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19.11.2014

15:19 Uhr

Euronext

Frankreich umwirbt Start-ups

VonThomas Hanke

Das französische Wirtschaftsministerium und die Börse Euronext wollen junge Firmen und Investoren zusammenbringen. Start-ups soll so der Schritt an die Börse erleichtert werden.

Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, hier beim Besuch einer Firma für 3D-Brillen: „Die digitale Wirtschaft wird der wichtigste Hebel für unser Wachstum sein.“ AFP

Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, hier beim Besuch einer Firma für 3D-Brillen: „Die digitale Wirtschaft wird der wichtigste Hebel für unser Wachstum sein.“

ParisFrankreich steht vor einem Paradox: Das Land hat aufgrund seiner guten Mathematikausbildung in der Schule eine hohe Zahl ausgezeichneter Informatiker. Die aber arbeiten lieber eher in Kalifornien als in der Heimat. Einer der Gründe dafür ist, dass in Frankreich wie in anderen europäischen Ländern auch junge Tech-Unternehmen große Schwierigkeiten haben, an Eigenkapital zu kommen. Mögliche Investoren, die bereit wären, das Risiko eines Fehlschlags zu tragen, werden davon abgeschreckt, dass es im Erfolgsfall als schwierig gilt, den eigenen Einsatz mit hohem Ertrag zu versilbern.

Enternext, eine Tochter der Börse Euronext, will nun in Zusammenarbeit mit dem französischen Wirtschaftsministerium Abhilfe schaffen. Enternext-Chef Eric Forest kündigte auf einer Konferenz für Start-ups mehrere Schritte an, die technologieintensiven jungen Unternehmen den Gang an die Börse erleichtern sollen – und damit indirekt einen Anreiz für Risikokapitalgeber schaffen, sich bei diesen Firmen finanziell zu engagieren.

Die 320 Technologie-Aktien, die bei Enternext registriert sind, sollen verstärkte Unterstützung erhalten. Dazu zählt Forest eine spezielle Website, eigene Konferenzen, die auf ihre Anliegen zugeschnitten sind, und die Ausweitung der finanziellen Analysen von Morningstar auf das gesamte Segment. Anfang 2015 wird Enternext außerdem ein neues Gütesiegel einführen, das jährlich 50 Klein- und Mittelbetriebe aus dem Sektor verliehen wird. Ein Ausschuss von Experten wird anhand von quantitativen and qualitativen Kriterien die Kandidaten für die Auszeichnung auswählen. Die Sieger erhalten Zugang zu besonderen Dienstleistungen wie Roadshows, die ihnen zu mehr Prominenz und Sichtbarkeit im Verhältnis zu potenziellen Investoren verhelfen sollen.

Schließlich kündigte Forest an, dass Enternext ein Programm starten wird, mit dem noch nicht börsennotierten Start-ups eine Partnerschaft mit Akademikern, Rechtsberatern, Rechnungsprüfern, Medien und Finanzexperten geboten wird. Das soll sie auf einen Börsengang vorbereiten.

Wirtschaftsminister Emmanuel Macron forderte einen „Small Business Act“, ein Gesetz zur Förderung von Kleinunternehmen, wie es in den USA existiert. „Die digitale Wirtschaft wird der wichtigste Hebel für unser Wachstum sein“, stellte er fest. „Doch heute ist die stärkste Bremse für Innovationen ihre ungenügende Finanzierung.“ Das sei der Regierung bewusst. Sie werde alles Nötige tun, um diese Hürde für die Expansion der technologieintensiven Unternehmen zu beseitigen. Im Frühjahr 2015 wird Macron ein Wachstumsgesetz vorlegen, das auf zahlreiche Sektoren zielt.

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