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16.10.2013

13:16 Uhr

Einsparverordnung

Strengere Energie-Standards für Neubauten

Heizung und Warmwasseraufbereitung sind die größten Energiefresser. Mit der Energie-Einsparverordnung will der Staat die Effizienz von Häusern erhöhen. Seit Mittwoch ist sie neu geregelt, doch nicht allen gefällt das.

Gaszähler in einer Wohnung: Neubauten müssen energieeffizienter werden. dpa

Gaszähler in einer Wohnung: Neubauten müssen energieeffizienter werden.

BerlinNeubauten in Deutschland müssen künftig mit weniger Energie auskommen. Das Bundeskabinett segnete am Mittwoch in Berlin endgültig eine Neufassung der Energie-Einsparverordnung (EnEV) ab, die entsprechende Minimalstandards für Immobilien verbindlich festschreibt.

Demnach reduziert sich der zulässige Primärenergiebedarf ab 1. Januar 2016 um 25 Prozent, die Anforderungen an die Dämmwirkung der Gebäudehülle steigen dann im Schnitt um 20 Prozent. Für bereits bestehende Immobilien ändert sich aber nichts.

Die EnEV ist ein wesentlicher Hebel, mit dem der Staat die Energieeffizienz von Immobilien steigern will. Ein Großteil des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf das Heizen und das Aufbereiten von Warmwasser, weshalb das Thema eng mit der Energiewende und dem Kampf gegen steigende Nebenkosten verbunden ist. Der Verband der deutschen Wohnungsunternehmen kritisiert die Novelle scharf und warnt vor steigenden Mieten für Neubauten.

Paradoxien der Energiewende

Ökostrom-Umlage

Sie wurde vollgepackt mit immer weiteren Industrierabatten - die Bürger müssen dies über ihren Strompreis schultern. Sie steigt 2014 auf bis zu 6,5 Cent je Kilowattstunde, obwohl laut des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien 2,6 Prozent weniger Wind- und Solarstrom produziert wurden. Der Zubau neuer Anlagen macht nur 0,2 bis 0,3 Cent des Anstiegs um bis zu 1,2 Cent aus. Hauptgrund sind die massiv gefallenen Börsenstrompreise – sinkt der Verkaufserlös für Ökostrom, wächst die Differenz zu den festgelegten Vergütungssätzen für den Grünstrom.

Stromversorger

Sie profitieren von niedrigen Einkaufspreisen, während die Versorger durch diverse Energiewende-Umlagen immer mehr bezahlen, auch die Netzentgelte steigen. Das Beratungsunternehmen Energy Brainpool hat für die Grünen-Fraktion errechnet, dass sich für 2014 eine mögliche Senkung der Beschaffungskosten zwischen 0,57 und 1,97 Cent je Kilowattstunde abzeichnet. Damit könnte womöglich der gesamte Anstieg der Ökostrom-Umlage kompensiert werden, wenn die Versorger diese Ersparnisse im Stromeinkauf weitergeben würden.

Klimaschutz ade?

Gaskraftwerke stehen still und sollen vom Netz genommen werden. Alte, klimaschädliche Braunkohlekraftwerke laufen hingegen oft durch, da der Preis für CO2-Verschmutzungsrechte extrem niedrig ist. Trotz immer mehr Ökostrom sind daher im vergangenen Jahr die CO2-Emissionen in Deutschland um 2,2 Prozent gestiegen. Ohne Reformen – etwa einer Verteuerung der CO2-Ausstoßrechte – könnte der Kohleanteil weiter steigen und diese Kraftwerke den Atomausstieg kompensieren. Eigentlich sollen dies CO2-ärmere Gaskraftwerke tun.

Kraftwerks-Probleme

Insgesamt funktioniert der Strommarkt bei 25 Prozent massiv gefördertem Ökostrom nicht mehr richtig. Soll es Sonderprämien dafür geben, dass Kraftwerke, die sich nicht mehr rechnen, am Netz gehalten werden? Denn gerade im Winter wird deren Leistung gebraucht. Doch ein solches System – für das hochmoderne Gaskraftwerk Irsching in Bayern wurde das bereits eingeführt – würde die Strompreise noch weiter steigen lassen. Daher muss eine Reform der Ökoenergie-Förderung zusammen mit einer Strommarktreform angegangen werden. Einzige Gewissheit: Es wird nicht billig.

Verheddert im Interessendickicht

Jeder will etwas anderes. Die Länder im Norden und Osten wollen die Windkraft massiv ausbauen, Bayern träumt von einer weitgehenden Energieautarkie. Auch die Parteien haben unterschiedliche Ansätze, zudem kämpfen die großen Versorger gegen immer mehr dezentrale Akteure. Ein gemeinsamer Konsens ist bisher nicht in Sicht. Das macht Reformen so schwer. Gerade das Kostenproblem droht die Akzeptanz der Energiewende zu gefährden – über die mittelfristigen Vorteile redet kaum noch jemand.

Die EnEV wird regelmäßig angepasst, wobei zugleich auch neue Vorgaben der EU einfließen. So wird mit der aktuellen Novelle unter anderem auch zur Pflicht, Energiekennwerte von Häusern und Wohnungen bei Immobilienanzeigen anzugeben. Die schon 2009 eingeführten Energieausweise sollen leichter verständlich werden, indem dort Energieeffizienz-Klassen angegeben werden, wie das etwa schon bei Elektrogeräten und Autos der Fall ist.

Der Bundesrat hatte der EnEV am Freitag zugestimmt, allerdings zahlreiche Änderungen im Detail in die Vorlage eingefügt. Die Bundesländer forderten, die EnEV und andere Energiewende-Vorschriften im Immobiliensektor zusammenzufassen, um „Akzeptanz und Transparenz“ zu erhöhen. Zudem forderte die Länderkammer von der Bundesregierung, jährlich zwei Milliarden Euro für die energetische Gebäudesanierung bereitzustellen. Aufgrund der Änderungen musste das Kabinett der Verordnung am Mittwoch erneut zustimmen.

Kommentare (4)

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HofmannM

16.10.2013, 13:34 Uhr

Diese diktierten Energiestandards sind ein unakzeptabler Eingriffe in die Freiheit und die Selbstbestimmung der Menschen! Energieverbrauch ist für den Menschen genauso wichtig, wie das CO2 für unser ALLER Leben!
Wer Energie und CO2 reduzieren will, der will die Menschheit in eine neue Mangel und Armutsgesellschaft katapultieren! OHNE übermäßigen ENERGIEVERBRAUCH und OHNE AUSREICHEND CO2 wird eine Gesellschaft nicht auf diesen Planeten Erde überlebensfähig sein!

Ingenius

16.10.2013, 15:37 Uhr

Man darf Häuser und schon gar keine Altbauten mit einer Billigdämmung ummanteln, die mit Dampfsperre arbeitet. In einem vier Personenhaushalt ensteht pro Tag über 25 L an Feuchtigkeit, der Mensch sorgt schon durch seine Ausdünstung allein für 2,5 L in 24 Stunden, hinzu kommen Duschen, Baden, Waschen, Spülen etc.
Man kann kein Haus so lüften, schon gar nicht durch gelegentliches Öffnen der Fenster, das nicht in irgendwelchen Ecken Feuchtigkeitssammelpunkte enstehen, speziell an den Aussemwänden, wo dann nach und nach die Dämmmaterialen zerfallen und das war's dann mit der guten Wärmedämmung aber gutbist dies für gesellige Leute, die bekommen Gesellschaft von Schimmelpilzen.
Wände müssen etwas dicker konstruiert werden, beispielsweise mit Unipor oder ähnlichem Materialen und ohne Dampfsperre.
Grüm/Rot hat seinerzeit ein Wärmedämmgesetz aus der Hand der Dämmlobby durchs Parlament gebracht, welches physikalische Erkenntnisse (Frauenhofer Institute und andere) schlichtweg ignoriert hat und nur vom sogenanntem K-Wert ausgehr (Wärmeverlust pro Stunde pro qm Wand. und zu Beispiel die Wärmespeicherfähigkeit von Wänden von Sonnenwärme oder hohe Außentemperaturen ausser Acht läßt, Ferner wurde ignoriert, dass in einem Haus viele Schadstoffe an die Luft abgegeben werden (Durch Baumaterialenm Möbel, Geräte etc) , welche durch einen natürlichen Luftaustausch durch dampfoffene Wände abgegeben werden sollten.
Dabei übernimmt eine gute Wand auch die Funktion eines Wärmeaustauschers,
All dass wurde nicht berücksichtigt. Das vorhandene Gesetzt zwängt in eine schwachsinnige Dämmorgie, die tausendfach, sogar bei Neubauten Schimmelpilz erzeugt und durch Feuchtigkeitsbrücken wird dann nach und nach der Energieverbrauch immer höher. Alles natürlich außerhalb jeder Garantie.

Ingenius

16.10.2013, 15:40 Uhr

Man darf Häuser und schon gar keine Altbauten mit einer Billigdämmung ummanteln, die mit Dampfsperre arbeitet. In einem vier Personenhaushalt ensteht pro Tag über 25 L an Feuchtigkeit, der Mensch sorgt schon durch seine Ausdünstung allein für 2,5 L in 24 Stunden, hinzu kommen Duschen, Baden, Waschen, Spülen etc.
Man kann kein Haus so lüften, schon gar nicht durch gelegentliches Öffnen der Fenster, das nicht in irgendwelchen Ecken Feuchtigkeitssammelpunkte enstehen, speziell an den Aussemwänden, wo dann nach und nach die Dämmmaterialen zerfallen und das war's dann mit der guten Wärmedämmung aber gutbist dies für gesellige Leute, die bekommen Gesellschaft von Schimmelpilzen.
Wände müssen etwas dicker konstruiert werden, beispielsweise mit Unipor oder ähnlichem Materialen und ohne Dampfsperre.
Grüm/Rot hat seinerzeit ein Wärmedämmgesetz aus der Hand der Dämmlobby durchs Parlament gebracht, welches physikalische Erkenntnisse (Frauenhofer Institute und andere) schlichtweg ignoriert hat und nur vom sogenanntem K-Wert ausgehr (Wärmeverlust pro Stunde pro qm Wand. und zu Beispiel die Wärmespeicherfähigkeit von Wänden von Sonnenwärme oder hohe Außentemperaturen ausser Acht läßt, Ferner wurde ignoriert, dass in einem Haus viele Schadstoffe an die Luft abgegeben werden (Durch Baumaterialenm Möbel, Geräte etc) , welche durch einen natürlichen Luftaustausch durch dampfoffene Wände abgegeben werden sollten.
Dabei übernimmt eine gute Wand auch die Funktion eines Wärmeaustauschers,
All dass wurde nicht berücksichtigt. Das vorhandene Gesetzt zwängt in eine schwachsinnige Dämmorgie, die tausendfach, sogar bei Neubauten Schimmelpilz erzeugt und durch Feuchtigkeitsbrücken wird dann nach und nach der Energieverbrauch immer höher. Alles natürlich außerhalb jeder Garantie.

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