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23.10.2014

09:28 Uhr

Energie

Solare Einbahnstraße

China fördert die Solarbranche massiv. Für deutsche Maschinenbauer und Projektierer ergeben sich daraus neue Chancen, obwohl billige chinesische Solarmodule hierzulande für einige Firmenpleiten gesorgt haben.

Solaranlage im Allgäu: Viele Solarmodule werden inzwischen in China produziert. dpa

Solaranlage im Allgäu: Viele Solarmodule werden inzwischen in China produziert.

China investiert massiv in erneuerbare und umweltfreundliche Energien, in den vergangenen Jahren förderte der Staat vor allem die Solarbranche. Davon profitierten deutsche Maschinenbauhersteller wie Centrotherm und Roth Rau. Sie verkauften Produktionsstraßen an die neuen Riesenfabriken, die in China entstanden. Mit der Massenproduktion ihrer Werke überschwemmten die chinesischen Newcomer aber auch die Weltmärkte – und sorgten für einen dramatischen Preisverfall. Die Folge: Viele deutsche und andere europäische Unternehmen mussten Insolvenz anmelden. Das Solargeschäft ist deshalb heute eine Einbahnstraße von China nach Europa.

Einzig das Projektgeschäft ist ein kleiner Lichtblick. In den vergangenen Jahren wurde es von chinesischen Firmen vernachlässigt. Da ist deutsches Wissen gefragt. Doch ohne Partner schaffen es viele der deutschen Mittelständler nicht in die Weltliga. Der Wind- und Solarpark-Projektierer Wirsol aus Waghäusel bei Karlsruhe, der weltweit aktiv ist, etwa hatte das Glück, dass Dietmar Hopp als Langfristinvestor einstieg. Der Mitgründer des Softwarehauses SAP gründete eigens Ende vergangenen Jahres eine Firmengruppe, um im Geschäft mit erneuerbaren Energien mitzumischen.

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Stundenweise liefern die Erneuerbaren schon heute mehr Strom als benötigt wird.

Auch in der Windkraftbranche ist es schwer für deutsche Unternehmen, mit Chinesen ins Geschäft zu kommen. Viele Hersteller wie Deutschlands Nummer eins Enercon meiden den Markt, um ihre Patente zu schützen. Nordex aus Hamburg hat seine Produktion in China aufgegeben. Der Markt ist fest in der Hand chinesischer Konzerne wie Goldwind. Selbst in traditionellen Sparten wie dem Kohlebergbau will China umweltfreundlicher werden. Davon profitiert etwa die Wirtgen-Gruppe aus Windhagen bei Bonn. Sie verkauft Surface Miner nach China. Diese Maschinen verzichten auf das übliche umweltschädliche Bohren und Sprengen. Stattdessen wird das Gestein geschnitten und zerkleinert.

Von

wt

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

23.10.2014, 11:42 Uhr

Die sog. Erneuerbaren Energien sind für die Chinesen nur auf der Absatzseite interessant. Das Land China selbst hat seine Energiebasis auf die Kohle und Kernkraft fokusiert. Die sog. Erneuerbaren Energien werden nur in China hergestellt, damit diese in den "Ökologisch-Grün" verseuchten Europa abgesetzt/verkauft werden können.
Die Chinesen sind viel zu schlau, um ihre Gesellschaft dem Mangel und der Armut einer Deutschen Energiewende auszuliefern.

Herr Fred Meisenkaiser

23.10.2014, 12:20 Uhr

"Da ist deutsches Wissen gefragt."
Nur solange bis es de Chinesen selbst haben. Dann produzieren sie auch das selbst. Unsere dummen Politiker haben doch schon zugesehen, wie die Solarbranche weggegangen ist!

Herr Fred Meisenkaiser

23.10.2014, 12:23 Uhr

Glauben sie was sie schreiben?
Sie behaupten da sicher auch noch, wenn Wind und Solarenergie in Gasspeichern gespeichert wird.

Dieses Gas wird dann dezentral in den Gebäuden verstromt und die nebenbei anfallende Wärme wird zur Heizung genutzt.

Während das bei uns Lobbyisten der Energiewirtschaft und viele selbsternannte Experten sabotieren, wird sich China nicht stoppen lassen.
Deutschland kann es ja dann nachmachen!

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