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12.07.2013

06:00 Uhr

EU-Parlament

Ausschuss stimmt für klimafreundlicheren Biosprit

Die Verwendung von Lebensmittelpflanzen in Biosprit soll reduziert werden. Der Umweltausschuss hat entsprechende Pläne der EU-Kommission nun gebilligt. Doch darüber hinaus gehen die Meinungen auseinander.

Tank statt Teller: Biokraftstoffe stehen inzwischen in der Kritik. dapd

Tank statt Teller: Biokraftstoffe stehen inzwischen in der Kritik.

StraßburgIm Europaparlament hat der Umweltausschuss Pläne der EU-Kommission zur Reduzierung der Biospritproduktion aus Lebensmittelpflanzen gebilligt. Eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten sprach sich am Donnerstag dafür aus, dass Biokraftstoffe aus Nahrungspflanzen wie Raps oder Palmöl nur noch 5,5 Prozent des Zehn-Prozent-Ziels der EU für erneuerbare Energien im Transportsektor ausmachen dürfen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisierte das Votum und sprach von einem "faktischen Rückwärtsgang für heimische Biokraftstoffe".

Zugleich forderte der Ausschuss, dass negative Auswirkungen auf das Klima durch so genannte indirekte Landnutzungsänderungen (indirect land-use change, ILUC) - für die Herstellung von Biokraftstoffen - etwa die Rodung von Wäldern oder das Austrocknen von Mooren - ab 2020 in die EU-Richtlinie zur Kraftstoffqualität einbezogen werden. Dies soll Anreize für Investitionen in die Herstellung klimafreundlicher Biokraftstoffe, etwa aus Abfällen der Land- und Forstwirtschaft oder aus Algen, schaffen.

Die Vorlage geht nun ins Plenum, das nach der Sommerpause darüber abstimmen soll. Das Europaparlament ist in der Frage gespalten - der Industrieausschuss hatte sich gegen die Einbeziehung des ILUC-Faktors ausgesprochen.

Nach der Abstimmung im Plenum beginnen die Verhandlungen mit dem Rat, in dem die 28 EU-Staaten vertreten sind. Auch im Rat gehen die Meinungen bisher auseinander. Das Europaparlament hat in der Frage ein Mitentscheidungsrecht. Parlament und Rat müssen sich somit auf eine gemeinsame Position einigen.

Kommentare (3)

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Numismatiker

12.07.2013, 10:41 Uhr

das Wort "Biosprit" ist auch so eine Öko-Lüge.

Bei der Herstellung von Biosprit entstehen bedingt durch den hohen Machinen- und Düngereinsatz (letzterer führt zur Entstehung von Stickoxiden, die viel klimaschädlicher sind als CO2) mehr und gefährlichere Klimagase als durch die Verbrennung von Benzin/Diesel.

Deswegen haben Natuschutz-Organisationen mittlerweile den Begriff "Biosprit" in ihrem Sprachgebrauch durch "Argo-sprit" ersetzt.

pressidentarmedjihad@dynip.name

12.07.2013, 16:58 Uhr

Es gibt Alternativen zu teuerem Biodiesel!

http://www.libertiesalliance.org/wp-content/uploads/2010/12/iranflyer.png

Außerdem kann die Ackerfläche die für den Biodiesel Anbau verwendet wird nicht mehr für die Ernährung der Kinder dienen deren Leben dank beispielhaftem neuem irischen Abtreibungrecht geschützt wurde.

Joerg_Duerre

12.07.2013, 17:08 Uhr

Der Umweltausschuss hat vor allem die Quote begrenzt.

In der EU Richtlinie ist auch die Erfüllung der Quote durch Ökostrom vorgesehen.
Ein Teil, der alle Bundesregierungen geflissentlich übersehen.

Im Moment ist Biosprit seitens der EU freiwillig. Zur Abschaffung reicht bis 2020 ein einfaches nationales Gesetz.

Das eigentliche Problem von Biomassesprit ist die Ineffizienz. Bei der Fähigkeit Sonnenlicht zu sammeln wird Photosynthese von Blattgrün durch Photovoltaikplatten weit geschlagen.
Die Wissenschaftlichen Berater der Bundesrepublik sprechen von ungefähr 40 (vierzig)-facher Ausbeute an Fahrtleistung durch Sonnenstrom von gleicher Fläche.

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