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17.09.2014

09:39 Uhr

Energiewende

Super-Batterie am Stromnetz

Eine gigantische Batterie ist in Schwerin in Betrieb gegangen. Sie soll zur erfolgreichen Energiewende beitragen: Mit dem Riesen-Akku soll es möglich sein, Öko-Strom zu speichern und witterungsunabhängig zu machen.

Batterien für grünen Strom: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering und der Wemag-Vorstand Thomas Pätzold bei der Einweihung des neuen Riesenspeichers. dpa

Batterien für grünen Strom: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering und der Wemag-Vorstand Thomas Pätzold bei der Einweihung des neuen Riesenspeichers.

SchwerinSauberer Strom aus Wind und Sonne ist wetterabhängig und fließt nicht regelmäßig - deshalb wird an großen Speichern gearbeitet. Der größte Super-Akku Europas ist nach Betreiberangaben am Dienstag in Schwerin ans Stromnetz gegangen. Er soll zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit Hilfe von 25 000 Lithium-Ionen-Akkus sollen in kürzester Zeit Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen und somit die Stromversorgung gesichert werden, teilte der kommunale Energieversorger Wemag als Investor und Betreiber mit. Beim Start war auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) dabei.

Der Bund förderte das rund 6 Millionen Euro teure Projekt in Schwerin mit 1,3 Millionen Euro. Der Batteriepark mit einer Gesamtleistung von fünf Megawatt ersetze bei der Sicherung der Netzstabilität eine 50-Megawatt-Gasturbine. Gabriel hob hervor, dass der Batteriespeicher ohne weitere staatliche Subventionen betrieben werde. „Die Energiewende muss gelingen, ohne dass sie permanent neue Kostensteigerungen auslöst“, sagte Gabriel. Der Batteriespeicher in Schwerin leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Netzstabilität im Sekundenbereich.

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„Die Energieversorgung in Deutschland hat sich geändert. Mit der zunehmenden Einspeisung von witterungsabhängigem Ökostrom aus dezentralen Solar- und Windparks wird der Regelungsbedarf im Netz höher. Mit diesem kraftwerksunabhängigen Speicher sind wir gemeinsam mit unserem Partner Younicos Vorreiter“, erklärte Wemag-Vorstand Thomas Pätzold.

Für die Entwicklung neuer Systeme zur längerfristigen Speicherung überschüssigen Ökostroms sei aber noch ausreichend Zeit, sagte Gabriel. „Vieles klingt logisch. Aber es gibt auch die Sorge um kostenträchtige Entwicklungen und hohe Subventionen“, sagte der Minister. Der Bund unterstütze daher Forschungsprojekte zur Umwandlung von Strom zu Gas oder Wärme. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) erklärte, moderne Akkus und andere Speichertechnologien könnten bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit die Aufgaben von Kohle- und Gaskraftwerke übernehmen. Dies sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, weil weniger fossile Brennstoffe verfeuert werden müssten und so weniger CO2 anfalle.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

17.09.2014, 10:26 Uhr

Nochmal!
So eine Batterie und andere Speichertechnologien bleiben Speicher und sind immer vom jeweiligen Energieträger abhängig. Sonne und Wind sind Energieträger, die zufällig und damit unzuverlässig vorhanden sind. Damit werden die Speicher ebenfalls diese Nachteile einer unzuverlässigen und unwirtschaftlichen Energieversorgung/Erzeugung mit sich bringen. Diese Speicher dienen nur einen, der Profitgier weniger zum Schaden der gesamten deutschen Volkswirtschaft!

Herr Willi Stock

17.09.2014, 10:32 Uhr

"Der Batteriepark mit einer Gesamtleistung von fünf Megawatt ersetze bei der Sicherung der Netzstabilität eine 50-Megawatt-Gasturbine."
Ich gehe mal davon aus, dass dieser Speicher eine Kapazität von 5 MWh besitzt und eine Spitzenleistung von 50 MW; die dann für 6 Min eine Gasturbine von 50 MW ersetzen könnte; hat.
Das für 6 Millionen € mit einer Kapazität von 0,11 Promille der deutschen Pumpspeicherkraftwerke.
Wo sich heute Pumpspeicherkraftwerke schon nicht mehr rechnen, sollen "Riesenakkus" wirtschaftlich sein? Hier hätte ich mir schon ein wenig mehr Fakten gewünscht, aber qualifizierte und fachlich fundierte Beiträge zur Energiewende scheinen in der heutigen Presselandschaft wenig opportun zu sein.

Herr Peter Silberg

17.09.2014, 11:05 Uhr

Was in dem Artikel zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass die Leistung der Batterie auf dem Primärregelmarkt vermarktet werden soll. Eine Gasturbine kann dann auch nur einen Bruchteil ihrer Nennleistung vermarkten, da sie in Betrieb sein muss, um schnell Primärregel-Leistung bereitstellen zu können.

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