Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2013

09:18 Uhr

Energiewende

Altmaier verteidigt seinen Kurs

Die Kritik der Wirtschaft an der Energiewende lässt Umweltminister Peter Altmaier nicht zweifeln: Er fühlt sich in seinem Kurs bestätigt. In der Kostenfrage sieht er bereits erste Erfolge.

Bundesumweltminister Peter Altmaier: „Die Energiewende bleibt richtig.“ dpa

Bundesumweltminister Peter Altmaier: „Die Energiewende bleibt richtig.“

BerlinDie Bundesregierung will die Kritik der beiden Vorstandschefs von Siemens und Eon, Peter Löscher und Johannes Teyssen, nicht auf sich sitzen lassen. Sie wisse zwar, dass die Energiewende in Teilen der Wirtschaft kritisch gesehen werde, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Feier zum 130-jährigen Jubiläum des Konzerns General Electric in Deutschland. Die Bundesregierung habe sich jedoch "dieses ambitionierte Thema vorgenommen, weil daraus spannende Arbeitsplätze der Zukunft entstehen können", so die CDU-Chefin.

Auch ihr Umweltminister und Parteifreund Peter Altmaier verteidigte den Kurs der Bundesregierung: "Die Energiewende bleibt richtig." Er räumte ein, die Kostendynamik müsse gebremst werden. Die Manager Löscher und Teyssen hätten nicht die Energiewende an sich infrage gestellt, sondern daran erinnert, "dass nur eine bezahlbare Energiewende am Ende ein Erfolg wird". Er fühle sich bestätigt.

Altmaiers Sicht der Dinge stößt bei den Kritikern der Energiewende auf wenig Verständnis. Löscher und Teyssen hatten im Handelsblatt-Doppelinterview grundsätzliche Probleme aufgezeigt. "Wir sind auf dem falschen Weg", sagte Löscher. "Es geht nicht um Detailanpassungen. Wir brauchen grundsätzliche Korrekturen, die Lage ist ernst", kritisierte Teyssen. Die beiden Vorstandschefs warnen vor den hohen Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien, vor den daraus resultierenden Strompreissteigerungen, sie sorgen sich um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und um die Stabilität der Stromnetze.

Altmaier dagegen sieht in der Kostenfrage bereits erste Erfolge. So habe die Reform der Photovoltaikförderung vor einem Jahr "zu einer deutlichen Kostensenkung geführt, ohne die Energiewende abzuwürgen". Nach Einschnitten in der Förderung im vorigen Jahr hat sich der Zubau tatsächlich verlangsamt. In den Jahren 2011 und 2012 waren jeweils Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 7 000 Megawatt installiert worden. Das entspricht in etwa der Leistung von sieben Atomkraftwerken. Altmaier rechnet 2013 nur noch mit vier Gigawatt.

Mit einer Entlastung für die Verbraucher ist aber nicht zu rechnen. Im Gegenteil: Altmaier selbst schätzt, dass die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 von derzeit 5,3 Cent je Kilowattstunde Strom auf mindestens sechs Cent steigt. Die Umlage summiert sich jährlich zu Beträgen, die mittlerweile deutlich über der Schwelle von 20 Milliarden Euro liegen.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

10.07.2013, 10:04 Uhr

Wenn man den Politiksprech des Ministers genauer betrachtet.....

"dieses ambitionierte Thema vorgenommen, weil daraus spannende Arbeitsplätze der Zukunft entstehen können", so die CDU-Chefin.

Real sind die Arbeitsplätze in der Kerntechnik und in den Kraftwerken besser qualifiziert und bezahlt als solche in Solar- und Windmühlenfabriken. Man findet dort viele Leiharbeiter und 400 € Jobber.

.. Er räumte ein, die Kostendynamik müsse gebremst werden

Dazu müsste man die Energiewende stoppen/abbrechen. Jede zusätzliche Windmühle und Solaranlage verursacht Kosten entsprechend den Subventionsregeln für 20 Jahre.

... Es werden noch Jahre vergehen, ehe im nennenswerten Umfang Bestandsanlagen aus der Förderung fallen. Zugleich kommen Neuanlagen hinzu....

Nennenswerte Installationen für "Erneuerbare Energie" gibt es seit 2004. Die ersten Anlagen fallen dann ab ca. 2024 aus dem Subventionssystem. Die Subventionssätze wurden für Solaranlagen und geringfügig für Windstrom gesenkt. Allerdings steigen die Installationszahlen insbesondere der Meereswindmühlen mit hohen Subventionssätzen. Um die Ziele der Regierung zu erfüllen sollten Kapazitäten und Kosten um etwa Faktor 3 steigen.

Vandale

HofmannM

10.07.2013, 10:26 Uhr

...spannende Arbeitsplätze der Zukunft können entstehen.
Diese Aussage einer Kanzlerin sagt schon alles über Ihr Verständnis über die Marktwirtschaft und das nachhaltige investieren in eine stabile und tragfähige Technik/Wirtschaftsbranche aus!
Die ganze Regierungsführung hat weder Ahnung von Wirtschaft, noch von Technik! Die politisch Diktierte Energiewende ist somit eine Abwendung von der wirtschaftlich und technischen Realität. Diese Energiewende auf Basis eines Ethikrat und nicht auf Basis einer Volksabstimmung ist rein ideologisch und somit eine poitisches Merkeldiktat.
Fr. Merkel hat den grünsozialistischen Karn, der in Ihr tief verankert ist, mit einen schwaren Gewand getarnt. Die Werte der CDU und damit einer Marktwirtschaft hat diese Frau komplett verraten!
Diese Frau steht dem Glauben und der Planerfüllung näher als der Aufkärung und der freien-sozialen Marktwirtschaft!

Account gelöscht!

10.07.2013, 10:27 Uhr

Es dauert wohl noch ein bisschen, bis die Mehrheit versteht, dass nachts die Sonne nicht scheint. Im Artikel steht: "...Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 7 000 Megawatt installiert worden. Das entspricht in etwa der Leistung von sieben Atomkraftwerken." Falsch, falsch, falsch! Atomkraftwerke laufen auch nachts, PV allein kann nicht einen einzigen Haushalt mit Strom versorgen! Je mehr erneuerbare Energien installiert werden, umso mehr muss man sich Gedanken um Speicher etc. machen. Wenn wir Deutschen schon alles anders machen wollen als andere Industrienationen, dann brauchen wir ein Konzept für das Ziel. Welchen Energiemix wollen wir? Was wird das ungefähr kosten? Und wenn man das durchrechnet, wird das unglaublich teuer, z.B. weil derzeit billige Energiespeicher nicht in Sicht sind. Altmeier hat mal die Zahl von einer Billion genannt. Da war nicht von Speichern die Rede. Wollen wir soviel Geld wirklich ausgeben? Wieviele Menschenleben könnte man mit solchen gigantischen Summen retten?! Wir Deutschen denken gerne, dass WIR die Gutmenschen sind. Andere werden denken, dass wir egoistisch oder vielleicht sogar Verbrecher sind, weil wir lieber Unsummen ausgeben, um unsere Angst vor dem Atom zu befriedigen, anstatt das Geld für unstrittig sinnvolle Ziele auszugeben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×