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29.09.2013

14:40 Uhr

Entsalzungstechnik

Trinkwasser aus Wind und Sonne

VonAndreas Schulte

Während die Trinkwasserreserven schrumpfen, steigt der Verbrauch. Die Aufbereitung gewinnt so an Bedeutung. Weil sich durch die innovativen Anlagen ein großer Markt erschließen lässt, sind die Ansätze vielfältig.

Wertvolles Nass: Die von Mörk Water Solutions eröffnete Wasserstelle in Chwaka auf Sansibar. Mörk Water Solutions

Wertvolles Nass: Die von Mörk Water Solutions eröffnete Wasserstelle in Chwaka auf Sansibar.

KölnAm Ende hing den Kickern die Lunge aus dem Hals. Die Fußballer beim schwedischen Gothia Cup im Juli liefen deutlich mehr als sonst. Denn sie wollten nicht nur gewinnen, sondern vor allem auch schwitzen. Als Erste testeten sie die "Sweat-Machine" von HVR, einem schwedischen Unternehmen, das Verfahren zur Aufbereitung von Wasser entwickelt. Mit Hilfe spezieller Fasern destilliert die Sweat-Machine aus dem Schweiß der Trikots reines Trinkwasser.

Trinkwasser aus Schweiß? Klingt unappetitlich, doch für Bewohner trockener Regionen könnte eine solche Aufbereitung ein Segen sein.

Noch ist der Ertrag von zehn Millilitern pro T-Shirt für HVR zu wenig, um mit der Sweat-Machine in Serie zu gehen. Ihren Zweck hat die Anlage dennoch erfüllt. Denn als Teil einer Kampagne des Kinderhilfswerks Unicef macht sie immerhin medienwirksam auf den weltweiten Trinkwassermangel aufmerksam.

Laut Unicef haben rund 780 Millionen Menschen keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. Einwandfreies Trinkwasser muss frei sein von Krankheitserregern und soll eine Mindestkonzentration von Mineralstoffen aufweisen. Auch Grundwasser oder das Wasser aus Flüssen und Seen muss erst zu Trinkwasser aufbereitet werden.

Während die Trinkwasserreserven schrumpfen, steigt der Verbrauch. Die Aufbereitung gewinnt so an Bedeutung. Weil sich durch die innovativen Anlagen ein großer Markt erschließen lässt, sind die Ansätze vielfältig. Vor allem mittelständische Unternehmen sind hier erfinderisch. So berät das Land Schleswig Holstein über die Fortführung eines Projekts der Firma Smart Power Electronics.

Dabei wird auf das Dach eines Containers ein Windrad und eine Solaranlage angebracht. Der Strom wird in einer Batterie gespeichert, so dass die angeschlossene Grundwasserpumpe und die Wasseraufbereitungsanlage jederzeit gespeist werden können.

Ebenfalls mit regenerativer Energie funktioniert das System Photoflow des mexikanischen Unternehmens NOS. Dabei wird ein trichterförmiges Solarmodul auf einem Hausdach installiert. Es produziert nicht nur Strom, sondern leitet Regenwasser durch ein Filtersystem in ein Auffangbecken, wo es als Trinkwasser bereitsteht.

Kommentare (2)

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Steinweg

29.09.2013, 16:58 Uhr

Das Wort "filtert" bei Umkehrosmose ist eigenartig, auch die Bewertung von Regenwasser, das gefiltert zu Trinkwasser wird, ist seltsam.Eine Energie-Betrachtung, welche Menge Energie zur Umkehrosmose notwendig ist, waere nuetzlich. Solarenergie erzeugt per se keine Druecke. Regenmengen kann man genauso fehlerhaft einschaetzen wie Windmengen.

Rechner

29.09.2013, 23:34 Uhr

O-Ton Oliver Stock
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Ich möchte es Ihnen möglichst leicht machen, Ihre Meinung hier niederzuschreiben, denn wir bei Handelsblatt Online sehen uns als Plattform für Diskussionen.
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Wirklich?

Und deshalb sind wohl bei den Artikeln "Rechtsruck in Österreich", "Rechtsruck als Weckruf" und "Unsere rechten Nachbarn" die Komnmentarfunktionen abgeschaltet worden.

Selten so gelacht.

Offensichtlich werden unliebsame Kommentare befürchtet - und schon ist Schluß mit der "Plattform für Diskussionen".

...

Ich verstehe ja, daß Sie nicht von den Schergen des BRD-Regimes ins Gefängnis geworfen werden wollen wie der Journalist Axel Möller, der wegen der Veröffentlichung verbotener Meinungen und Leserkommentare zu 30 Monaten verurteilt wurde.

Aber dann sollten Sie die Einschränkungen unter der Sie in der BRD arbeiten müssen auch wenigsten offen zugeben.

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