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24.02.2014

06:00 Uhr

Elektro-Autos gehen in Serie

Wann kommt das Elektro-Flugzeug?

VonJens Koenen

Sauber und leise: Das sind die Vorteile von Elektroautos. Was auf der Straße funktioniert, könnte sich doch auch in der Luft bewähren. Aber so einfach wie es klingt, ist es nicht.

Mit Strom in die Luft: Die Industrie glaubt, dass es möglich ist. ap

Mit Strom in die Luft: Die Industrie glaubt, dass es möglich ist.

Kerosin zu verbrennen, ist nicht nur teuer, sondern auch schmutzig. Kein Wunder also, dass die Industrie über alternative Antriebsmethoden für Flugzeuge nachdenkt – etwa Elektromotoren. Warum sollte, was auf der Straße funktioniert, nicht auch in der Luft gehen?

Auf den ersten Blick erscheint es natürlich schwer vorstellbar, dass sich ein Gigant wie eine Boeing 747 nur mit Hilfe von Strom in die Lüfte erhebt. Schließlich entwickelt ein einzelnes Triebwerk beim Start einen Schub, der umgerechnet satten 90.000 Pferdestärken entspricht.

Doch die Industrie glaubt, dass es möglich ist. Im Jahr 2005 haben Unternehmen wie die Airbus Group, der Triebwerkshersteller MTU oder Liebherr daher nicht einen Verein mit dem klingenden Namen „Bauhaus Luftfahrt“ gegründet. 2012 dann stellte die Gruppe mit dem Ce-Liner eine Konzeptstudie für einen komplett mit Strom betriebenen Kurzstreckenjet vor, der rund 190 Passagieren Platz bieten soll.

Noch ist der Ce-Liner eine Labor-Ratte. Bis zum ersten Testflug oder gar zur Marktreife ist der Weg noch weit. Die Forscher selbst geben als mögliches Datum für den Marktstart die Jahre 2035 bis 2040 an. Doch sie sind sich sicher, dass kommerzielles Fliegen mit Strom weitaus realistischer ist, als heute angenommen wird.

Eine hohe Schubkraft freizusetzen, ist dabei gar nicht das eigentliche Problem, das würden heutige Elektromotoren bereits schaffen. Schwieriger ist die Stromversorgung: Die bisherigen Möglichkeiten der Speichertechnik machen es unmöglich, so viel Batterieleistung in einem Flugzeug zu installieren, dass sie tatsächlich für einen Kurzstreckenflug ausreicht. Deshalb konzentriert sich die Forschung vor allem darauf, die Größe und das Gewicht der Batterien zu reduzieren. Das Ziel ist ein Akku, der in einem Frachtcontainer passt. Er soll dann Strom für etwa zwei Stunden liefern können.

Wenn sich die Batterien in einem Container befinden, der am Boden einfach ausgewechselt werden kann, wäre zugleich ein anderes Problem gelöst: das des Auftankens. Denn das Aufladen solch gewaltiger Akkus dauert lange – viel zu lange für die Airlines. Schließlich wollen diese die Zeit am Boden möglichst kurz halten.

Fazit: Undenkbar sind Flugzeuge mit Elektroantrieb überhaupt nicht. Doch bis sie kommen, wird noch einige Zeit ins Land gehen.

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