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23.08.2013

15:31 Uhr

Deutschland weltweit Spitze

Zahl der Operationen massiv gestiegen

Der Trend ist ungebrochen: In Deutschland steigt die Zahl der Operationen seit Jahren unaufhaltsam. Manche Experten sehen den Grund dafür hauptsächlich im Preissystem für die Krankenhäuser.

Eine Krankenschwester im Operationssaal: Kaum in einem anderen Industriestaat werden so viele Menschen stationär behandelt wie in Deutschland. dpa

Eine Krankenschwester im Operationssaal: Kaum in einem anderen Industriestaat werden so viele Menschen stationär behandelt wie in Deutschland.

BerlinDie Zahl der Operationen in Deutschland steigt und steigt - seit 2005 um mehr als ein Viertel. Gab es damals rund 12,1 Millionen chirurgische Eingriffe, waren es 2011 schon fast 15,4 Millionen. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist Deutschland damit auch weltweit an der Spitze. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor. Zuerst hatte darüber die „Passauer Neue Presse“ (Freitag) berichtet.

Die Entwicklung ist bekannt. Ein internationaler Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergab jüngst, dass hierzulande mit 240 Klinikaufenthalten pro 1000 Einwohner und Jahr so viele Menschen stationär behandelt werden wie sonst in kaum einem anderen Industriestaat. Nur Österreich liegt mit einem Wert von 261 darüber. Im OECD-Durchschnitt sind es 155. Bei Herz-Kreislauf-Behandlungen und künstlichen Hüften ist Deutschland danach Weltmeister, bei Krebstherapien liegt es auf Platz zwei.

Die Zahl der Wirbelsäulen-OPs hat sich laut Gesundheitsministerium zwischen 2005 und 2011 immerhin mehr als verdoppelt - von 326 962 auf 734 644. Im Jahr 2010 gab es in Deutschland mit 295 pro 100 000 Einwohner so viele Hüftoperationen wie nirgends sonst in Europa. Auch bei Knie-OPs liegt Deutschlands Quote mit 213 Eingriffen im europäischen Vergleich vorne.

Die Bundesrepublik ist zudem eines der Länder mit den meisten Kaiserschnitten. Von 1000 Babys im Jahr 2010 kamen 314 - und damit fast ein Drittel - per Kaiserschnitt zur Welt. Im OECD-Vergleich war die Quote mit 448 je 1000 Geburten lediglich in Mexiko, in Korea (352) und in der Schweiz (328) höher.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

24.08.2013, 19:22 Uhr

Logisch, was bezahlt wird, wird auch gemacht.
Ich darf an die goldenen Zeiten der Zahnärzte erinnern. Da brauchten plötzlich Menschen neue Keramik oder so, bei denen es eine ganz normale Blombe auch getan hätte.

Es gibt wohl auf der ganzen Welt nirgends so entmündigte Bürger was ihre Krankenversicherung angeht wie in Deutschland. Das ist mir erst hier in Spanien wirklich aufgefallen.
Dazu noch, dieses Volk ist gesünder, auch wenn es, oder vielleicht weil, es deutlich weniger Krankenhausbetten im Verhältnis gibt.

GerechteKV

25.08.2013, 08:08 Uhr

Sowohl der jetzige Gesundheitsminister Daniel Bahr, noch der zukünftige Gesundheitsminister Jens Spahn kann und will an unserem Gesundheitssystem Änderungen durchführen. Zu groß ist die Lobby die überall ihre Einnahmen hochschraubt.
Wann kommt endlich ein System in das jeder einzahlt. Und somit auch ein einheitlicher Gebührensatz für Ärzte.
Warum können Ärzte für gleiche Leistungen unterschiedlich abrechnen.
Dann noch weg mit den Fallpauschalen. Dies führt dazu dass mehr gemacht wird als notwendig.
Auch müssten alle Versicherten einen Nachweis der an ihnen erbrachten Leistungen erhalten, dann würden sich einige wundern, was es im einzelnen kostet.

Account gelöscht!

25.08.2013, 10:00 Uhr

"Auch müssten alle Versicherten einen Nachweis der an ihnen erbrachten Leistungen erhalten, dann würden sich einige wundern, was es im einzelnen kostet."

Jep.
Und nicht nur was es kostet, sondern was überhaupt gemacht wird, gemacht worden ist und warum.
Der "wichtigste" Arzt ist der gute alte Hausarzt, und der sollte auch am meisten bekommen.

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