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16.12.2014

15:13 Uhr

Die Positionen der Opec-Staaten

Von Tauben und Falken

Wer will was in der Opec? Das mächtige Ölkartell ist normalerweise an hohen Preisen für das "schwarze Gold" interessiert. Doch die einzelnen Mitgliedsländer verfolgen auch beileibe nicht die gleichen Ziele.

Nigerias Ministerin für Erdöl-Ressourcen, Diezani Kogbeni Alison-Madueke, bei einer Opec-Konferenz in Wien: Nigeria gehört zu den Verlierern der aktuellen Ölpreis-Entwicklung – und damit auch zu den "Falken" innerhalb des Kartells. dpa

Nigerias Ministerin für Erdöl-Ressourcen, Diezani Kogbeni Alison-Madueke, bei einer Opec-Konferenz in Wien: Nigeria gehört zu den Verlierern der aktuellen Ölpreis-Entwicklung – und damit auch zu den "Falken" innerhalb des Kartells.

WienIm Grunde sind sich die zwölf Opec-Staaten einig: Die Preise für Rohöl sollten möglichst hoch sein. Höhere Preise bedeuten höhere Einnahmen. Einige Kartellmitglieder können mit dem derzeitigen Ölpreisverfall aber deutlich besser leben als andere - und verfolgen zum Teil noch ganz andere Interessen. Die Positionen im Überblick:

Die Profiteure: Die Golfstaaten Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate können mit den aktuellen Preisen von rund 60 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) am ehesten auskommen. Vor allem Saudi-Arabien als mit Abstand größter Opec-Produzent sitzt auf großen Erdölreserven und einer gut gefüllten „Kriegskasse“ von geschätzten 750 Milliarden US-Dollar. Immer wenn in den vergangenen Jahren andere Opec-Produzenten wie Libyen oder der Irak Lieferprobleme hatten, sprang das Königreich ein und verdiente dementsprechend mehr.

Experten gehen davon aus, dass Saudi-Arabien etwa zwei Jahre lang noch niedrigere Preise verkraften könnte. Die Golfstaaten gelten damit innerhalb der Opec als „Tauben“. Mit seiner Weigerung, die Produktion zu kürzen, trägt vor allem Saudi-Arabien jedoch auch selbst maßgeblich zum Preissturz bei. Dadurch sollen konkurrierende US-Schieferöl-Produzenten, deren Fördermethoden beispielsweise mit Fracking kostspieliger sind, aus dem Markt gedrängt werden.

Die Verlierer: Vor allem der Iran und Venezuela leiden sehr unter den niedrigen Ölpreisen. Besonders das südamerikanische Land ist stark von seinen Öleinnahmen abhängig, mit denen es Sozialprojekte und Staatsausgaben finanziert. Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro hatte mehrmals signalisiert, dass ein akzeptabler Ölpreis bei etwa 100 US-Dollar pro Barrel liege. Beim vergangenen Opec-Treffen hatte sich Venezuela für Produktionskürzungen ausgesprochen, konnte sich dabei jedoch nicht gegen die mächtigen Golfstaaten durchsetzen.

Der Iran hingegen darf derzeit nur wenig Öl exportieren. Grund sind die wegen des Atomstreits vom Westen verhängten Sanktionen. Um die Lieferausfälle zu kompensieren, braucht die Regierung in Teheran hohe Ölpreise. Das Land ist in einer Wirtschaftskrise, der Staatshaushalt ist auf Öleinnahmen angewiesen. Mit ihrer rigiden Preishaltung gelten beide Länder innerhalb des Kartells als „Falken“. Auch Ecuador, Angola und Nigeria brauchen für ihre Haushalte höhere Ölpreise.

Die Unentschiedenen: Der zweitgrößte Opec-Produzent Irak und Libyen sitzen derzeit ein wenig zwischen den Stühlen. Eigentlich wollen sie höhere Preise. Zuletzt hatte vor allem Libyen jedoch wegen innenpolitischer Konflikte mit Lieferproblemen und - damit verbunden - geringeren Einnahmen zu kämpfen. Der stark auf Ölgelder angewiesene Irak hatte kürzlich sogar seine Preise gesenkt, um Marktanteile zu behaupten, damit jedoch den Preisverfall ebenfalls mit angeheizt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Andrzej Kednopser

18.12.2014, 20:01 Uhr

Von einem so niedrigem Ölpreis profitieren also vor allem die, die gleichzeitig dafür verantwortlich sind. Die Frage ist, wie lange sie das aufrechterhalten können und wie sich die Lage in den nächsten Monaten weiterentwickeln wird. Einige Antworten darauf habe ich im folgendem Video bekommen:

http://www.finance-magazin.de/finance-tv/talfahrt-am-oelmarkt-der-oelpreis-wird-noch-lange-im-keller-bleiben/

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