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18.07.2014

06:00 Uhr

Energieverbrauch

Was ist ein intelligentes Stromnetz?

VonChristina Stahl

Ein guter Teil des Stroms stammt heute aus Wind- und Solarenergie. Damit steht Deutschlands Stromnetz vor einer Herausforderung: Es muss intelligent werden. Sonst drohen Unternehmen und Verbrauchern Stromausfälle.

Arbeiten an einer Stromleitung: Netzbetreiber wollen Informationen aus Daten zur Stromproduktion sammeln. ZB

Arbeiten an einer Stromleitung: Netzbetreiber wollen Informationen aus Daten zur Stromproduktion sammeln.

Unterstützt von der Bundesregierung arbeiten die Netzbetreiber am „Smart Grid“, dem intelligenten Stromnetz. Das Stromnetz besteht aus konventionellen Kraftwerken sowie Wind- und Sonnenenergie-Anlagen jeder Größe, die über ein 1,8 Millionen Kilometer langes Netz von Freileitungen und Erdkabeln mit Millionen Stromabnehmern in Haushalten und Betrieben verbunden sind.

Durch den steigenden Anteil der erneuerbaren Energien steigen die Anforderungen an die Stromnetze. Vor der Energiewende speisten eine relativ kleine Anzahl von Kraftwerken kaum schwankende Strommengen in das Netz ein. Heute stammt bereits ein Viertel des Stroms von Wind- und Solaranlagen. Diese produzieren je nach Tageszeit und Wetter unterschiedlich viel Strom. Das stellt die Netzbetreiber vor Herausforderungen, denn das Energie-Angebot variiert stärker und ist schwieriger zu beeinflussen. Ziel des intelligenten Stromnetzes ist es, eine möglichst gleichmäßige Auslastung des Stromnetzes sicherzustellen, also Lastspitzen oder sogar Ausfälle zu vermeiden. Dieselbe Menge an Energie wird übertragen, doch die Netze sind gleichmäßiger ausgelastet und damit effizienter.

Intelligent soll das Stromnetz werden, indem es mit einem Datennetz gekoppelt wird. Dabei soll es möglichst viele Erzeuger und Verbraucher miteinbeziehen. Die erneuerbaren Energien haben den Vortritt: Wind- und Sonnenenergie werden vorrangig in die Netze eingespeist. Der Verbrauch soll möglichst an die zeitlich schwankende Stromproduktion der Erneuerbaren angepasst werden. Das geschieht, indem das intelligente Stromnetz Informationen liefert, wo wie viel Strom produziert wird und den Stromgeräten Signale senden, wann sie Strom abnehmen sollen. So könnten Akkus von Elektroautos nachts laden – oder dann, wenn Wind weht und die Sonne scheint.

Ein wichtiger Schritt zur Realisierung smarter Netze ist die flächendeckende Einführung intelligenter Stromzähler. Bis 2020 müssen in Deutschland in allen Haushalten die alten Stromzähler durch sogenannte Smart Meter, ausgetauscht werden. Sie sollen den Stromverbrauch für den Kunden transparenter machen und ihm genau aufzeigen, wann er wieviel Strom verbraucht. Die Verbrauchswerte werden bei den meisten Modellen automatisch an das Versorgungsunternehmen übertragen. Für den Verbraucher hat das einige Vorteile: Durch die ständige Datenübermittlung können die monatlichen Zahlungen schneller angepasst werden, das vermeidet böse Nachzahlungs-Überraschungen am Ende des Jahres. Der Verbraucher kann einen zeitvariablen Stromtarif wählen, zahlt also in Niedertarif-Zeiten besonders wenig für seinen Strom. Smarte Wasch- und Spülmaschinen können mit dem Stromzähler kommunizieren und sich automatisch dann einschalten, wenn der Strompreis am günstigsten ist.

Den möglichen Einsparungen stehen allerdings die Anschaffungs- und Bereitstellungskosten für die intelligenten Geräte gegenüber. Nach einer von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young erarbeiteten Kosten-Nutzen-Analyse vom Sommer 2013 übertreffen die Kosten die möglichen Einsparungen. Ebenfalls in der Kritik: Die Datensicherheit. Durch die tagesaktuelle Übertragung an den Stromanbieter gibt der Kunde einiges von sich preis: Wann schaltet er das Licht an und aus, wann duscht er und wann sieht er fern? Der vertrauliche Umgang mit diesen Daten durch die Stromanbieter muss gewährleistet sein. Hacker-Angriffe, die Manipulation der übertragenen Strommenge und die schnelle Trennung vom Stromanschluss sind weitere kritische Stichworte im Umfeld des Smart Metering.

Die Kosten, die offenen Datenschutz-Fragen und die Verwundbarkeit der smarten Netze machen den schnellen Aufbau eines intelligenten Stromnetzes unwahrscheinlich. Schritt für Schritt aber könnten Netze, Stromzähler, Haushaltsgeräte tatsächlich zunehmend miteinander kommunizieren und so für Kosteneinsparungen und Gewinnen an Energieeffizienz sorgen.

Kommentare (4)

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Herr Holger Narrog

18.07.2014, 07:39 Uhr

Bereits heute sitzen intelligente Mitmenschen in den Netzleitzentralen. Diese fahren nach Bedarf auf der Erzeugerseite Kraftwerke hoch- und herunter.

In einem „intelligentem Netz“ wird dann auch „Der Verbrauch soll möglichst an die zeitlich schwankende Stromproduktion der Erneuerbaren angepasst werden“. der Verbrauch gem. dem Stromanfall aus umweltschädlichen Windmühlen und Solaranlagen geregelt.

Auf Deutsch der Strom wird für den Verbraucher rationiert.

Dann kann man den Eisenbahnfahrplan an die Windstromerzeugung anpassen, Fabriken je nach Stromanfall hoch- oder herunterfahren. Weniger Betuchte müssen den Kochvorgang auf die Nacht verschieben.

Es ist faszinierend was sich die Menschen in Deutschland im Rahmen der Ökoreligion gefallen lassen. Dagegen ist der Islam eine sehr tolerante und preiswerte Religion.

Herr Rainer Feiden

18.07.2014, 08:12 Uhr

@Holger Narrog
100% Zustimmung! In diesem Land wird mittlerweile der grösste Unsinn als "intelligent" verkauft. Einfach nur noch unglaublich...

Gestern stand in der Börsenzeitung ein Bericht zu smrat metern ("intelligente" Stromzähler) und deren grundsätzliche Anfälligkeit für Hacker-Attacken. So hatte sich der Chef einer IT-Sicherheitsfirma in das Computernetz der Stadtwerke Ettlingen eingehackt und hätte Strom Wasser und GAs abstellen können....

(Bericht "Intelligente Stromzähler öffnen Hackern neue Türen).

Herr otto r. kristek

18.07.2014, 12:45 Uhr

ick wes dat vorausschauendes denken und handeln im erzeugersektor schon immer lohnend war
das heist, das die intelenz schon immer da sein musste
nur das jetzt noch effetiver das verhalten der verbraucher ausspioniert wird und ihm so grösst möglich schaden(preis) beim verkauf von energie angetan wird
ich rede hier von lieschen müller und oma grete
und nicht von alu und stahlkochern die sind schon jetzt profitöre, da sie weit unter dem preis von vor 15 jahren
strom pakete einkaufen
die situation wird noch besser wenn wir den wasserkrafttrom von vattenfall und Co. in die von uns kleinverbrauchern bezahlte trasse MV-Bayern dulden müssen

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