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11.02.2014

06:00 Uhr

Elektroautos

Ich lad' mit (m)einer Laterne

VonFlorian Hückelheim

Wer sich ein Elektroauto zulegt, kommt ohne eigenen Stromanschluss – und damit ohne eigene Garage – nicht weit. Das Startup Ebee entwickelt seit Juni 2011 eine Möglichkeit, Autoakkus an Straßenlaternen aufzuladen.

Strom für das Elektroauto: Künftig könnten die Fahrzeuge an Straßenlaternen aufgeladen werden. Reuters

Strom für das Elektroauto: Künftig könnten die Fahrzeuge an Straßenlaternen aufgeladen werden.

Anhalten, Stecker rein, Aufladen, fertig. Es könnte für deutsche Elektroautobesitzer so einfach sein, ihr Gefährt im öffentlichen Raum mit Strom zu versorgen – ist es aber nicht. Denn das Ladesäulennetz ist bislang nur spärlich ausgebaut. Allein in Berlin gibt es bislang nur rund 120 öffentliche Ladesäulen. Bis 2015 sollen es 800 sein. Das Startup „Ebee“ aus der Hauptstadt hat sich vorgenommen, den nötigen Strom nicht neu auf die Straße zu bringen, sondern ihn dort zu nutzen, wo er heute schon ist – in jedem Laternenpfahl.

Mit einem Zusatzgerät, das kaum größer als ein Feuerlöscher ist, kann theoretisch jede Straßenleuchte zur Ladesäule erweitert werden. Entscheidend ist dabei neben dem Standort lediglich, ob die Verkabelung und der Netzanschluss einen zusätzlichen Verbraucher zulassen. Eine einzelne Laterne um- beziehungsweise aufzurüsten, kostet laut Ebee weniger als 1000 Euro – beinahe ein Schnäppchen für Kommunen, die auf diese Weise ihr Ladenetz erweitern wollen. Denn bisher waren es neben der Säule selbst vor allem die Erdarbeiten, die den Preis in fünfstellige Höhen trieben und eine flächendeckende „Elektrifizierung“ bremsten.

Umgekehrt war es auch das schlecht ausgebaute Ladenetz, das manchen kaufkräftigen Interessenten davon abhielt, auf ein rein elektrisches Auto umzusteigen. Zwar lässt sich sagen, dass sich die Zahl der Neuzulassungen von rein batteriebetriebenen Pkws im Jahr 2013 verdoppelt hat. Ein Blick auf die absoluten Zahlen macht jedoch klar: 6000 Elektroautos mehr und damit insgesamt etwa 13.000 auf deutschen Straßen machen den Betrieb von Ladesäulen auch weiterhin zum Zuschussgeschäft.

Kommentare (2)

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kdb-hyb

11.02.2014, 13:33 Uhr

Das Problem ist nicht nur, geeignete Ladeanschlüsse wie hier vorgeschlagen an weit entfernten Laternen, zu finden, sondern die Dauer der Ladung. Die erwünschte Schnell-Ladung von ca. 1 Std erfordert gigantische Anschlussleistungen (ca. 20 kW), die selbst an Strassenlaternen nicht verfügbar ist. Zudem ist für Schnell-Ladung zusätzliche externe Kühlleistung erforderlich, um den schädlichen Lebensdauer-verkürzenden Temperaturansstieg der Batterie zu verhindern Die Normal-Ladung von ca. 5 Stunden blockiert den Anschluss für andere Nutzer und kann praktisch nur über Nacht durchgeführt werden.

Ben

12.02.2014, 09:53 Uhr

"...beinahe ein Schnäppchen für Kommunen, die auf diese Weise ihr Ladenetz erweitern wollen...", "...dass für investierende Kommunen möglichst geringe Betriebskosten anfallen"
Was haben die Kommunen damit zu tun? Gibt es Kommunen die als Tankstellenbetrieber auftreten? Die Ladeinfrastruktur bereitzustellen ist Aufgabe der Wirtschaft.

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