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04.04.2014

06:37 Uhr

Energiewende

Handelsblatt-Studie alarmiert CDU

VonDietmar Neuerer

ExklusivNach der Bund-Länder-Einigung auf die Ausgestaltung der Energiewende droht Gabriel neues Ungemach. Grund sind die hohen Kosten für das Projekt. Eine entsprechende Studie hat nun Unions-Politiker aufgeschreckt.

Bremsklotz oder Zukunftsprojekt: Wohin steuert die deutsche Energiewende, fragen Unions-Politiker. dpa

Bremsklotz oder Zukunftsprojekt: Wohin steuert die deutsche Energiewende, fragen Unions-Politiker.

BerlinMehrere CDU-Politiker halten die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Umsetzung der Energiewende für unzureichend. Sie reagierten damit auf eine Studie des Handelsblatt Research Institute im Auftrag von GE. Danach laufe Deutschland Gefahr seinen internationalen Vorbildcharakter bei der Energiewende zu verlieren, was vor allem an den hohen Kosten und dem damit einhergehenden Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft liege.

Thomas Bareiß, Koordinator für Energiepolitik der Unions-Bundestagsfraktion sagte dazu, die Studie bestätige, die Wirtschaftlichkeit unserer Energieversorgung habe jetzt oberste Priorität.   „Sonst wird die Energiewende vom Zukunftsprojekt zum Bremsklotz“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Die bisherigen Pläne seien aber „nur ein erster kleiner Schritt in Richtung Bezahlbarkeit und Energiesicherheit“.  Nötig sei ein „grundlegender Systemwechsel“, betonte Bareiß. „Die Erneuerbaren Energien müssen schnellst möglich zu mehr Markt und Wettbewerb geführt werden.“

Ähnlich äußerte sich der wirtschafts- und energiepolitische  Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer. „Die hohen Kosten und der fehlende Wettbewerb durch die Übersubventionierung der erneuerbaren Energien sind in der Tat ein erhebliches Problem“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. „Die fehlende Markt- und Systemintegration sind ein Hindernis für die erfolgreiche Umsetzung des Umbaus der Energieversorgung.“ Die Devise müsse daher heißen: „Rein in den Markt und raus aus dem Subventionskokon.“

HRI-Studie: Wie Deutschland abschneidet

Verkehr

Im Ranking des Handelsblatt Research Instituts belegt Deutschland bei der Ist-Analyse den ersten Platz, die Schweiz folgt auf Platz 2, Platz 3 belegt Österreich. Deutschland verfüge etwa über ein gut ausgebautes Schienennetz und weise im weltweiten Vergleich einen hohen Anteil an Biokraftstoffen aus, heißt es in der Studie.

Unternehmen

In der Beurteilung des Ist-Zustandes im Bereich Unternehmen schneidet Deutschland laut den Autoren der Studie gut ab und belegt den vierten Platz. Spitzenreiter ist die Schweiz, dort verbrauche die Industrie besonders wenig Energie und CO2, außerdem zeichne sich das Land mit einem hohen Anteil an Biomasse an der Energieerzeugung in der Industrie aus, heißt es in der Studie.

Energieerzeugung

Im Bereich Energieerzeugung belegt Deutschland in der Ist-Bewertung den 11. Platz. Auf den ersten Plätzen liegen Österreich (1), Italien (2) und Norwegen (3). Österreich sei im Vergleich Vorreiter bei der Effizienz der Energieerzeugung, zudem habe es einen hohen Anteil erneuerbarer Energien.

Haushalte

Im Bereich Haushalte belegt Deutschland nur den 20. Platz. Brasilien und China sind dagegen auf Rang 1 und 2. Ihre Haushalte verbrauchen besonders wenig Energie.

Wirtschaftlichkeit

In Sachen Wirtschaftlichkeit liegen Kanada und die USA auf den beiden vorderen Plätzen, Deutschland hingegen belegt nur den 19. Platz.

Versorgungssicherheit

Bei der Versorgungssicherheit belegt Deutschland den neunten Platz, kurz hinter Frankreich. Deutschland sei stark von Energieimporten abhängig, urteilen die Autoren. Die Spitzenplätze nehmen Kanada und Norwegen ein.

Zentralen Punkten der Studie stimme er zu, sagte Pfeiffer weiter. „Energiepolitik muss europäisch gedacht werden, denn Europa bietet Vorteile und Synergieeffekte - beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Bereitstellung von gesicherter Leistung und bei der Versorgungssicherheit.“ Auch die Energieeffizienz müsse in allen Sektoren gesteigert werden. Allein der Gebäudesektor verbrauche 40 Prozent der Energie in Deutschland. „Damit der Umbau der Energieversorgung gelingt, gilt es, dieses Effizienzpotential zu heben

Die Studie „Neue Impulse für die Energiewende – Was die deutsche Energiepolitik aus dem internationalen Vergleich lernen kann“ vergleicht insgesamt 24 Volkswirtschaften von OECD- und BRICS-Ländern nach ihren Fortschritten bei der Energie- und Klimapolitik.

Kommentare (38)

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04.04.2014, 08:28 Uhr

Das EEG behindert massiv die Marktwirtschaft.
Das EEG ist ein Gesetz, dass bewusst den Markt ausschließt und durch uns Stromverbraucher ZWANGS-ABGABEN-SUBVENTIONIERT werden muss. Die deutsche Politik hat dies so gewollt!
Das Ergebnis diese politisch gewollten EEG ist, dass die Wertschöpfungskette in Deutschland immer mehr zusammenschrumpfen wird und damit der Wohlstand für uns Bürger in Deutschland. Mangel, Armut und Arbeitslosigkeit werden die Nebenwirkung dieses EEG-Wertschöpfungsvernichtungs Gesetz sein.

Energiewende/EEG = perfide und asoziale Abzocke der Erneuerbaren Energiemafia und Politiker am deutschen Bürger/Endverbraucher.

Account gelöscht!

04.04.2014, 08:38 Uhr

Diese Politiker scheinen überhaupt keinen Plan davon zu haben, was sie da überhaupt anstellen. Ich sehe das immer wieder. Da werden Gesetze gemacht, deren Auswirkungen nicht im Entferntesten verstanden wurden.

Wir steuern auf eine Situation zu, wo ich Politiker für vollständig entbehrlich einstufe. Dann sollen lieber Expertengremien die Leitlinien ziehen. Schluß mit dem Hobby-Regieren!

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04.04.2014, 08:40 Uhr

Ganz herzlichen Dank für Ihr hilfreiches Statement aus der Welt der Energie-Versorger-Lobby.
Ich sehe schon, in Ihren Augen sind das die Besseren.

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