die Agentur Verzögerungen beim Netzausbau und bei der Verwirklichung eines europäischen Energiebinnenmarktes. Auch würden die Potenziale der Abschaltung großer Stromverbraucher als Flexibilisierungsoption regelmäßig überschätzt.

Stromspeicher können nicht nur kurzfristig Schwankungen in der Stromerzeugung ausgleichen, sondern auch überschüssigen Strom aus Wind- und Solarkraftwerken aufnehmen und später in das System einspeisen.

"Ich fühle mich an die Diskussion über den Netzausbau erinnert. Wir haben zehn Jahre verloren, weil wir den Bedarf an neuen Netzen zunächst verleugnet haben. Das darf sich bei Stromspeichern nicht wiederholen", warnt Kohler.

Kommentare (16)

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Herr Ingo Meyer

07.10.2014, 12:05 Uhr

Das darf doch nicht wahr sein! In dem Augenblick, in dem man ein System installiert, muss man doch über die Bedingungen alles wissen. Produktion nicht ohne Absatz, in diesem Fall "Verteilung" über Anbindung und bei volatiler Produktion entweder Speicher Oste Reservekapazität . Das weiß jeder Student im 1. Semester Energiewirtschaft vom ersten Tag an.
Wenn Politiker das in ihrer grenzenlosen Naivität nicht wissen (wollen) , hätten sie es erfragen müssen. Wenn dann eine Physikerin in Panik vor einem Tsunami in Deutschland alle Reaktoren vom Netz nimmt und sich dabei von Theologen und Soziologen beraten lässt, dann hätte man da massiv protestieren sollen. Jetzt wird es wieder so sein, wie seit Etablierung des EEG immer: wer es sich leisten kann, installiert Speicher und lässt sich das über die Umlage bezahlen. Der Normalbürger zahlt und kämpft im Zweifel mit Abschaltungen. Kein Wunder, dass uns dies niemand in der ganzen Welt nachmacht!

Herr Eberhard Steinweg

07.10.2014, 12:28 Uhr

Zum Glueck ist das Problem der Speicherung von elektrischer Energie ja technisch gaenzlich geloest. Man brauch also nur schnell zu investieren.

Herr Rainer Feiden

07.10.2014, 12:47 Uhr

Herr Meyer,
da braucht man nicht studiert zu haben, das weiß man auch so. Wetterabhängige Energieerzeugungsanlagen ohne Speicher können per se kein geeignetes Energiemarktdesign darstellen. Zumindest nicht für eine Industrienation....(vielleicht wissen unsere Politiker ja schon etwas, was wir NOCH nicht wissen.)

Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint (z.B. in einer windstillen Nacht, die soll ja öfters mal vorkommen) dann kommt aus diesen Anlagen keine Erzeugung. KEINE! Diese NULL-Erzeugung hebt man auch nicht dadurch auf, dass man die Anlagenzahl vervielfacht!
Also muss man speichern oder kann die bösen konventionellen Anlagen nicht abschalten, womit eine echte Wende obsolet wäre. Die Experten von Agora haben jüngst mal nachgerechnet, dass es billiger kommt, die konventionellen Kraftwerke weiterlaufen zu lassen, als teuer zwischenzuspeichern. Immerhin. Nur: wenn ich Kohle- und Kernkraftwerke weiterlaufen lassen muss, wozu brauche ich dann eigentlich die Erneuerbaren?

Ich empfehle folgende Vorgehensweise.

1. Wir rufen Re (altägyptischer Sonnengott, auch "Ra" genannt) und Äolus (altgriechischer Windgott) an, sie mögen uns stetig mit Licht und Wind beglücken.
2. Dann schalten wir alle konventionellen Kraftwerke ab, und schauen was passiert.
3. Zur Not müssen wir halt die erneuerbaren KWh im Losverfahren zuteilen oder so. Schliesslich sind wir dank der Wende ohnehin in der Planwirtschaft angelangt und da sind halt auch Rationierungen üblich (fragen Sie mal ältere Bürger aus den neuen Bundesländern)..

Alternativ könnte man sich auch Leute, die sich wirklich damit auskennen (kein "Ethikrat"!) damit beauftragen, sich mal Gedanken zu machen wie eine bezahlbare, umweltverträgliche und versorgungssichere Stromversorgung denn aussehen könnte....

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