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31.07.2013

13:54 Uhr

Energie

Nachfrage nach Solaranlagen sinkt weiter

Bislang ist der deutsche Markt noch der größte Absatzmarkt für Solaranlagen – doch die Absätze brechen weiter ein. Die gesamte deutsche Branche blickt mit Bangen auf die Entwicklung auf dem Heimatmarkt.

Lacht die Sonne über Deutschlands Dächern, freut das besonders die Eigentümer von Photovoltaikanlagen: Doch für die Branche sieht es derzeit eher düster aus. obs

Lacht die Sonne über Deutschlands Dächern, freut das besonders die Eigentümer von Photovoltaikanlagen: Doch für die Branche sieht es derzeit eher düster aus.

DüsseldorfFür die deutsche Solarindustrie sieht es düster aus: Die ohnehin vom Preisdruck an den Rand des Ruins getriebene Branche muss einen anhaltenden Nachfrageeinbruch auf dem Heimatmarkt verkraften - dem bislang weltweit größten Solarmarkt. So wurden bis zur Jahresmitte nur noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1800 Megawatt (MW) auf Dächer und Felder installiert - so viel wie allein im Juni 2012, wie aus den Datenmeldungen an die Bundesnetzagentur am Mittwoch hervorging. Im Juni dieses Jahres waren es noch lediglich 310 MW.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr nach monatelangem Gerangel mit Politik und Industrie drastische Förderkürzungen durchgesetzt. Im Vorfeld dessen hatten die Diskussionen über niedrigere Einspeisevergütungen zu einem Nachfrageboom geführt. So wurden 2012 wie schon im Jahr zuvor Anlagen mit einer Rekord-Gesamtleistung von jeweils rund 7500 MW installiert. Im ersten Halbjhr 2012 waren es rund 4400 MW.

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Von diesem Boom konnte die deutsche Solarindustrie allerdings nicht profitieren. Der von Billigimporten verursachte Preisverfall sorgte vielmehr für zahlreiche Pleiten - unter ihnen die einstigen Pioniere Solon und Q-Cells. Zuletzt traf es Conergy. Hochverschuldet ringt derzeit Solarworld ums Überleben.

Die Hoffnung auf Hilfe aus Brüssel scheint sich in Luft aufzulösen. Die EU einigte sich am Wochenende mit China im Streit um Antidumpingzölle auf Solartechnik aus der Volksrepublik: Die Einigung sieht einen Mindestpreis von 57 Cent pro Watt und eine maximale Einfuhr von sieben Gigawatt (GW) vor, was etwa 70 Prozent des europäischen Marktes ausmacht. Der Interessenverband EU Pro Sun unter Führung der Bonner Solarworld kündigte umgehend eine Klage dagegen an, weil der Verband den Mindestpreis für zu niedrig hält.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Diana

31.07.2013, 14:31 Uhr

Dieses ewige Gejammere innerhalb einer der höchstsubventionierten Industrie Deuschlands nervt.
Die Hersteller und Handwerksbetriebe sollen endlich Anlage, Montage und Inbetriebnahme in einem Guss zu attraktiveren Preisen anbieten als bisher, und nicht meinen, sich hemmungslos auf Kosten des Kunden bereichern zu können. Außerdem sollten sie kostenlose Wartung und vollständige Haftung bei Ausfall oder Minderleistung übernehmen.

Und außerdem ist nicht einzusehen, warum der Kunde bei Solarakkus für den Eigenverbrauch den doppelten Preis wie Industriekunden zahlen sollen.

Deshalb, liebe Solarindustrie und Installateure. Hört auf mit der Abzocke und bietet endlich attraktive Gesamtpakete, dann kommen auch die Kunden!

vandale

31.07.2013, 14:33 Uhr

Gem. des EEG werden die Subventionssätze für Neuanlagen mit steigenden Installationen abgesenkt.

Die aktuellen Subventionssätze sind offensichtlich nicht auskömmlich. Möglicherweise kommt die Installation umweltschädlicher Solaranlagen mit weiteren Senkungen des Subventionssatzes zu einem Stillstand.

Für die Oekoindustrie gibt es 2 Auswege....

Erhöhung des realen Wirkungsgrades der Solaranlagen um mit weniger Anlagen mehr Strom zu erzeugen und die Wirtschaftlichkeit innerhalb des Subventionssystems zu erhalten.

Verkauf von Anlagen mit einer kleinen Batterie zum Selbstverbrauch. Ein Teil des Stroms wird dann im eigenen Haushalt genutzt und substituiert den Netzstrom in dem Steuern und EEG Umlage inkludiert sind. Die Verbraucher bleiben an das Netz angeschlossen und schmarotzen* damit von der Allgemeinheit.

Wenn man sich erinnert, betrugen die Subventionssätze noch vor wenigen Jahren 0,5 €/kWh. Mit der Verlagerung der Produktion der Solarmodule nach China reduzierten sich die Kosten der Solarmodule und auch die Subventionssätze auf 0,16 €/kWh für Dachanlagen.

Das Ende der schnellen Preissenkungen für Solaranlagen dürfte demnächst erreicht sein. Die Installationskosten nehmen mit der normalen Preissteigerung zu.

Vandale

*Wenn diese Verbraucher einen Teil des Stroms selber erzeugen, werden Netz- und Erzeugungskapazitäten vorgehalten. Die EEG Umlage und diverse Steuern werden von anderen bezahlt.

SteuerKlasseEins

31.07.2013, 18:03 Uhr

Planwirtschaft ist ansteckend! Hat man einmal damit angefangen, verbreitet sie sich rasant schnell. "Es war einmal" da wollte man das Klima vor dem CO2 retten. Also beschloß man die Emissionszertifikate. Der Markt hätte dann aber den Öko-Erzfeind, die Atomkraft bevorzugt, also wurden gesonderte Subventionen für "Erneuerbare Energien" geschaffen, damit nur diese profitieren sollten. Dann entschied sich der Markt aber für billigere Solarzellen aus China, das will man nun auch wieder nicht, also greift man von neuem ein und führt Zölle ein. Doch nun reichen die planmäßig sinkenden Solarsubventionen nicht mehr aus um Anlagen deutscher Hersteller "wirtschaftlich" zu machen.... der nächste Eingriff ist vorprogrammiert.

- Eine endlose Serie von staatlichen Eingriffen, die alle versuchen, dem Markt gegenzusteuern. Kaum hat man gegengesteuert, macht der Markt wieder nicht was die Berufspolitiker "wollen", und müssen wieder eingreifen. So geht das dann weiter, bis wir in der totalen Planwirtschaft angelangt sind, wo Preise und Löhne und Produkte nur noch vom Staat festgelegt werden.
Ludwig Erhard sagte "Kein Politiker, keine Partei, kein Staat, ist schlauer und gerechter als der Markt".

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