Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2013

14:15 Uhr

Erneuerbare holen auf

Kohle ist Stromlieferant Nummer eins

ExklusivDer Anteil von Atomstrom in der deutschen Bilanz sinkt weiter. Während Kohle der wichtigste Lieferant bleibt, holen die Erneuerbaren auf. Grund für die Grünen, von der Regierung auf EU-Ebene mehr Engagement zu fordern.

Die Erneuerbaren holen auf: Windräder drehen sich vor den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks von Vattenfall im brandenburgischen Jänschwalde. dpa

Die Erneuerbaren holen auf: Windräder drehen sich vor den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks von Vattenfall im brandenburgischen Jänschwalde.

DüsseldorfStrom aus erneuerbaren Energieträgern hat Atomstrom überholt und wird immer wichtiger. Der Anteil der Kernenergie an der deutschen Stromproduktion sank im vergangenen Jahr auf 16,1 Prozent. 2010, vor dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima, habe er noch bei 22,4 Prozent gelegen, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Umgekehrt stieg der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der Stromproduktion in dieser Zeit von 16,4 Prozent auf 22,1 Prozent.

Immer noch ist Kohle der wichtigste Stromlieferant: 2012 kamen 44,8 Prozent des deutschen Stroms aus Stein- oder Braunkohlekraftwerken. Auf dem zweiten Platz stehen die Erneuerbaren wie Wind- und Wasserkraft, Biomasse oder Sonnenenergie. Den größten Anteil an den Erneuerbaren hat Strom aus Windenergie – er macht inzwischen 7,4 Prozent der deutschen Stromproduktion aus. Nur wenig trägt bisher Klärgas aus Kläranlagen zur Stromproduktion bei: 2012 wurden rund 1260 Gigawattstunden Strom aus Klärgas erzeugt, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 3,6 Prozent. An der Stromproduktion aus Erneuerbaren hat das Klärgas aber nur einen Anteil von einem Prozent.

Der Strom aus Kernkraftwerken folgt in der Gesamtbilanz auf Platz drei, dabei hatte der Atomstrom 1997 in Deutschland noch den höchsten Anteil. Damals lag er bei 30,8 Prozent, die erneuerbaren Energieträger kamen erst auf 4,4 Prozent. Seitdem ist der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung gesunken. 2011, dem Jahr der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, wurde erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als in Kernkraftwerken erzeugt. Deutschland beschloss den Ausstieg aus der Kernenergie.

„Die Zahlen belegen, dass Atomausstieg und Energiewende Hand in Hand gehen“, sagte Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, gegenüber Handelsblatt Online. „Atomkraft ist eben keine Brücke, sondern eine Blockade.“

Die Bundesregierung müsse ihrer Ansicht nach auch auf EU-Ebene konsequenter zum Atomausstieg stehen. „Sie darf nicht tatenlos zusehen, wenn der ewige Atom-Fan Günther Oettinger neuen Atomkraftwerken den Weg bereiten will.“

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HofmannM

02.07.2013, 15:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

indrich

02.07.2013, 16:37 Uhr

Die EEG-Umlage macht doch alles kaputt. Millionen Bürger ächzen unter der Last der unermesslichen Strompreise. Darum ist keine der Altparteien mehr wählbar. Erneuerbare Energien ja, aber mit höchstens 10 % der heutigen Subventionen. Nach dem Grundgesetz sind alle Bürger gleich zu behandeln, aber warum ist die Industrie gleicher und deren Stromlasten werden auch noch auf die Bürger verteilt? Da kann man keine Altpartei mehr wählen. Die Energiewende der Regierung ist kein Konzept, sondern ein lächerliches und ungerechtes Durcheinander. Nein, danke, ihr Verräter.

Account gelöscht!

02.07.2013, 21:41 Uhr

Der Unermessliche Stromverbrauch macht durchschnittlich 3% deines Jahresbudgets aus! Man kann schon viel erreichen wenn man den Anbieter wechselt (die meisten wissen ja nicht mal welchen Tarif sie haben so bedeutend sind ihre Horrenden Stromkosten). Auch gut ist einfach mal auf der Nutzerseite sparen und den ganzen Haushalt langfristig effizient gestalten.Dort stecken die größten Potentiale zur Stromkostensenkung von allen und es verringert die Umweltauswirkungen gleich mit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×