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25.02.2014

10:42 Uhr

Energie

Prinzip Hoffnung

Eine nationale Kohlekraftwerksgesellschaft wäre keine schlechte Idee. Die Misere der deutschen Kraftwerksbetreiber hängt schließlich maßgeblich mit dem staatlich verordneten Richtungswechsel zusammen.

Dampf und Rauch bei Grevenbroich (NRW): Die deutschen Kraftwerksbetreiber stecken in einer staatlich verursachten Misere. dpa

Dampf und Rauch bei Grevenbroich (NRW): Die deutschen Kraftwerksbetreiber stecken in einer staatlich verursachten Misere.

Der Staat hat es eingebrockt, der Staat soll es nun wieder richten und eine nationale Gesellschaft für Steinkohlekraftwerke einrichten. Diese Forderung klingt durchaus logisch und könnte sogar von Erfolg gekrönt sein. Dafür sprechen die Erfahrungen mit dem nationalen Zechenkonzern RAG.

Die Bundesregierung hatte schließlich nach dem Unfall im Kernkraftwerk in Fukushima die Energiewende ausgerufen. Die Rahmendaten wurden abrupt geändert und damit unkalkulierbar – auch und gerade für die deutschen Kraftwerksbetreiber wie Eon, Vattenfall oder RWE. Ihre aktuelle Misere hängt maßgeblich mit dem staatlich verordneten Richtungswechsel zusammen.

Regine Palm: Die Autorin ist Redakteurin im Ressort Unternehmen Märkte. Frank Beer

Regine Palm: Die Autorin ist Redakteurin im Ressort Unternehmen Märkte.

Erst kürzlich hat RWE Wertberichtigungen von rund drei Milliarden Euro auf ihre konventionellen Kraftwerke vorgenommen. Begründung: Die Ertragslage habe sich wegen des extrem niedrigen Strompreises, ausgelöst durch den Boom an grünem Strom, stark verschlechtert.

Der Vorschlag der Gewerkschaft IG BCE zur Neuordnung der Energiebranche erscheint vor diesem Hintergrund positiv. Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis hat eine nationale Betreibergesellschaft für die deutschen Steinkohlekraftwerke ins Gespräch gebracht.

Kommentare (2)

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laika0231

25.02.2014, 17:12 Uhr

Rationalisierungsreserven in Höhe von 100 Mio. EUR/a werden den großen Kraftwerksbetreibern nicht substantiell helfen. Daher scheint der Vorschlag des IGBCE-Vorsitzenden lediglich geeignet, die Arbeitsplätze einiger Kraftwerker sowie den Weiterbetrieb schmutziger Kohlekraftwerke zu erhalten. Die Energiewende bei E.ON oder RWE wirklich anschieben kann dieser Einspareffekt nicht.

Joerg_Duerre

26.02.2014, 07:54 Uhr

Warum fängt die Energiewende erst angeblich nach Fukushima an? Die Authorin schreibt "Vor diesem Hintergrund", trifft also erstmal willkürliche Annahmen.
Die Konzerne hatten, wie jeder andere auch, genügend Zeit ihre Entscheidungen langfristig zu planen. Alle seit 2000 gebauten Kohlekraftwerke wurden in eine laufende Energiewende gesetzt. Kurzsichtigkeit und Ignoranz jetzt zu belohnen, ist das Gegenteil von funktionierender Marktwirtschaft.

Wenn etwas rationalisiert werden müsste, dann sind das die Energienetze als physische Voraussetzung für Markt. Eine staatliche Netzgesellschaft ohne finanzielle und personelle Verflechtungen zur Erzeugung könnte zu beschleunigten Effizienzgewinnen führen.
Dezentrale Konzepte mit kommenden billigen Batterien müssen heute strategisch geplant werden, damit in wenigen Jahren nicht wieder die Hand aufgehalten wird - man habe das ja alles nicht kommen sehen können. Erbärmlich.

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