Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2014

07:46 Uhr

EU-Befragung

Gesundheitsüberwachung per App

Tipps zur Ernährung, den Blutdruck messen oder Entspannungstechniken lernen: Das geht mittlerweile per App auf dem Mobiltelefon oder Computer. Die EU-Kommission denkt jetzt über Regeln für solche Anwendungen nach.

Die EU will wissen, was Mediziner über Gesundheitsapps denken. BIOTRONIK GmbH u. Co. KGPR

Die EU will wissen, was Mediziner über Gesundheitsapps denken.

BrüsselBrüssel stellt Gesundheits-Apps für Computer und Mobiltelefone auf den Prüfstand. Nutzer können sich mit solchen Programmen an die Einnahme von Tabletten erinnern oder Ernährungstipps geben lassen. Die EU-Kommission denkt über Vorschriften für die Anwendungen nach und bittet Bürger und interessierte Gruppen dazu bis zum 3. Juli um ihre Vorschläge, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Verbesserungsbedarf vermutet die Brüsseler Behörde zum Beispiel beim Datenschutz. Denn gerade Informationen zum körperlichen und geistigen Wohlbefinden sind sehr sensibel. Viele Apps können große Mengen an Daten sammeln und weiterverarbeiten, erklärte die Kommission in einem Begleitpapier zu der Befragung. Die Brüsseler Behörde sammelt deshalb Vorschläge, wie die unnötige und unzulässige Weiterverarbeitung von Gesundheitsdaten verhindert werden könnte. Vorschläge zum weiteren Vorgehen könnte die Kommission im Jahr 2015 machen.

Die Behörde verweist allerdings auch auf zahlreiche Vorteile. Im Gesundheitswesen könnten durch die Apps in den kommenden Jahren bis zu 99 Milliarden Euro eingespart werden, so die Hoffnung. „Durch die mobile Gesundheitsversorgung werden weniger teure Krankenhausaufenthalte erforderlich“, teilte die EU-Kommissarin für Digitales, Neelie Kroes, mit. Außerdem achteten die Nutzer stärker auf ihre Gesundheit.

Sogar bei schweren Fällen wie Nierenversagen könnten Apps Hilfe bringen: Ein weiteres Pilotprojekt testet den Angaben zufolge tragbare Dialysegeräte. Sie sind „mit einer persönlichen Nieren-App“ auf dem Handy des Patienten verbunden, die bei schlechten Werten Alarm schlägt. Dieses Projekt wird von der Kommission gefördert.

Allerdings liegen auch Gefahren der Technik auf der Hand. Die Kommission will in ihrer Konsultation zum Beispiel wissen, ob das Datenschutzrecht für die Gesundheitsapps spezielle Regeln treffen muss. Offen ist ferner, welcher Apparat wann als medizinisches Gerät gilt und entsprechenden Anforderungen unterliegt.

Derzeit gibt es nach Angaben der Kommission weltweit etwa 100.000 Gesundheits-Apps. Darunter seien zum Beispiel Programme, die den Blutdruck messen oder Diabetiker bei der Dosierung ihres Insulins unterstützen. Zudem gebe es Apps, die Nutzern helfen sollen, ihr tägliches Sportprogramm durchzuhalten.

Die Behörde sieht im Bereich der Gesundheits-Apps weitere Wachstumschancen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×