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14.01.2014

17:56 Uhr

Energiewende

Strombranche startet skeptisch ins neue Jahr

Für über 40 Anlagen gebe es Anträge auf Stilllegungen, so BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. Schuld sei der Verfall der Preise an der Börse, der die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken unter Druck setze.

Hochspannungsmast in Niedersachsen: Der Ökostrom-Anteil am Stromverbrauch iast auf fast ein Viertel gestiegen. dpa

Hochspannungsmast in Niedersachsen: Der Ökostrom-Anteil am Stromverbrauch iast auf fast ein Viertel gestiegen.

BerlinDie deutsche Strombranche blickt vor den geplanten Reformen der Energiewende skeptisch auf das neue Jahr. 2014 werde von Produktionsrückgang, weiterem Arbeitsplatzabbau und Unsicherheit geprägt sein, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energiewirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, am Dienstag in Berlin. So werde in diesem Jahr auch weniger investiert. Der teilweise durch subventionierten Ökostrom verursachte Verfall der Preise an der Börse setzten die Betreiber von Kohle- und vor allem Gaskraftwerken unter Druck. Für über 40 Anlagen gebe es daher bei der Bundesnetzagentur Anträge auf Stilllegungen.

Im vergangenen Jahr blieb die Stromproduktion dem BDEW zufolge etwa auf Vorjahresniveau, der Verbrauch in Deutschland ging aber trotz Wirtschaftswachstums erneut wegen des Trends zum Energiesparen zurück. Dafür wurde gut 40 Prozent mehr Strom als 2012 ins Ausland exportiert, vor allem in die Niederlande.

Der Ökostrom-Anteil am Verbrauch stieg auf fast ein Viertel. Während die vergleichsweise teuren Gaskraftwerke erneut weniger liefern konnten, produzierten Braunkohle-Meiler so viel wie seit 1990 nicht mehr. Da ältere aber weniger und modernere Kraftwerke länger gelaufen sein, sei der Kohlendioxid(CO2)-Ausstoß dieser Anlagen um zwei Prozent zurückgegangen, sagte Müller. Wenn der CO2-Ausstoß insgesamt 2013 wieder gestiegen sei, liege das zum einen daran, dass Steinkohlekraftwerke die saubereren Gaskraftwerke verdrängt hätten. Außerdem werde zuwenig in die Gebäudesanierung investiert, um dort Energie und damit auch CO2 einzusparen.

Die große Koalition plant eine grundlegende Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) und will so den Preisanstieg für Gewerbe und Haushalte begrenzen. Zudem soll Ökostrom verstärkt direkt über den Markt verkauft werden und die langjährigen Staatsgarantien für die Abnahme des Stroms abgebaut werden. Das Kabinett soll bis Ostern das Gesetz beschließen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.01.2014, 18:49 Uhr

Zitat : Die große Koalition plant eine grundlegende Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) und will so den Preisanstieg für Gewerbe und Haushalte begrenzen.

- Flickschusterei kostet nur zusätzliches Geld !

Wann kapiert denn der letzte Politiker-Depp, dass wir eine Verdoppelung unserer Stromerzeugung mittels unrentabler Energieträger NICHT uns leisten können und auch NICHT wollen ?

HofmannM

15.01.2014, 09:34 Uhr

Energiewende/Energieeinsparparolen = Ausdruck von Mangel und Armut in einer, von sich selbst behauptetenden, energiegeladenen Wohlstands-Alterungsgesellschaft!
Hohe Strom/Energiekosten erhöht die Alters-Rentenarmut in Deutschland und versperrt den innovativen und stromintensiven technischen Entwicklungs- und Forschungsweg in Deutschland!

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