Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2013

12:43 Uhr

Erneuerbare Energien

EU steht vor Kompromiss im Solarstreit

VonGeorg Weishaupt, Finn Mayer-Kuckuk

Zuletzt kochte der Streit um Billigsolarmodule zwischen China und der EU immer weiter hoch. Nun dürfte eine Einigung bevorstehen. Doch Europas Hersteller wollen diese nicht akzeptieren.

Antidumping-Verfahren um Solarmodule: China und die EU sind bei ihren Gesprächen weitergekommen. dpa

Antidumping-Verfahren um Solarmodule: China und die EU sind bei ihren Gesprächen weitergekommen.

Peking, DüsseldorfChina und die EU stehen vor einer Einigung im Solarstreit. Nach Handelsblatt-Informationen sieht der Kompromiss-Vorschlag vor, dass China pro Jahr Solarmodule mit einer Leistung von sieben Gigawatt nach Europa exportieren darf. Bedingung ist aber ein Mindestpreis von 57 Cent pro Watt.

Im Gegenzug stimmt China zu, dass alle weiteren Exporte einem vorläufigen Antidumpingzoll von 47,6 Prozent unterliegen. Der soll ab 6. August gelten. Bereits seit Juni erhebt die EU Zölle von knapp zwölf Prozent.

Gestern informierte die EU-Kommission die Mitgliedstaaten über den Stand des Antidumping-Verfahrens. Die Entscheidungskompetenz liegt zum jetzigen Zeitpunkt aber bei Handelskommissar Karel De Gucht. Konkrete Zahlen will man in seinem Haus mit Verweis auf die Gespräche nicht kommentieren. Aus Verhandlungskreisen in China war zu hören, dass die Gespräche mit Brüssel auf dem besten Weg seien. Der Außenhandelsverband der chinesischen Elektroindustrie hat seine Mitglieder zum Kompromiss befragt. Einige sollen sich gesträubt haben. Der Verband rechnet jedoch mit der Einsicht der Solarfirmen.

Europas Hersteller, die mit ihrer Initiative "EU Prosun" die Antidumpingklage eingereicht hatten, wollen den Kompromiss jedoch nicht akzeptieren. Die vereinbarten Mindestpreise lägen auf dem selben Niveau wie die heutigen Dumpingpreise, sagte EU Prosun-Chef Milan Nitzschke dem Handelsblatt. "Wir bereiten deshalb eine Klage beim Europäischen Gerichtshof gegen den Kompromiss vor."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×