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12.11.2013

11:27 Uhr

Erneuerbare Energien

Obamas gefährliche Ära des Ethanols

Schon als Präsidentschaftskandidat hat Barack Obama zur Bekämpfung des Klimawandels stark auf Biotreibstoffe gesetzt, gewonnen aus Mais. Daran hält seine Regierung weiter fest. Doch die Umweltbilanz sieht verheerend aus.

Maiskolben: Das Ethanolprogramm sollte auch die Maisfarmer unterstützen. Reuters

Maiskolben: Das Ethanolprogramm sollte auch die Maisfarmer unterstützen.

Corydon/USAIn den Hügeln des US-Staats Iowa hat die Politik von Präsident Barack Obama zur Förderung erneuerbarer Energien deutliche Spuren hinterlassen: braune Einschnitte, wo Regen den Mutterboden weggeschwemmt hat. Verseuchte Bäche, die Düngemittel in die Trinkwasservorkommen tragen. Oder der Friedhof, der in einem Maisfeld aufging. So war es eigentlich nicht gedacht.

Der damalige Präsidentschaftskandidat Obama machte Mais 2007 zu einem Kernstück seines Plans zur Bekämpfung des Klimawandels. Als der damalige Präsident George W. Bush in jenem Jahr ein Gesetz unterzeichnete, demzufolge Ölfirmen ihrem Benzin jährlich Milliarden Liter Ethanol beimischen müssen, sagte er voraus, dass dies die USA „stärker, sauberer und sicherer“ machen werde. Doch die Ära des Ethanols hat sich als viel schädlicher für die Umwelt als von den Politikern prognostiziert und als viel schlimmer als von der Regierung heute zugegeben erwiesen.

Um Mais anbauen zu können, zerstörten Farmer Millionen Hektar Landschaftsschutzgebiete, vernichteten den Lebensraum von Pflanzen und Tieren und vergifteten Wasservorräte, wie Recherchen der Nachrichtenagentur AP ergaben. Zwei Millionen Hektar Land, die unter Naturschutz standen - mehr Fläche als die Nationalparks Yellowstone, Everglades und Yosemite zusammen - wurden unter Obamas Ägide umgewandelt. Landbesitzer legten Feuchtgebiete trocken. Sie pflügten unberührte Prärie um und setzten damit darin gebundenes Kohlendioxid frei. Milliarden Kilogramm Dünger wurden ausgebracht, der zum Teil ins Trinkwasser sickerte, Flüsse verschmutzte und die riesige Todeszone im Golf von Mexiko vergrößerte, in der keine Meerestiere überleben.

Die Folgen sind so gravierend, dass Umweltschützer und viele Wissenschaftler Ethanol auf Maisbasis inzwischen als umweltschädlich einstufen. Doch die Regierung Obama hält daran fest und betont dessen Vorteile für die Agrarindustrie. Im Kampf gegen den Klimawandel nimmt Washington durchaus auch Nachteile alternativer Energien in Kauf. Wenn durch Windparks geschützte Adler ums Leben kommen, wird das im Vergleich zu den Folgen der Erderwärmung als das geringere Übel gesehen. Im Fall von Ethanol will die Regierung die Entwicklung von Biotreibstoffen der nächsten Generation fördern, die eines Tages umweltfreundlicher als die heutigen sein sollen. Doch diese haben die Erwartungen bislang nicht erfüllt.

Kommentare (21)

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HofmannM

12.11.2013, 11:41 Uhr

Klimaschutz und Erneuerbare Energien sind extrem Umwelt-Wirtschafts-und Wohlstandsvernichtend.
Kohle kann man nicht essen und wird sinnhafterweise für die Strom/Energieerzeugung verwendet. Das gleiche gilt für die Energieträger Gas und Uran! Pflanzen sind dagegen Heil- und Nahrungsmittel für den Menschen und Tier! Sonne und Wind sind untauglich für Strom-Energiegewinnung, weil LAUNiSCH und UNZUVERLÄSSIG!

SonneMondundSterne

12.11.2013, 12:16 Uhr

@HofmannM
... Sonne und Wind sind untauglich für Strom-Energiegewinnung ...

Ich halte Ihnen zugute das Sie diesen Unsinn auch wirklich glauben und Glaube ist hier auch das Stichwort, denn mehr ist es auch nicht. Legen Sie ihren Glauben ab, denn dieser schränkt nur unnötig Ihr Sichtfeld ein.

Naturefriend

12.11.2013, 12:19 Uhr

Interessanter Artikel. Die USA sind dabei nicht allein. Auch die durch Beschluss der Grünen (2001) geförderte Biospritproduktion hat riesige Naturräume zerstört, und zwar tropische Regenwälder. In Europa der gleiche Wahnsinn. Alles für nichts und aber nichts: Laut Leopoldina wird nur ca 1% des Sonnenlichts in nutzbare Energie umgewandelt, lachhaft. Und dennoch fabulieren Technikfreaks von den grossen "grassteppen" in Osteuropa die sich nutzen liessen zur Biomasseproduktion. An diesen schlechten Rezepten zur Klimawende, gut gemeint sind sie ja wohl auch nicht, geght die Welt nun noch schneller zugrunde.

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