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03.04.2014

11:02 Uhr

Exklusiv-Studie des Handelsblatts

Energiewende ohne Schwung

Laut einer Studie des Handelsblatt Research Institutes steht Deutschland bei grüner Energie gut da. In den letzten fünf Jahren hat sich aber im internationalen Vergleich wenig getan. Ein Alarmsignal, sagen die Autoren.

Stillstand: Deutschland hat bei der klimafreundlichen Energieerzeugung in den vergangenen Jahren weniger Fortschritte gemacht als andere Länder. Imago

Stillstand: Deutschland hat bei der klimafreundlichen Energieerzeugung in den vergangenen Jahren weniger Fortschritte gemacht als andere Länder.

DüsseldorfSelten wurde in der Geschichte Deutschlands so oft über Strom geredet wie in den vergangenen Jahren. Seitdem die Bundesregierung die Energiewende eingeläutet hat, ist der Umbau der Infrastruktur eines der wichtigsten Themen des Landes. Doch ist auch viel passiert? Laut einer Studie des Handelsblatt Research Institutes im Auftrag des Industrieunternehmens General Electric (GE) nicht. Deutschland stehe im Vergleich zu anderen Ländern in Sachen klimafreundliche Energieerzeugung zwar auf einem ordentlichen Mittelfeldplatz. Allerdings liege das nicht an den Entwicklungen in den vergangenen fünf Jahren, so das Urteil der Autoren, denn da hat Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern nur wenige Fortschritte gemacht.

Die Studie bietet vor allem zwei neue Ansätze: Erstmals wurden gleich 24 Länder miteinander verglichen und sie orientiert sich an dem „magischen“ Dreieck Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. Also zum Beispiel: Wie teuer ist unser Strom, wie ökologisch wird er hergestellt und wie hoch ist das Risiko eines Stromausfalls. All diese drei zum Teil gegensätzlichen Faktoren zusammenzubringen schaffen vor allem Schweden (Platz 1), Norwegen (Platz 2) und Österreich (Platz 3). Deutschland belegte hingegen nur den achten Platz. Als beste unter den großen Volkswirtschaften schneidet Frankreich ab. Das ist nicht verwunderlich, da Frankreich zum allergrößten Teil bei der Stromversorgung auf Kernkraft setzt - und diese Technologie ist CO2-frei.

HRI-Studie: Wie Deutschland abschneidet

Verkehr

Im Ranking des Handelsblatt Research Instituts belegt Deutschland bei der Ist-Analyse den ersten Platz, die Schweiz folgt auf Platz 2, Platz 3 belegt Österreich. Deutschland verfüge etwa über ein gut ausgebautes Schienennetz und weise im weltweiten Vergleich einen hohen Anteil an Biokraftstoffen aus, heißt es in der Studie.

Unternehmen

In der Beurteilung des Ist-Zustandes im Bereich Unternehmen schneidet Deutschland laut den Autoren der Studie gut ab und belegt den vierten Platz. Spitzenreiter ist die Schweiz, dort verbrauche die Industrie besonders wenig Energie und CO2, außerdem zeichne sich das Land mit einem hohen Anteil an Biomasse an der Energieerzeugung in der Industrie aus, heißt es in der Studie.

Energieerzeugung

Im Bereich Energieerzeugung belegt Deutschland in der Ist-Bewertung den 11. Platz. Auf den ersten Plätzen liegen Österreich (1), Italien (2) und Norwegen (3). Österreich sei im Vergleich Vorreiter bei der Effizienz der Energieerzeugung, zudem habe es einen hohen Anteil erneuerbarer Energien.

Haushalte

Im Bereich Haushalte belegt Deutschland nur den 20. Platz. Brasilien und China sind dagegen auf Rang 1 und 2. Ihre Haushalte verbrauchen besonders wenig Energie.

Wirtschaftlichkeit

In Sachen Wirtschaftlichkeit liegen Kanada und die USA auf den beiden vorderen Plätzen, Deutschland hingegen belegt nur den 19. Platz.

Versorgungssicherheit

Bei der Versorgungssicherheit belegt Deutschland den neunten Platz, kurz hinter Frankreich. Deutschland sei stark von Energieimporten abhängig, urteilen die Autoren. Die Spitzenplätze nehmen Kanada und Norwegen ein.

Die Verfasser hatten sich zum Ziel gesetzt, den Umbau der Energieinfrastrukturen hin zu mehr Klimafreundlichkeit weltweit zu vergleichen – unabhängig von der Technologie, die dahinter steckt. „Der achte Platz Deutschlands beim Niveau-Ranking mag nicht der deutschen Wahrnehmung als Vorreiter der Energiewende entsprechen, ist aber – wenn man genau hinschaut – kein schlechtes Ergebnis“, urteilen die Autoren. Aber: Die Emissionen pro erzeugter Kilowattstunde Strom seien in Deutschland etwa sechs Mal so hoch wie etwa in den USA. „Deshalb liegt Deutschland bei der Energieerzeugung nur auf Rang 14, das hat auch uns überrascht“, sagte Bert Rürup, der Präsident des Handelsblatt Research Institute, bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag in Berlin.

Dass die skandinavischen Länder die ersten Plätze beim Ist-Zustand belegen, sei wenig überraschend, heißt es. Die Länder setzten bereits seit langem auf erneuerbare Energien. Aufgrund der geografischen und geologischen Bedingungen seien dort vor allem Wasser- und Windkraft sowie Biomasse als Energiequellen stark verbreitet. Norwegen nutze allerdings so gut wie keine Sonnenenergie.

Laut der Studie erzeugt das Land aber bereits 98 Prozent seiner Energie aus regenerativen Quellen, Schweden immerhin 50 Prozent. Die Erhebung zeigt auch die unterschiedlichen Strategien der Länder auf. So setzen Österreich und die Schweiz vor allem auf Wasserkraft.

Kommentare (48)

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03.04.2014, 11:20 Uhr

In Deutschland haben wir aber kein Zieldrei- sondern ein Fünfeck! 1. keine Atomkraft 2. Zerschlagung von 'bösen' Energiekonzernen - erst dann folgen die weiteren Ziele. Das klingt nach quadratur des Kreises? Ja, darum klappts auch nicht..

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03.04.2014, 11:25 Uhr

Dieses dumme Gerede von "grüner Energie" ist kaum noch zu ertragen.
Macht sich mal einer Gedanken über die Produktions und Betriebskosten, über die Entsorgung und die Umweltverschandelung und Zerstörung ? Windkrafträder und Staudämme - etwas dümmeres fällt diesen Menschen bestimmt auch noch ein.
Die Pläne zur Nutzung von FREIER ENERGIE existieren - unter Verschluss !!!
Aber die Menschen halten das für nicht wahr und nicht möglich - wie so vieles andere....
Also weiterschlafen und alles den Bach runtergehen lassen ist wohl die Devise......

Account gelöscht!

03.04.2014, 11:27 Uhr

Die Energiewende wird durch eine Zwangsabgabe von der Bevölkerung finanziert. Die Gewinner sind nur die Investoren. Die Arbeitsplätze die enstehen werden entsprechend bei den Stromversorgern abgebaut. Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr gegeben. Der Klimawandel wird dadurch nicht beeinflußt.

Kein Land wird uns diesen Blödsinn nachmachen!

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