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07.10.2013

10:12 Uhr

Erneuerbare Energien

Wetterprognosen sollen Strompreise stabil halten

Je nach Wetter liefern Wind- und Solaranlagen massenhaft oder fast gar keinen Strom. Das sorgt für heftige Preisausschläge am Strommarkt. Möglichst genaue Wetterprognosen werden deshalb ein immer wichtigeres Geschäft.

Liefert nur Strom, wenn die Sonne scheint: Solarpanel auf einem Hausdach. dpa

Liefert nur Strom, wenn die Sonne scheint: Solarpanel auf einem Hausdach.

EssenEin Goldener Oktober mit Sonnenschein von morgens an oder Herbststürme mit hohen Windgeschwindigkeiten: Das Wetter ist für Deutschlands Versorger und Netzbetreiber viel mehr als ein Konversationsthema. Es bestimmt, wie viel Strom Windparks und Solaranlagen produzieren.

Seit dem enormen Zuwachs der Anlagen auf inzwischen rund 65 Gigawatt installierte Leistung – so viel wie 60 Atomkraftwerke – sind zielgenaue Wetterprognosen zum unentbehrlichen Instrument für die Energiehändler und Netzmanager geworden. Falsche Vorhersagen können viel Geld kosten und sogar die Netzstabilität belasten. Das gilt besonders in den wechselhaften Jahreszeiten wie jetzt im Herbst.

„Wenn zum Beispiel bei bombigem Hochdruckwetter und hohem Sonnenstand auch noch eine Warmfront 15.000 Megawatt Wind draufsetzt, dann sind sie schnell bei 35.000 Megawatt Erneuerbaren“, sagt der Chef der Wetterprognose-Abteilung beim Versorger RWE, Eric Stein. Kommt so viel zusätzlicher Strom überraschend, stürzen die Preise ab, weil die Händler in einen übersättigten Markt verkaufen müssen und die Netze ächzen unter dem schlagartigen Stromzuwachs. „Wenn die Prognose das vorher nicht gesehen hat, dann wird es eng.“

Ein Beispiel war der Tag der Deutschen Einheit: Bei feiertagstypisch geringem Verbrauch sorgte starke Sonneneinstrahlung für bis zu 21 Gigawatt Solareinspeisung um die Mittagszeit. Zugleich verstärkte sich am Nachmittag der Wind bis auf 17 Gigawatt in der Spitze. Die Netzmanager mussten reihenweise konventionelle Kraftwerke abschalten, weil zu viel Strom ins System drängte, berichtet der Geschäftsführer des privaten Prognoselieferanten „Energy & Meteo Systems“, Matthias Lange. Die Preise seien leicht ins Negative gefallen. Das heißt, Käufer bekamen den Strom nicht nur zum Nulltarif, sondern sogar noch Geld für die kostenlose Lieferung dazu. Diesmal war der Markt allerdings gewarnt: Die extreme Erzeugungsspitze sei ziemlich treffsicher vorhergesagt worden, sagt Lange.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

07.10.2013, 11:02 Uhr

"Seit dem enormen Zuwachs der Anlagen auf inzwischen rund 65 Gigawatt installierte Leistung – so viel wie 60 Atomkraftwerke – ..."
Mit 60 Kernkraftwerken hätte man ganz Deutschland mit Strom versorgen können. Mit 65 GW Erneuerbare Energien geht das nicht. Und damit die Betreiber der Erneuerbaren Energien mit ihrem minderwertigen weil stark schwankenden Strom nicht traurig werden, gibt man ihnen etwa 20 Mrd. EUR Subventionen jedes Jahr. Oder?

GregorScharf

07.10.2013, 11:04 Uhr

Haben Sie heute schon herzhaft gelacht? Nein. Dann lesen Sie bitte diesen Beitrag und lassen Sie sich das beschriebene Szenario auf der Zunge zergehen. Meine Bauchmuskeln schmerzen bereits und die Augen tränen einem Wasserfall gleich.
Einen besseren Beweis für das Absurdum "Erneuerbare Energien" und welche Blüten dieser Unfug treibt, kann es nicht geben.
Wann werden die Verantwortlichen Entscheidungsträger endlich auf ihre Zurechnungsfähigkeit hin überprüft? Die gehören allesamt in eine Gummizelle.

vandale

07.10.2013, 11:27 Uhr

Vielfach wird die Ansicht vertreten, dass eine genaue Wettervorhersage den wertlosen Zufallsstrom aus Windmühlen und Solarzellen nutzbar machen würde.

Gem. des obigen Artikels ist, abseits des Bodennebels und des Windes die Wettervorhersage für den Folgetag in 5% unzutreffend. Wenn man die Kraftwerke entsprechend der Wettervorhersage betreiben würde hiesse dies, 1 - 2 Netzzusammenbrüche/Monat.

Auch eine perfekte Wettervorhersage würde nicht verhindern, dass die modernen Grosskraftwerke, vielleicht besser geplant, hoch- und heruntergefahren werden müssen, in kalter, warmer und heisser Bereitschaft gehalten werden müssen.

Vandale

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