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10.02.2014

06:00 Uhr

Energiepioniere

Wer kam auf die Idee, aus Wind Strom zu machen?

Die Kraft des Windes auch zur Stromerzeugung zu nutzen, wurde gegen Ende des 19. Jahrhundert erstmals versucht. Viele Jahre später sorgte ein deutsches Großprojekt für Aufsehen – und erwies sich als Fehlschlag.

Windkraftanlagen: Heutzutage kann der Rotordurchmesser mehr als 150 Meter betragen. dpa

Windkraftanlagen: Heutzutage kann der Rotordurchmesser mehr als 150 Meter betragen.

Der Gedanke, die Kraft des Windes zu nutzen, ist schon sehr alt. Erste Windmühlen gab es bereits viele Jahrhunderte vor Christus im Orient. Sie versorgten die mesopotamischen Ebenen mit Wasser. Später entstanden Windmühlen im heutigen Iran und in Afghanistan. In Europa dagegen dauerte es mal wieder länger, bis sich die Technik durchsetzte – genau genommen bis ins zwölfte Jahrhundert. Dann half die Windkraft auch hier, Korn zu mahlen, Wasser zu pumpen und Sägemaschinen anzutreiben.

Die ersten Versuche, Wind zu Strom zu machen, gab es Ende des 19. Jahrhunderts. In den USA entwickelte Charles Francis Brush 1888 eine Anlage, die sein Haus mit Strom versorgte. Er speicherte ihn in aber erst einmal in einer Batterie.

Große Fortschritte machte später der Däne Poul La Cour, der die Grundlagen der Windkraftanlagen wissenschaftlich erforschte. 1891 baute er die erste Versuchsanlage in Dänemark, unterstützt durch die dänische Regierung.

Albert Betz, Physiker an der Aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen, trieb die Entwicklung 30 Jahre später weiter. So befasste er sich eingehend mit der optimalen Form der Rotorflügel.

Größere Stückzahlen wurden erstmal in den 50er Jahren vom Deutsch-Österreicher Ulrich Hütter produziert. Seine Anlagen hatten elf Meter Rotordurchmesser und eine Leistung von zehn Kilowatt. Heute gehören Anlagen mit 200- bis 300-facher Leistung zum Standard. Doch Hütters Mühlen wuchsen schnell: Später schuf er die Vorlage für die heutigen modernen Anlagen, mit immerhin 34 Meter Rotordurchmesser.

Kommentare (7)

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10.02.2014, 08:34 Uhr

Netter Artikel. Er führt uns vor Augen, dass Windkraft eine sehr alte Technologie ist, deren Bedeutung über die Jahrhunderte schwankte. Es ist daher sehr vermessen, wenn heute Windkraft-Fans sagen: "Das ist die Energieerzeugung der Zukunft." Warum sollte ausgerechnet heute der Wendepunkt in der jahrhundetealten Geschichte der Windkraft sein? Ihr großer Nachteil, die schwankende Verfügbarkeit hat sich bis heute nicht kostengünstig lösen lassen. Unsere Windkraft-Romantik hat da auch nicht geholfen. Andere Technologien dagegen haben dieses grundlegende Problem längst gelöst.

holger29

10.02.2014, 08:52 Uhr

Die Windkraft war eine grossartige Energiequelle in der vorindustriellen Zeit. Sie ersetzte die Muskelkraft beim Getreide mahlen, Wasser pumpen, in der Schifffahrt etc.

Die Industrialisierung kam mit der Nutzung der Kohle. Diese erlaubte es Schiffen einen Fahrplan einzuhalten. Dampfschiffe ersetzten die Segler trotz höherer Betriebskosten.

In einer historischen Windmühle entdeckte ich einen alten E-Motor. Dieser wurde gem. des Nachfahren des Müllers und Museumsführers Anfang des 20. Jahrhunderts installiert und erlaubt ein zeitgerechtes Abarbeiten der Aufträge.

Im Stromnetz müssen Stromverbrauch und Stromerzeugung zu jedem Augenblick identisch sein. Moderne Dampfkraftwerke stabilisieren das Stromnetz im Sekundenbereich durch rotative Massen, im Bereich unter 1 min. mittels der Kesselreserve, bis man die Erzeuger hoch-/heruntergeregelt hat. Eine Stromerzeugung entsprechend der Launen des Wetters ist wertlos und so ist auch der erzeugte Strom nahezu wertlos.

Die heutige Windkraft basiert auf einigen linken Atomkraftgegnern die von wohlwollenden Journalisten gefragt wurden wie sie denn Strom erzeugen möchten und daraufhin in den Himmel zeigten. Daraus entstand eine Industrie, enorme PR Aktivitäten und da sich die christlichen Kirchen zurückgezogen haben eine neue Staatsreligion.

holger29

10.02.2014, 11:46 Uhr

Es gab in den vergangenen 100 Jahren zahlreiche Initiativen Wind zur Stromerzeugung zu nutzen.

In Deutschland gab es in den 30er Jahren den Herrn Honnef, der seinerzeit Riesenwindmühlen analog der heutigen Oekomonster plante. Das war recht populär. Er versuchte die damalige Regierung zu überzeugen, war teilweise erfolgreich, scheiterte jedoch dann an RWE und BEWAG die bereits seinerzeit auf die technische Realität und Wertlosigkeit des Windstroms hinwiesen.

Technisch gesehen ist Wind für eine Stromversorgung denkbar ungeeignet.

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