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06.02.2014

11:11 Uhr

Energiebranche

Die schwierige Erneuerung

VonKlaus Stratmann

Europas Energiekonzerne rüsten sich für die Zukunft - mit mehr Geld für die Forschung. Denn ihre Kraftwerke, früher wahre Goldesel, sind oft nur noch Ballast, alte Geschäftsmodelle inzwischen entwertet.

Kühltürme und Schornsteine eines Braunkohlekraftwerks: Viele Anlagen lassen sich nicht mehr rentabel betreiben. dpa

Kühltürme und Schornsteine eines Braunkohlekraftwerks: Viele Anlagen lassen sich nicht mehr rentabel betreiben.

BerlinFür die großen Energiekonzerne sind die Zeiten hart geworden. Früher verbuchten sie Jahr für Jahr satte Gewinne, verfügten über prall gefüllte Kriegskassen und mussten sich nicht ernsthaft um neue Kunden und neue Geschäftsfelder bemühen.

Doch diese goldenen Jahrzehnte sind lange vorüber. Bei Unternehmen wie Eon oder RWE herrscht pure Not. Die Antworten auf die Herausforderungen sind unterschiedlich. Einige setzen auf Innovationen, andere haben noch keine Ideen und stecken mitten in der Umorientierung. Das belegt der Innovationsindex, den die European School of Management and Technology (ESMT) erstellt hat. Das Handelsblatt stellt den Index vor.

Was ist die größte Baustelle bei der Energiewende?

Die ESMT-Forscher haben 16 große europäische Energieversorger untersucht. Ihr Befund: "Zwischen den Unternehmen gibt es Unterschiede. EDF und RWE sind stark in Forschung und Entwicklung, also ,Research-Leader‘. Beide Unternehmen können eine echte Patentkultur vorweisen", sagt Christoph Burger, der den Index mit seinem Kollegen Jens Weinmann erarbeitet hat.

Bei RWE schlugen beispielsweise die Aktivitäten in den Bereichen intelligente Stromnetze, Elektromobilität oder Energiedienstleistungen zu Buche. Das Unternehmen engagiert sich aber auch bei der Effizienz von Braunkohlekraftwerken.

Kommentare (12)

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HofmannM

06.02.2014, 11:52 Uhr

Nochmal! Auch für das Handelsblatt!
Die ideologische grünverseuchte Politik (diktierte Energiewende,Energieeinsparparolen und CO2-Märchen) hat aus einen wirtschaftlichen und energievollen "Kraftwerk Europa" ein neues Armenhaus für die Welt herangezüchtet.
Eine Energiewende ist und bleibt wirtschaftlicher und technischer Untergang und führt dirket in das Elend und Leid für das gesamte Deutsche und Europäische Volk! Nur mit einen Kraftwerkmixpar aus Kohle Gas und Uran hat Europa und Deutschland eine soziale und wohlstandsfähige Zukunft!

holger29

06.02.2014, 12:03 Uhr

Die Kraftwerke der Versorger sind nach wie vor weltweit gesehen nicht schlecht. Die Braunkohletagebaue der RWE/Vattenfall mit angeschlossenen Kraftwerken sind hoch effizient und können Strom im weltweiten Vergleich zu sehr niedrigen Kosten produzieren. Das gleiche gilt für die gut gepflegten, umweltfreundlichen Kernkraftwerke.

Hoffnungslos überfordert sind die Versorger natürlich mit "Erneuerbaren Energien" die gem. Gesetz Vorrang geniessen, keinerlei Verantwortung für die Netzstabilität haben und deren Strom zu Lasten der Gesellschaft teils zu Negativpreisen eingespeist wird.

Ein erheblicher Teil der Kosten "Erneuerbarer Energien", Kapazitätsbereitstellung und Netzstabilisierung wird aktuell den Versorgern belastet. Dies führt zu massiven Verlusten der Versorger.

Es stellt sich die Frage wie lange sich die Deutsche Gesellschaft ökoreligiös illusionieren lässt.

Werden erst die Versorger an diesen Lasten zerbrechen, oder wird die Gesellschaft bereits vorher den Weg aus den grünen Wolken zurück zur Erde finden.


Westfale

06.02.2014, 14:21 Uhr

Zitat: "Doch diese goldenen Jahrzehnte sind lange vorüber. Bei Unternehmen wie Eon oder RWE herrscht pure Not."

Die goldenen Jahrzehnte des Oligopols sind vorüber. Die goldenen Zeiten für die Stromabnehmer stehen vor der Tür, da durch den Ausbau der erneuerbaren Energien der Mangel an Rohstoffen zur Energieerzeugung dauerhaft vom Tisch ist. Was sind schon ein paar Jahrzehnte Braunkohle gegen die nach menschlichen Maßstäben unendlich vorhandene Energiequelle Sonne und Wind?

Das Stromnetz der Zukunft setzt auf eine dezentrale Einspeisung vieler Millionen Stromproduzenten. Das fängt an bei der Autobatterie, die bis zu einem gewissen Grad entladen werden darf und endet beim Windpark mit 1 GW oder mehr Nennleistung.

Der Artikel macht mir zu sehr auf Mitleid. Nach meiner Meinung haben die großen Stromkonzerne ganz einfach die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Zugegeben, es war schwierig, den unglaublichen Erfolg der erneuerbaren Energien vorherzusehen. Die Ausbauprognosen von 2000 sahen für das Jahr 2020 etwa den Stand vor, den Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen schon 2007 hatten. Und nach Fukushima sind alle Dämme (Versuch der Laufzeitverlängerung AKWs) gebrochen.

Seitdem suchen die großen Stromversorger ihren Platz in unserem zukünftigen Energieversorgungssystem. Und nach meiner Meinung sind sie wieder auf dem Holzweg. Sie setzen darauf, dass der Bürger den Betrieb der relativ schmutzigen, den Klimawandel befeuernden Braunkohlekraftwerke weiter duldet und weigern sich, als Ersatz für ihre nicht zukunftsfähigen Großkraftwerke Offshore-Windparks zu projektieren.

Die Folge: RWE, E.on, EnBW, Vattenfall schaffen sich ab.

Die nahe Zukunft Energieversorgung basiert auf erneuerbaren Energien in Kombination mit Gaskraftwerken. Die Gaskraftwerke werden zunächst noch mit eingekauftem Erdgas betrieben und einigen Jahrzehnten mit „Windgas“ oder „Sonnengas“. Wenn RWE und Co das nicht akzeptieren, kommen sie zu spät und werden durch das Leben bestraft.

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