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03.09.2013

14:50 Uhr

EU-Energiekommissar

Oettinger will eine Chance für Schiefergas

Die Förderung von Schiefergas ist insbesondere in Deutschland umstritten. EU-Energiekommissar Oettinger hat sich nun für die Methode stark gemacht. Damit könne man auf den wichtigen Gaslieferanten Russland Druck ausüben.

Der EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger: „Haltet die Option offen, die Putin nervös macht.“ dapd

Der EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger: „Haltet die Option offen, die Putin nervös macht.“

KölnEU-Energiekommissar Günther Oettinger hat sich dafür ausgesprochen, der umstrittenen Schiefergas-Förderung in Europa eine Chance zu geben. "Bewahrt Euch die Option", sagte Oettinger am Dienstag auf einer Energiekonferenz in Köln. Die Politik solle Geologen und Ingenieuren ihre Arbeit machen lassen.

Durch die Erschließung neuer Vorkommen könne auch Druck auf den wichtigen Gaslieferanten Russland unter Präsident Wladimir Putin ausgeübt werden. "Haltet die Option offen, die Putin nervös macht", forderte Oettinger.

Die USA haben in den vergangenen Jahren die Förderung von Schiefergas vorangetrieben. Dabei wird durch das sogenannte Fracking Gas mit Hilfe von Wasser und Chemikalien aus dem Gestein gepresst. Die Preise für Gas und auch für Strom sind dadurch in den Vereinigten Staaten deutlich zurückgegangen. In Europa, insbesondere in Deutschland, trifft die Methode auf Widerstand.

Kritiker befürchten, dass die Trinkwasserversorgung gefährdet wird. Bundesumweltminister Peter Altmaier hat erklärt, dass er Fracking in Deutschland in den kommenden Jahren für ausgeschlossen hält. Zudem sei dies gesetzlich nicht geregelt und damit unmöglich.

Oettinger sprach sich dafür aus, die europäische Gasversorgung breit aufzustellen. Die sei auch notwendig, damit die Industrie wettbewerbsfähig bleibe. Unternehmen in den USA müssen für ihren Energiebedarf deutlich weniger als ihre Konkurrenten in Europa zahlen. "Die Industrie hält 50 Prozent höhere Gaspreise durch, 100 Prozent auch, aber nicht das Dreifache." Die deutsche Energiestrategie müsse eine Industriepolitik als Grundlage haben. "Energiepreise in Deutschland werden eine sensible Größe werden", sagte Oettinger.

Von

rtr

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

03.09.2013, 15:10 Uhr

Und da ist es wieder, das Zauberwort, um alles Neue sofort pauschal mieszumachen und zu diskreditieren: "Umstritten".
Ich möchte wetten, hätte es im Jahre 1835 schon so viele mediale Reichsbedenkenträger wie heutzutage gegeben, dann würde in Deutschland keine Eisenbahn fahren.

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03.09.2013, 15:40 Uhr

" Dabei wird durch das sogenannte Fracking Gas mit Hilfe von Wasser und Chemikalien aus dem Gestein gepresst. "

Wie sieht denn das Gestein nach dem Fracking aus? Ist das noch Gestein oder ist das schon Sand? Entschuldigung, ich habe da nicht nur Bedenken wegen des Grundwassers.

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03.09.2013, 16:19 Uhr

Öttinger kann gar nichts - außer (einigermaßen) Schwäbisch.

Wir behalten uns gerne die Option des Fracking vor - das ist genau der Punkt, das Schiefergas läuft nämlich nicht davon. Da kann man ganz in Ruhe abwarten, wie sich diese Technik in den USA bewährt oder was am Ende die Zerstörungen sind und dann nüchtern analysieren. Und schlechter wird die Fördertechnik durch das Warten auch nicht - eher vielleicht sogar umweltfreundlicher.

Die Sache eilt nicht - und es werden weltweit rießige konventionelle Gasfelder entdeckt, z.B. im östlichen Mittelmeer und zwischen Katar und Iran im Persischen Golf.
Da kann man notfalls auch mit LNG-Schiffen den Russen Konkurrenz machen bzw. im Fall Israels wäre es halt etwas besser gewesen, wenn man sich die Verträge nicht von Gazprom vor der Nase hätte wegschnappen lassen. Aber Gas gibt es auch vor Zypern und in Griechenlands Meeresbereich.

Warum die Eile mit dem Fracking? - nur weil ein paar Energiemultis sich die Fracking-Lizenzen für ein Butterbrot und ein Ei unter den Nagel gerissen haben? Die Lobby läßt grüßen, Herr Kommisar!

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