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14.10.2013

10:43 Uhr

Energiewende

Streit um Kosten des Ökostroms

Seit Monaten mehren sich die Stimmen, die eine radikale Reform des EEG-Vergütungssystems fordern. Doch gegen den geforderten Umstieg auf eine verpflichtende Direktvermarktung wehrt sich die Erneuerbare-Energien-Branche.

Teurer Öko-Strom: Die steigende EEG-Umlage sorgt übergreifend für Kritik. dpa

Teurer Öko-Strom: Die steigende EEG-Umlage sorgt übergreifend für Kritik.

BerlinDie Erneuerbare-Energien-Branche wehrt sich gegen einen Kurswechsel bei der Förderung von Öko-Strom. Der von verschiedenen Verbänden und Parteien geforderte Umstieg auf eine verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Quellen belaste die Investitionssicherheit für die Anlagenbetreiber, heißt es in einem Gutachten des Beratungsunternehmens Energy Brainpool, das der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) in Auftrag gegeben hat.

Die verpflichtende Direktvermarktung stelle "de facto eine Vergütungskürzung dar", die Auswirkungen auf die Höhe der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seien jedoch nur gering, heißt es in dem Gutachten, das dem Handelsblatt vorliegt, weiter. Die politisch gewünschten Kostensenkungen ließen sich "durch eine geringfügige Kürzung der EEG-Vergütungen effizienter erreichen". Die Kürzung der Vergütung würde außerdem "für weniger Investitionsunsicherheit, insbesondere bei den Finanzinstituten, sorgen".

Wegen der stark steigenden EEG-Umlage ist das EEG insgesamt in die Kritik geraten. Am Dienstag wird die EEG-Umlage für das kommende Jahr bekanntgegeben. Sie wird voraussichtlich von derzeit 5,277 Cent um einen Cent auf 6,3 Cent je Kilowattstunde Strom erhöht. 2010 lag die Umlage noch bei 2,047 Cent.

Seit Monaten mehren sich die Stimmen, die eine radikale Reform des Vergütungssystems fordern. Selbst erklärte Unterstützer der Erneuerbaren mahnen zu einem Kurswechsel. So hat etwa Rainer Baake, Chef des ThinkTanks Agora Energiewende, in der vergangenen Woche vorgeschlagen, die Höhe der EEG-Vergütung für alle Neuanlagen auf 8,9 Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen und zugleich die Ausnahmen von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage einzuschränken. Derzeit gibt es für neue Photovoltaikanlagen noch 14 Cent je Kilowattstunde.

Von

str

Kommentare (15)

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HofmannM

14.10.2013, 11:04 Uhr

Die verpflichtende Direktvermarktung ist schon längst fällig! Lang genug haben diese Bürgerabzocker der sog. Erneuebaren Energie Branche den Stromkunden in Deutschland mit dem staatlich diktierten EEG zum Narren gehalten! Das perfide und asoziale EEG steht für ..Einspeisevergütungen über den Marktpreis auf Kosten des Stromkunden und das mind. 20 Jahre lang! Einspeisevorrang für die sog. Erneuerbaren Energien auf Kosten der Stromendkunden und Industriearbeitsplätze!
Jeder der seinen Strom selbst erzeugt, muss die gleichen fairen Bedingungen haben. Jeder der Strom erzeugt, der muss sich an den Kosten des Stromnetz beteiligen und seinen Strom auch in Eigenregie Selbstvermarkten. Das EEG ist Zwangs-Subventionierung ala DDR-System! In diesem System wurde auch eine Ideologie (Sozialismus eines Arbeiter und Bauernstaat) zwangssubventioniert. Die Ökonomie (Marktwirtschaft) ist in diesen 40 Jahren DDR an der DDR mit der übrigen Welt vorbeigeganen. Mit der Folge einer heruntergewirtschafteten Gesellschaft. In Nordkorea ist dies heute noch sehr schön zu sehen. Wer gegen den Markt und damit gegen den weltlichen-menschlichen Fortschritt agiert, der kommt unter die Räder und verfällt automatisch in eine neue Mangel- und Armutsgesellschaft zurück!

Account gelöscht!

14.10.2013, 12:16 Uhr

Das Thema relativiert sich doch gegen null, wenn man zum Beispiel sich die Förderungen der anderen Energieformen ansieht.
Gott sei Dank ist die Ursprungsfassung im Netz zu finden bevor Herr Oettinger sich an die Streichung aller Fördermittel gemacht hat:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/foerderung-der-energiebranche-oettinger-schoent-subventionsbericht-1.1793957

Christian

14.10.2013, 12:24 Uhr

Welch ein Blödsinn. Wer sich gegen die Vorrangeinspeisung von Ökostrom ausspricht, der redet der Vorrangeinspeisung etablierter Energieverorger das Wort. Für die Energienetze sind die Netzbetreiber verantwortlich, die sich diese Serviceleistung über Durchleitungsentgelte bezahlen lassen. Die Energieintensive Wirtschaft profitiert von den Erneuerbaren denn die Kosten für eine KW-Stunde sind von 5 auf 4 Cent gesunken. Das substanzlose Geschwurbel über die DDR und deren ökonomisches System ist nichts als Bullshit, auf den einzugehen es sich nicht lohnt.

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