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19.08.2013

16:20 Uhr

Energieautarkie

Stromproduktion in Eigenregie

VonAndreas Schulte

Zunehmend produzieren Kommunen Strom und Wärme in Eigenregie. Das hat nicht nur ökologische Motive, sondern auch wirtschaftliche und politische Gründe.

Biogasanlage in Mauenheim: Energieversorgung in Eigenregie kommt für viele Kommunen in Frage. picture-alliance/ dpa

Biogasanlage in Mauenheim: Energieversorgung in Eigenregie kommt für viele Kommunen in Frage.

Besser später Ruhm als gar keiner, das mögen sich die Stadtoberen von Aachen im Februar dieses Jahres gedacht haben. Da nämlich würdigte die Agentur für Erneuerbare Energien die Stadt Karls des Großen mit dem Titel „Energie-Kommune“ für ein vorbildliches kommunales Energieprojekt.

Dessen Ursprung liegt weit in der Vergangenheit. Mit dem sogenannten Aachener Modell verabschiedete der Stadtrat im Jahr 1993 den regionalen Vorläufer des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Kernidee: Endverbraucher zahlen an die Betreiber alternativer Kraftwerke eine kostendeckende Einspeisevergütung.

Diese erste Garantiezahlung an die Betreiber gab dem Ausbau der Erneuerbaren Schub. Der Pioniergeist der Aachener zeigt, dass Kommunen in Energiefragen schon früh Unabhängigkeit anstrebten. Inzwischen haben sich viele Nachahmer gefunden.

2010 gab es in Deutschland bereits etwa 160 Kommunen, die in Eigenregie erneuerbare Energie über ihren Gesamtbedarf hinaus produzierten, also als bilanziell unabhängig galten. In diesem Jahr ist laut einer Studie der Marktforscher von Trendresearch die Zahl auf 240 gestiegen.

Neben ökologischen Motiven sieht Dirk Briese, Geschäftsführer von Trendresearch, auch wirtschaftliche und politische Gründe bei den Kommunen: „Sie erzielen so positive Renditen, zudem erhoffen sich Politiker durch die Energieautarkie ein besseres Image.“ Laut Studie sind die größten Treiber staatliche Förderung und die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen.

In Mauenheim, einem Ortsteil der Gemeinde Immendingen nahe der Grenze zur Schweiz, ging der Impuls von örtlichen Unternehmern und der Bevölkerung aus. Seit
2006 produziert eine Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk des örtlichen Unternehmens KCH Biogas vier Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr – neunmal mehr als die hundert Haushalte in Mauenheim verbrauchen. Dieser wird ins öffentliche Netz eingespeist. Zudem entsteht Wärme, mit der die Gemeinde ihren Bedarf deckt. Dafür wurde eigens ein vier Kilometer langes Nahwärmenetz verlegt. Jeder Mauenheimer konnte sich daran finanziell beteiligen.

Kommentare (4)

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Vicario

19.08.2013, 16:27 Uhr


Zitat : Stromproduktion in Eigenregie

- E-Cat ist im Anmarsch ! Bald kann man den ganzen "Erneuerbaren-Mist" vergessen !

http://www.e-cat-deutschland.de/home.html

"Der 10-kW-ECAT ist so groß wie ein Computer und kann an den Rücklauf jeder Heizanlage angeschlossen werden. Er heizt so das zurück laufende Wasser auf, so dass die vorhandene Heizung nicht einschaltet. Ein Pufferspeicher würde die Wirtschaftlichkeit erhöhen, da das Ein- und Ausschalten des E-CATs vermehrt Energie verbraucht, also relativ träge dadurch ist.

http://www.extremnews.com/berichte/wissenschaft/64f0146f035936a

vandale

19.08.2013, 16:50 Uhr

Es ist ein Propagandaartikel zugunsten der meines Erachtens unlauterbaren Machenschaften der Kommunen.

Sehr viele Kommunen betreiben Stadtwerke.

Die Hauptgründe sind für einen Banausen die Möglichkeit die Kosten unwirtschaftlicher Betriebe, z.B. Verkehrsbetriebe, mit denen profitabler Betriebsteile wie der Stromverteilung zu mischen und dem Bürger als Strom-, Gaspreis weiterzugeben.
Viele kommunale Betriebe werden als Elefantenfriedhof für verdiente Parteigenossen und andere verdiente Personen genutzt.
Kommunale Betriebe können politische Zwecke unterstützen. Ein paar Arbeitsplätzchen hier,

Grosse Kommunen und Stadtwerke haben Anteile an Kernkraftwerken (München), an RWE (Ruhrkomunen), Kohlekraftwerken (Stadtwerke Mainz-Wiesbaden). Mit der Mglichkeit EEG Subventionen zu kassieren natürlich auch an "Erneuerbaren Energien".

Keine Kommune Deutschlands ist unabhängig vom Verbundnetz. Dies wäre auch hinsichtlich Reservehaltung und Frequenzstabilität technisch/wirtschaftlich abwegig.

Vandale

HofmannM

19.08.2013, 17:34 Uhr

Dann googelt mal unter Güssing. Das Ökologische Energiedorf ist zu 100% Pleite. Es gibt kein 100% Ökoenergie System. Im Hintergrund wird immer ein Kraftwerkpark (Kohle, Uran oder Gas) mitlaufen und die Netzinfrastruktur ist auch auf die konventionellen Kraftwerke ausgelegt! Das ist so und wird so bleiben. Es gibt keinen Ökostrom! Es gibt keine sog. erneuerbaren Energien OHNE die Kraftwerke von KOHLE, URAN und GAS!!! Güssing in Österreich steht überall in der Welt als Öko-Energie-Irrsinn!!! Kein Mensch braucht die erneuerbaren Energien / Energiewende! Besonders nicht in einer Welt des Stromüberfluss durch die Kernkraft!!!
Wer die Kernkraft ablehnt und den erneuerbaren Energien zustimmt der hat weder technischen Verstand, noch wirtschaftliche Vernunft!!!
Ideologie hilft dem Menschen nicht weiter, sondern bindet diesen in der Vergangenheit! Und die Windmühlen und Solarplatten sind die Abhängigkeit einer ideologischen Öko-Natur-Welt!

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