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23.06.2014

17:02 Uhr

Deutscher Bauerntag

Bauern wollen mehr Entschädigung für Stromtrassen

Vor der Ernte 2014 ist die Stimmung in der Agrarbranche verhalten optimistisch. Bedenken haben Landwirte bei der Energiewende: Vor dem Deutschen Bauerntag fordern sie höhere Entschädigungen für Stromtrassen über Agrarflächen.

Energie vs. Landwirtschaft: Die Agrarbranche fordert Entschädigung für Stromtrassen über Nutzflächen. dpa

Energie vs. Landwirtschaft: Die Agrarbranche fordert Entschädigung für Stromtrassen über Nutzflächen.

BerlinDie deutschen Landwirte dringen auf einen besseren finanziellen Ausgleich, wenn neue Stromtrassen über Agrarflächen geführt werden sollen. „Ohne höhere Entschädigungen, die den heutigen Gegebenheiten entsprechen, kann die Energiewende nicht gelingen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied vor dem Deutschen Bauerntag, der an diesem Mittwoch in Bad Dürkheim beginnt. Der Verband beharrt zudem auf wiederkehrenden Zahlungen anstelle bisher verankerter einmaliger Entschädigungen von zehn bis 20 Prozent des Verkehrswertes.

Wirtschaftlich sei die Stimmung der Branche verhalten positiv, sagte Rukwied. „In Summe gehen wir bei Getreide und Raps von einer guten Durchschnittsernte aus.“ Für eine Prognose zur Ertragslage der Landwirte in diesem Jahr sei es aber noch zu früh. „Man kann noch nicht vorhersagen, wie sich die Preise in der zweiten Jahreshälfte entwickeln und wie die Ernte 2014 vermarktet werden kann.“

Der von der großen Koalition geplante gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro werde insbesondere in manchen Regionen in den neuen Bundesländern zu spüren sein - nicht nur bei Saisonarbeitskräften. „Die Lohnkosten in den Betrieben werden steigen. Obst, Gemüse, Wein - alle arbeitsintensiven Kulturen wären massiv betroffen.“

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA seien grundsätzlich zu begrüßen. „Wir sagen aber klipp und klar, dass unsere Standards nicht unterlaufen werden dürfen“, betonte Rukwied. „Wir haben europäische Regeln zur Gentechnik oder zum Hormoneinsatz in der Tierzucht, die in der Landwirtschaft umgesetzt werden. Es kann nicht angehen, dass dann Lebensmittel in den Regalen stehen, die deutlich unter unseren Standards erzeugt sind.“ Für die Einfuhr von Zucker, Rind- und Schweinefleisch auf den EU-Markt würden sicherlich auch Regeln für begrenzte Handelsmengen benötigt.

Der Bauernverband bekräftigte sein Ja zu einer geplanten Initiative von Ernährungsbranche und Handel für höhere Haltungsstandards bei Geflügel und Schweinen. „Die Bauern sind dabei, auf freiwilliger Basis noch mehr Tierwohl umzusetzen, gegen entsprechende Honorierung zusätzlich entstandener Kosten und Aufwendungen“, sagte Rukwied. „Wir warten darauf, dass nun auch vom Lebensmitteleinzelhandel der Startschuss gegeben wird.“ Für den finanziellen Ausgleich ist ein Fonds mit einem Volumen in zweistelliger Millionenhöhe im Gespräch.

Von

dpa

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