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13.03.2014

09:59 Uhr

Energiewende

Das Schrumpfen der Stromriesen

Von „Energieriesen“ spricht man gern, doch die vier großen Versorger schrumpfen rapide. Ihr Kerngeschäft mit den Kraftwerken bringt kein Geld mehr ein. Dezentrale Alternativen - etwa mit Hauskraftwerken und smarten Steuersystemen - können die einstige Größe nicht ersetzen.

Heizkraftwerk in Hessen: Die großen Versorger müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken. dpa

Heizkraftwerk in Hessen: Die großen Versorger müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken.

DüsseldorfDeutschlands Energieriesen schrumpfen. Ohne die vom niedrigen Börsenstrompreis und der Energiewende aufgefressenen Milliardengewinne aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken müssen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall ihre Geschäftsmodelle völlig neu überdenken.

Der Markt wird kleinteiliger, seine Abdeckung mühsamer. Und mit dem schrittweisen Umsteuern auf dezentrale Angebote wie Hauskraftwerke oder „Smart Meter“-Anlagen werden die großen Vier wohl noch viele Jahre nicht an ihre einstige Bedeutung anknüpfen können, glauben Experten nach Abschluss der diesjährigen Berichtssaison der Branche, die am Mittwoch mit den Eon-Jahreszahlen in Düsseldorf zu Ende ging.

Drei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima, dem Beginn des beschleunigten deutschen Atomausstiegs und schnellen Wachstum der Sonnen- und Windenergie sitzen die Konzerne bei der konventionellen Erzeugung immer häufiger auf brachliegenden Milliarden-Investitionen. Allein eine Milliarde Euro an Ergebniseinbußen aus der herkömmlichen Produktion und einen halbierten Gewinn meldete etwa Eon für 2013.

Der Karlsruher Konkurrent EnBW konnte insgesamt nur einen kleinen Überschuss von rund 50 Millionen Euro verbuchen, während bei RWE in Essen Abschreibungen auf konventionelle Kraftwerke erstmals seit dem Krieg für tiefrote Zahlen sorgten. Auch Vattenfall schrieb Verluste.

Solche Einbrüche tun weh. Wenn zu wenig in die Kasse kommt, nutzen auch die gewaltigen Personalabbau- und Verkaufsprogramme, die die Marktführer Eon und RWE gestartet haben, auf Dauer nichts. Durch die Beteiligungsverkäufe verlieren sie vielfach ausgerechnet sichere Gewinnbringer, mit den Kürzungen verlässt viel Know-how das Haus.

Die Konzerne fordern Hilfe aus der Politik - genauer gesagt: eine Entlohnung für ihr Vorhalten konventioneller Kapazitäten. Denn dass die Wind-, Sonnen- und Bioenergie mit ihren gewaltigen 70 Gigawatt an den dunklen Wintertagen der vergangenen Monate oft nur wenige Prozent des nationalen Bedarfs abgedeckt haben, ist unumstritten.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.03.2014, 11:28 Uhr

Der Realitätssinn der Kritiker moderner Energieerzeugung bleibt erschreckend:

Die 12 Windenergieanlagen im Offshore-Windpark alpha ventus vor der Nordseeinsel Borkum wurden im April 2010 in Betrieb genommen und haben im Feb. 2014 mehr als 1 Mrd. Strom erzeugt.
Betreiber sind EWE, E.ON und Vattenfall

Seit 2011 werden im Durchschnitt 4.225 Volllaststunden pro Jahr erreicht.
Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) kommen
- Stein-Kohlekraftwerke für das Jahr 2012 nur auf 3.950 (2011: 3.750) Vollaststunden und
- Gaskraftwerke im Jahr 2012 im Durchschnitt auf nur 2.860 (2011: 3.290) Volllaststunden

Offshore-Windparks sind also in der Lage grundlastfähigen Strom zu liefern.

Account gelöscht!

13.03.2014, 11:48 Uhr

@Denkmal
Grundlastfähig = Bedarfsgerecht rund um die Uhr Strom zu liefern!
Wind und Sonne sind den Launen der Natur ausgesetzt und können dieses Kriterium "Grundlastfähig" NICHT gewärhleisten. Darum sind die sog. Erneuerbaren Energien überflüssig und teuer! Und nur durch die Starke EEG-Zwangssubventionen überhaupt für Investoren attraktiv! Und diese EE-Investoren ZOCKEN und Bürger über dieses perfide und asoziale EEG einfach nur ab!

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