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07.08.2013

06:00 Uhr

Europa-Vergleich

Wo gibt es das teuerste Gesundheitssystem?

Die Gesundheitsversorgung ihrer Bevölkerung lassen sich einige europäische Länder viel Geld kosten. Ein Vergleich zeigt: Ein teures System ist nicht per se schlecht – wenn auch die Leistung stimmt.

Chirurgische Präzisionsarbeit: In der Schweiz sind die Ausgaben pro Kopf am höchsten. dapd

Chirurgische Präzisionsarbeit: In der Schweiz sind die Ausgaben pro Kopf am höchsten.

Es sind die Niederländer, die – gemessen an der Wirtschaftsleistung – am meisten für ihre Gesundheit ausgeben: 2011 waren es 11,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Seit der letzten großen Reform, mit der etwa die gesetzlichen und privaten Krankenkassen in einem Versicherungsmarkt zusammengefasst wurden, sind vor allem die Krankenhauskosten dramatisch gestiegen.

Hinter den Niederländern liegen Frankreich, Deutschland und die Schweiz, mit 11,6 beziehungsweise je 11,3 Prozent des BIPs. Setzt man die tatsächlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf an, dann liegen die Schweizer vorne. Wegen ihres hohen Preisniveaus geben sie jährlich umgerechnet 5 643 US-Dollar für Gesundheit aus.

Schon seit den 1970er-Jahren führen sie diese Liste an – und leben gut damit. Denn das Versorgungsniveau der Bevölkerung ist vorbildlich – anders als in den USA, wo zuletzt sogar 17,7 Prozent des BIP oder 8 508 Dollar pro Kopf für Gesundheit verwendet wurden. Das zeigt: Ein teures Gesundheitssystem ist nicht per se schlecht, aber die Leistung muss eben stimmen.

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Kommentare (5)

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07.08.2013, 06:37 Uhr

Interessant war da am gestrigen Abend zwei Beiträge in den ÖR.
Hier wurden kritsich zum einen die angeblich hohen Kosten zur Entwicklung eines Medikaments hinterfragt (die schlußendich nur halb so hoch sind, wie propagiert)
zum anderen wurden die hohen Operationszahlen angeprangert, die ganz offensichtlich nur der Gewinnmaximierung der Krankenhauskonzerne dienen.

Ganz offensichlich leisten sowohl die Pharmakonzerne wie auch die Krankenhauskonzerne hervorragende Lobbyarbeit um ihren reichen Eignern die gewünschen Profite zu sichern - auf Kosten der Steuerzahler und Patienten - pervers.

Wenn der Patient, wenn ein Menschenleben zur Ware wird. Es wird höchste Zeit, dass auch hier Transparenz in das System einzieht, zum Schutz von Patienten und zum Kostensparen.

gquanz

07.08.2013, 08:41 Uhr

Netter Artikel mit einem kleinen Manko: Im Gegensatz zum Titel wird im Text nichts Substantielles zur Leistungsfähigkeit der Systeme ausgesagt; lediglich die Pauschalaussagen: Schweiz = gut, USA = schlecht. Das sollte nicht das Niveau des Handelsblatts sein. Vorschlag: am 15.8. bringt die WHO ihren neuen World Health Report heraus, der die Effizienz der Gesundheitssysteme vergleicht (Gesundheit, Wirksamkeit, Fairness der Finanzierung - jeweils Niveau und Verteilung; http://www.who.int/whr/en/). Danach wäre ein neuer Artikel sicher sinnvoll und spannend. In früheren Reports zeigte sich z. B., dass das System in Italien effizienter ist als das deutsche.

Frieda

07.08.2013, 10:16 Uhr

Vielen Dank für den Hinweis.

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