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08.01.2014

10:39 Uhr

Energiebranche

Fangnetz für sichere Stromversorgung

VonKlaus Stratmann

Die Energiebranche debattiert über Kapazitätsmärkte. Netzbetreiber Tennet stellt eigenes Modell vor, durch das im Einsatzfall nicht der Endverbraucher bezahlen muss, sondern die Stromhändler und -lieferanten.

Hochspannungsmasten in Schleswig-Holstein: Die Auslastung von Kohle- und Gaskraftwerken sinkt. dpa

Hochspannungsmasten in Schleswig-Holstein: Die Auslastung von Kohle- und Gaskraftwerken sinkt.

BerlinDie Energiebranche kennt seit Monaten kein wichtigeres Thema als Kapazitätsmärkte. Große wie kleine Stromproduzenten wollen erreichen, dass sich die Stromerzeugung mittels fossiler Kraftwerke wieder rentiert. Schon das Vorhalten von Kraftwerkskapazitäten soll deshalb honoriert werden. Von der Politik wünschen sich die Kraftwerksbetreiber den Rechtsrahmen dafür. Doch nun spucken ihnen die Netzbetreiber in die Suppe: "Wir betrachten Kapazitätsmärkte skeptisch, weil wir der Überzeugung sind, dass es bessere Lösungen gibt", sagte Lex Hartman, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet, dem Handelsblatt. Und habe man Kapazitätsmärkte erst einmal eingerichtet, sei der Weg zurück schwierig.

"Bei den gängigen Kapazitätsmarktmodellen zahlen die Stromverbraucher für die Sicherheit der Versorgung. Es fehlt somit jeder Anreiz der Stromerzeuger, den Kapazitätsmarkt klein zu halten", warnt Hartman. Der Manager sieht die Gefahr, "dass der Kapazitätsmarkt von Jahr zu Jahr wächst". Das könne "sehr teuer" werden. Hartmann ist überzeugt, dass sich "die Sicherheit der Stromversorgung billiger und besser gewährleisten lässt".

Hintergrund der Debatte: Viele fossile Kraftwerke lassen sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Weil der Strom aus erneuerbaren Quellen ungebremst in den Markt drängt, sinkt die Auslastung von Kohle- und Gaskraftwerken dramatisch. Bei der Bundesnetzagentur stapeln sich deshalb die Anträge auf Stilllegung von Anlagen. Da aber ein Sockel an fossilen Kraftwerken unverzichtbar ist, um die Sicherheit der Stromversorgung zu jeder Sekunde des Jahres zu gewährleisten, muss nach Überzeugung der Kraftwerksbetreiber gegengesteuert werden: Sie wollen Kapazitätsmärkte einführen. Der Branchenverband BDEW hatte dazu Ende 2013 ein Konzept vorgestellt, in dessen Mittelpunkt ein "dezentraler Leistungsmarkt" steht. Auf ihm sollen Zertifikate für Versorgungssicherheit gehandelt werden.

Auch der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD greift das Thema auf. Darin heißt es, es sei "mittelfristig ein Kapazitätsmechanismus zu entwickeln". Die Kraftwerksbetreiber hatten sich mehr gewünscht. Sie fordern rasche Entscheidungen.

Kommentare (7)

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JoshuaErmecke

08.01.2014, 12:05 Uhr

Ist ja sehr schön, dass der niederländische Staatskonzern, der sowie erst durch Einwirken der(überraschenderweise niederländischen) EU-Komissarin Neelie Kroes gigantische deutsche Netzkapazitäten kaufen durfte, nun möchte dass das Vorhalten von Schattenkraftwerken auch weiterhin die konventionellen Enrgieerzeuger (am besten unbezahlt) bereithalten sollen.
Hut ab vor der EON, die eines ihrer Gaskraftwerke stilllegen wollten wofür jetzt Tennet zahlen darf. Gerne mehr davon, allein als politisches Statement gegen den irrwitzigen "Vorreiterkurs" den unsere Politik eingeschlagen hat. 6 Milliarden€ dafür, dass Kraftwerke auf Minimalkapazität laufen, nur um dann hochgefahren zu werden wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint - Das nennt man in Deutschland dann Fortschritt mit Strompreisen die vier mal so hoch sind wie in bsp. Texas.
"Die Energiebranche kennt kein wichtigeres Thema mehr als Kapazitätsmärkte" - Armutszeugnis schlechthin, dafür dass wir mal ein funktionierendes gutes Stromnetz hatten. Sicherlich werden unsere europäischen Nachbarn, China, USA und Canada sich bald auf das Vorreiterdeutschland besinnen und auch ihre Stromnetze abwracken und Milliarden Staats- und Privatvermögen versenken.

HofmannM

08.01.2014, 12:44 Uhr

Energiewende/EEG = Armut und Mangel!
Die sog. Erneuerbaren Energieerzeuger sind wirtschafts- und wohlstandsschädlich! Die Abzocker der EE-Mafia sind die Wohlstandsfeinde und damit Staatsfeinde Nummer 1!!!

Account gelöscht!

08.01.2014, 13:50 Uhr

1. Aufbau eines pseudo-ökologischen, nicht grundlastfähigen Kraftwerksparks
plus
2. Vorhalten des grundlastfähigen fossilen Kraftwerkparks als "sog. Schattenkraftwerke", die man eigentlich abschalten möchte aber nicht kann
plus
3. Aufbau/Ausbau von Speicherkapazitäten m it entsprechenden Wirkungsgradverlusten
plus
4. Ausbau des Stromnetzes, welches bisher ein Versorgungsnetz war und kein Stromtransportnetz

gleich
extrem teuer
plus
umweltschädlich (keine Co2-Verringerung)
plus
wirtschaftsschädlich für den Industriestandort
plus
Eingriff in die Bürgerrechte (Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Versorgungsart?).

Also was solls?

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