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13.03.2014

06:00 Uhr

Extra Tonspur

Fernsehen für Schwerhörige

Menschen, die schlecht hören, haben oft wenig Freude beim Fernsehen. Vor allem bei Spielfilmen lenkt die Hintergrundmusik vom gesprochenen Wort ab. Eine kleine Erfindung könnte hier helfen.

Problem für Schwerhörige: Wenn sie den Ton lauter stellen, werden bei Spielfilmen auch die Hintergrundgeräusche lauter. Eine eigene Tonspur für das gesprochene Wort würde Abhilfe schaffen. dpa

Problem für Schwerhörige: Wenn sie den Ton lauter stellen, werden bei Spielfilmen auch die Hintergrundgeräusche lauter. Eine eigene Tonspur für das gesprochene Wort würde Abhilfe schaffen.

Dr. Reinhard Bender (70), Hals-Nasen-Ohrenarzt aus Velbert

 Die Menschen werden heutzutage immer älter und viele ältere Menschen hören nicht mehr so gut. Beim Fernsehen können sie die Nachrichten, den Wetterbericht oder einen Kommentar zwar noch gut verstehen. Schwieriger wird es bei Spielfilmen. Denn Geräusche und Musik im Hintergrund lenken vom gesprochenen Wort ab.

Besonders fremdsprachige Filme mit deutschen Synchronsprechern sind eine Herausforderung. Der Zuschauer mit Hörproblemen kann den Schauspielern nicht das gesprochene Wort vom Mund ablesen. Hinzu kommt: Im Verhältnis zur Hintergrundmusik werden die Synchronstimmen der Schauspieler meist viel zu leise eingespielt.

Schwerhörige Menschen verstehen so beim Sehen eines Spielfilms im Fernsehen rein akustisch vieles nicht oder falsch und es vergeht ihnen die Freude am Fernsehen. Das ist schade, denn es gäbe eine Lösung: An einem  Fernsehgerät müsste man die Lautstärke von Sprache und Musik getrennt voneinander einstellen könne. Dafür müsste der Film dann allerdings auch zwei Tonspuren haben: die eine für Sprache, die andere für Musik.“

 Haben Sie auch eine Idee, eine Erfindung, eine Vision für die Zukunft? Teilen Sie sie uns mit unter der E-Mail-Adresse erfindung@handelsblatt.com.

Kommentare (1)

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13.03.2014, 08:40 Uhr

Lieber Herr Bender, ich denke, daß man einen anderen Ansatz zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit wählen sollte: zuerst eine sorgfältigere, transparentere Mischung durch Absenkung der Hintergrundgeräusche, dem Weglassen synthetischer Athmo-Schleifen. Das würde nicht nur den Hörgenuß für Schwerhörige verbessern. Zukünftig dürfte mit dem Einsatz spezieller psychodynamischer Filter ( siehe RX by Izotope.com, Unveil by zynaptiq.de oder sony spectralayers ) eine individuellere Einstellung bzw. Presets zur Erhöhung der individuellen Verständlichkeit erreicht werden. Vielleicht könnte man auch einen Abgleich von Hörkurven der Hörgeräte mit den Parametern der Unterhaltungsgeräte durch einen Hörgeräte-Akustiker über den Gebrauch von USB-Sticks etc... In der professionellen Tontechnik sind diese Entwicklungen längst im Einsatz, ebenso in der Automobiltechnik - die Unterhaltungsgerätehersteller haben diesen riesigen Markt wohl bisher verschlafen. Anregungen meinerseits ( um eine vielleicht bald bevorstehende altersbedingte Schwerhörigkeit zu mildern oder herauszuzögern ) wurden m.W. bisher nicht aufgenommen....

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