Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2013

16:03 Uhr

Erneuerbare Energien

Vorn dranbleiben!

Wer hoffte, die Energiewende würde Deutschland ein Beschäftigungswunder verschaffen, hat sich geirrt. Statt die Entwicklung voranzutreiben, streichen heimische Solarfirmen nun Arbeitsplätze. Neue Ideen sind gefragt.

Ein Monteur installiert ein Solar-Panel auf einem Flachdach: Mehr Investitionen in die Forschung statt Entlassungen. ap

Ein Monteur installiert ein Solar-Panel auf einem Flachdach: Mehr Investitionen in die Forschung statt Entlassungen.

Das hat sich BMW-Erbe Stefan Quandt sicherlich anders vorgestellt. Der Großaktionär von Solarwatt musste diese Woche ein weiteres Sparprogramm anschieben. So kürzt der Solarpionier seine Beschäftigtenzahl um fast die Hälfte. Dabei war das Dresdener Unternehmen erst im Frühjahr aus der Insolvenz neu gestartet. Hoffnung keimte.

Solarwatt hat wie manch anderer Konkurrent die Marktentwicklung in Deutschland falsch eingeschätzt. Denn in diesem Jahr schrumpft das Geschäft voraussichtlich auf drei bis vier Gigawatt. Das ist weniger als die Hälfte des Rekordjahres 2012. Und 2014 dürfte es noch einmal rapide abwärtsgehen, erwarten Experten.

Schuld ist die Solarförderung. Zuerst sorgte sie viele Jahre lang für einen Boom bei Herstellern und Installateuren von Solaranlagen. Jetzt schrumpft der Markt im selben Tempo. Und damit schrumpfen auch die Unternehmen, oder sie gehen gleich in die Insolvenz.

Wer geglaubt hat, dass die Energiewende uns ein Beschäftigungswunder beschert, dürfte spätestens jetzt aus seinem Öko-Traum erwachen – und das ist gut so.

Viele Tausend Arbeitsplätze sind neu entstanden. Bei den Herstellern von Solar- und Windkraftanlagen, bei Projektierern großer Ökostromparks sowie bei Handwerksbetrieben, welche die Anlagen aufbauen und betreuen.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rolando

21.09.2013, 01:49 Uhr

Eventuell sollten die sich nur auf die 'intelligente Steuerung' und das engineering von Komplettanlagen konzentrieren, denn nur "Wald und Wiesen" billige Massenware zu produzieren kann China besser.
Genau wie bei Textil, Uhren, Audio-Viedeo, Mobiltelefonen usw ... billige Massenware ist nicht konkurrenzfaehig wenn das in China, Vietnam, Indonesien & Co fuer 2 $ Tageslohn gebaut wird.

Und in China und Japan boomt der Absatzmarkt wieder und die Fabriken (die in den letzten Jahren nicht pleite gingen) sind voll ausgelastet.

http://www.bloomberg.com/news/2013-08-20/trina-joins-sunpower-and-jinko-in-solar-turnararound.html

Aber die deutwschen Solar-Subventionsjunkies sind ja nur auf Lobbyarbeit spezialisiert.

Martindenz

21.09.2013, 07:42 Uhr

Nachdem die Presse als Dienstleister dier grossen Energieversorger die Photovoltaik seit Jahren verteufelt, die Politiker über immer neue Ausnahmegenehmigungen und Zusatzkosten und schlechte Mechanismen das ursprüngliche EEG zum Preistreiber kontakariert haben, die Politiker dem unbegrenzten DUMPING der chinesischen Solarindustrie, unterstützt von der chinesischen Regierung mit Ziel industriemonopol, lächelnd zuschauen und selbst die Grünen, Herr Fell das richtig findet und ein Einschreiten für falsch hält, und die Solarfirmen damit unweigerlich trotz aller Bemühungen pleite gehen, liegt es natürlich nun an der fehlenden Innovationsfreudigkeit! Wir waren Innovationsführer und im Weltmarkt führend. Presse und Politik schaufeln nun der Solarindustrie ihr Grab. Das ganze nennt sich dann Energiewende, wohl wieder hin zu Kohle, Gas, Atom. Die Bevölkerung will jedoch etwas anderes. Die anstehende Wahl kann hier vieles verändern, wenn die richtigen Politiker ( nicht Parteien) gewählt werden. Jeder hat es nun selbst in der Hand.

Brunowsky

21.09.2013, 16:09 Uhr

Wie Handelsblatt-Redakteur Georg Weishaupt in der Print-Ausgabe richtig kommentiert, hat Solarwatt genau das getan: Von der Massenproduktion von Modulen umgeschaltet auf intelligente Solarsysteme für Haus und Gewerbe. Weishaupt: "Insofern ist der neue Stellenabbau (bei Solarwatt) auf den ersten Blick eine schlechte Nachricht. Wenn sich das Dresdner Unternehmen aber wie angekündigt auf hochwertige Komplettanlagen mit intelligenter Steuerung konzentriert, dann gibt es eine Chance fürlangfristiges Überleben." Die Umstellung der Solarförderung von der Netzeinspeisung auf den dezentralen Eigenverbrauch ist der richtige Weg. Pioniere wie Solarwatt müssen zwar noch den Übergang schaffen, aber wenn die Wahlen vorbei sind, sollte es in Sachen Energiewende mehr Klarheit und vor allem keine Rolle rückwärts geben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×