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14.07.2014

19:26 Uhr

Energiewende

Stromtrasse nach Bayern kommt anders als geplant

Über neue Stromtrassen tobt seit Monaten heftiger Streit. Die CSU will keine Leitung akzeptieren, die Strom aus Braunkohle nach Bayern transportiert. Jetzt wurde der Verlauf der Trasse geändert.

Demonstration gegen die geplante Stromtrasse durch den Thüringer Wald: Nun soll der Verlauf der Trasse geändert werden. ZB

Demonstration gegen die geplante Stromtrasse durch den Thüringer Wald: Nun soll der Verlauf der Trasse geändert werden.

BerlinUnion und SPD haben nach Informationen des „Focus“ ihre umstrittenen Stromtrassen-Pläne geändert. Die neue Höchstspannungsleitung von Sachsen-Anhalt nach Bayern soll nun anders verlaufen. Darauf hätten sich die Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Sigmar Gabriel (SPD) geeinigt, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Sonntag auf Anfrage: „Die Gespräche laufen noch.“

Die Höchstspannungsleitung ist eine von drei geplanten Haupttrassen der Energiewende und soll 2022 fertig sein. Vor allem in Bayern und Thüringen hatte es Widerstand gegen die geplante Trassenführung von Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt nach Meitingen bei Augsburg gegeben. Anfangs- und Endpunkt sollen nun dem Bericht zufolge neu festgelegt werden. Dazu werde das sogenannte Bundesbedarfsplangesetz geändert.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer und seine Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatten wiederholt erklärt, dass die Trasse geändert werden müsse. Im Freistaat befürchtet man, dass darüber vor allem Braunkohlestrom aus den Revieren im Osten in den Freistaat fließen könnte. Deshalb soll der neue Anfangspunkt laut „Focus“ jetzt voraussichtlich in Mecklenburg-Vorpommern liegen, weil dort vorwiegend Windenergie erzeugt wird.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) reagierte erleichtert. „Unser konsequenter Widerspruch und unsere Argumente gegen die Nord-Süd-Stromtrasse durch Ost-Thüringen zeigen offenbar Wirkung“, teilte Lieberknecht mit. „Für eine erfolgreiche Energiewende ist diese Leitung durch wertvolle Natur- und Kulturlandschaften nicht erforderlich. Sie würde die Interessen unseres Landes und der Menschen massiv beeinträchtigen.“

Von

dpa

Kommentare (27)

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Herr Holger Narrog

14.07.2014, 19:43 Uhr

Bayerns Industrie, Gewerbe und Haushalte sind auf eine verlässliche Stromversorgung angewiesen. Die umweltfreundlichen Kernkraftwerke hat man in einem ökoreligiösem Delirium abgeschaltet. Der umweltschädliche Windstrom wird gem. der Launen des Wetters eingespeist.
Womit soll denn Bayerns Strombedarf gedeckt werden? Was, wenn nicht Strom aus Braunkohle solldurch die Leitungen fliessen?

Account gelöscht!

15.07.2014, 08:03 Uhr

Für wie dumm wollen uns diese Muppetshow Politiker der Union (CSU/CDU) noch verkaufen!?
Der Anfang soll also nicht in Sachsen-Anhalt sein (Braunkohleland), sondern etwas nördlich davon, in Mecklenburg Vorpommern.
Diese Mehrkosten zwischen Brandburg und Mecklenburg für eine Stromtrasse, die nur als ALIBI herhalten soll, kann man sich sparen! Es wird weiterhin einen Einspeisepunkt für Kohlestrom in Sachsen-Anhalt geben, für diese Nord-Süd Leitung.
Wenn Bayern schlau wäre (das bezweifel ich mit einen Seehofer), dann sollte man die Leitung nach Tschechien ausbauen. Ist auf jedenfall die vernünftigere Lösung!

Herr Rainer Feiden

15.07.2014, 08:30 Uhr

Guten morgen Herr Narrog, hallo Herr Hoffmann,
googeln Sie mal "Nord Stream" und "Stromleitung", oder "Interconnection Kaliningrad Region Power System – German Power System". dann wissen Sie, wofür die neuen Stromtrassen durch Deutschland gebaut werden. Den Bürgern werden hier Märchen erzählt, diese dienten dem Transport von Windstrom, in Wirklichkeit fliesst hier irgendwann russischer Atomstrom durch die Leitungen. Nachdem der "GasGerd" ein Patent erfunden hat, wie man aus Gas "Kohle" machen kann, wird ähnliches wohl auch Mutti gelingen....


Die Welt ist halt sehr einfach. Und schön ist, dass die Leute alles glauben.

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