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28.10.2013

11:10 Uhr

Energiewende

Offshore-Branche hofft auf Rückenwind

Die Unternehmen der Offshore-Windkraft-Industrie fordern ein Fortbestehen der erhöhten Vergütungen für ihre Windkraftanlagen. Eine Lösung soll noch vor der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kommen.

Problemfall Offshore-Anlage: Der Bau ist aufwendig und teuer. Reuters

Problemfall Offshore-Anlage: Der Bau ist aufwendig und teuer.

BerlinDie Erneuerbare-Energien-Branche bringt sich für die Koalitionsverhandlungen in Stellung. Den Auftakt machen die Unternehmen der Offshore-Windkraft-Industrie. In einem Positionspapier, das dem Handelsblatt vorliegt, skizzieren sie Vorschläge, die den Ausbau der Windkraft in Nord- und Ostsee sicherstellen sollen. Ihre zentrale Forderung: Die erhöhten Vergütungen für Offshore-Windkrafträder während der ersten acht Betriebsjahre ("Stauchungsmodell") sollen über das Jahr 2017 fortgeführt werden.

Die Branche bewegt sich in Deutschland in schwerem Fahrwasser, weil die Projekte technisch sehr anspruchsvoll sind. Die Windparks liegen aus Gründen des Umweltschutzes bis zu 80 Kilometer von der Küste entfernt. Dort beträgt die Wassertiefe oft 40 Meter und mehr. Das macht den Bau aufwendig und teuer. Auch die Netzanbindung wird mit jedem Meter Entfernung von der Küste kostenträchtiger. Investoren sind angesichts der schwierigen Verhältnisse zurückhaltend. Wenn sich nicht die staatliche KfW und die Europäische Investitionsbank mit Krediten stark engagierten, kämen viele Finanzierungen nicht zustande.

Was ist die größte Baustelle bei der Energiewende?

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen bis 2020 Offshore-Windparks mit einer Leistung von 10.000 Megawatt (MW) installiert sein. Das entspricht der Leistung von zehn großen Kohlekraftwerken. Doch das Ziel liegt in weiter Ferne und wird in der Branche für unerreichbar gehalten. Erst wenige hundert MW sind installiert. Im Moment gelten bis zu 7000 MW bis 2020 als realistisch.

Von der ersten Projektidee bis zur Fertigstellung vergehen bei einem Offshore-Windpark mehrere Jahre. Wer heute nicht weiß, mit welcher Vergütung er in vier oder fünf Jahren rechnen kann, lässt ein Projekt daher schnell fallen. So erklärt sich, dass die Branche heute schon sicherstellen möchte, dass das bis Ende 2017 befristete Stauchungsmodell mit der erhöhten Anfangsvergütung über 2017 hinaus noch Bestand hat.

Kommentare (6)

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HofmannM

28.10.2013, 11:32 Uhr

Diese erneuerbaren Energieabzocker wollen uns deutsche Stromverbracher mit noch mehr Subventionszwang per EEG ausbeuten. Das ist einfach nur noch asozial!
Die Erneurbare Energiebranche ist eine Mafiaorganisation auf Kosten des deutschen Volkswohl!
Schafft das asoziale und perfide Abzocker-Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) ab und bringt diese sog. Zukunfttechnologie der Erneuerbaren Energien (Windmühlen, und Photovoltaik) auf den Markt! ZUM WOHL DES DEUTSCHEN VOLK! DANKE!

vandale

28.10.2013, 11:49 Uhr

Meereswindmühlen geniessen die höchsten Subventionssätze "Erneuerbarer Energien". Demzufolge reagiert die Branche sehr nervös auf Aenderungen der politischen Landschaft. Eine politisch gewollte Dämpfung des Anstiegs der Kosten "Erneuerbarer Energien" wird sehr wahrscheinlich bei den Meereswindmühlen ansetzen.

Interessant ist die erhöhte Vergütung von 19c/kWh über 8 Jahre. Anschliessend soll der Subventionssatz lediglich 3,5 c/kWh betragen. Dieser Satz liegt unter den Betriebskosten einer Meereswindmühle. Man kann damit rechnen, dass dann ein Repowering* stattfindet. Sprich man wird die Windmühle durch eine neue ersetzen um den erforderlichen hohen Subventionssatz nutzen zu können.

Vandale

*Da die Betriebskosten von Windmühlen den Stromertrag überschreiten werden die Windmühlen nach Ende des Subventionszeitraums durch neue Windmühlen ersetzt. Die Branche nennt dies Repowering.

Steinweg

28.10.2013, 12:18 Uhr

In einem voellig freien Wirtschaftsraum ist es doch laengerfristig unmoeglich diese deutsche Preisverzerrung per pseudo-Subventionierung, die ja ein Vielfaches des wirklichen Produktpreises ist, aufrechtzuerhalten.

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