Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.12.2014

09:28 Uhr

Fehlende Investitionen

Europas Firmen hinken bei Forschung hinterher

VonThomas Ludwig

Fehlende Investitionen bremsen Innovationen in Europa aus – dabei sind es gerade Forschung und Entwicklung, mit denen sich Europa behaupten kann. Der Konkurrenz aus Asien hinkt Europa bei den Ausgaben für Forschung hinterher.

Mehr investieren: Mit Forschung kann sich Europa gegen die internationale durchsetzen. dpa

Mehr investieren: Mit Forschung kann sich Europa gegen die internationale durchsetzen.

BrüsselEs ist wie beim ungleichen Wettkampf zwischen Hase und Igel: Europas Unternehmen treiben Forschung und Entwicklung zwar voran, doch die Konkurrenz sowohl aus den USA wie auch aus Japan und Südkorea ist immer ein gutes Stück voraus – wie es scheint uneinholbar. „Europa droht ins Hintertreffen zu geraten“, warnt EU-Forschungskommissar Carlos Moedas. Das Problem liege vor allem aufseiten privater Investoren. Hier müsse Europa gegensteuern.

Tatsächlich sind die Investitionen von in der EU ansässigen Unternehmen in Forschung und Entwicklung (FuE) im Jahr 2013 gerade mal um 2,6 Prozent gestiegen; das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber fast sieben Prozent im Vorjahr. Der Anstieg der Forschungsinvestitionen bleibt damit deutlich unter dem weltweiten Schnitt von 4,9 Prozent. Und es sieht nicht nach Besserung aus. Sowohl in den USA wie auch in Japan erhöhten die Firmen ihre Ausgaben für Innovationen um mehr als fünf Prozent.

Das ist das Ergebnis des am Donnerstag von der EU-Kommission vorgestellten „Anzeigers für FuE-Investitionen der Industrie 2014“. In ihm analysiert die Brüsseler Behörde das Investitionsverhalten der 2.500 weltweit größten Unternehmen. Während in der EU ansässige Unternehmen rund 162,4 Milliarden Euro in Innovation pumpten, gaben US-Firmen rund 193,7 Milliarden Euro dafür aus, die japanischen Unternehmen waren mit 85,6 Milliarden Euro dabei.

Bereits vor wenigen Tagen hatte der für Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Jyrki Katainen, im Handelsblatt-Interview davor gewarnt, dass Europa das selbst gesteckte Ziel, bis spätestens 2020 drei Prozent des BIP für Innovation auszugeben, wohl nicht erreichen werde. Während die EU nach Auskunft von Forschungskommissar Moedas immer noch bei rund zwei Prozent dümpelt, sind die USA mit 2,8 Prozent, Japan mit 3,8 und Korea mit rund vier Prozent klar auf Innovationskurs.

Ohne die deutschen Autobauer sähe die Realität in Europa noch bescheidener aus. Denn allein ein Viertel der FuE-Gesamtaufwendungen der im Report erfassten Unternehmen entfällt auf den Automobilsektor, in dem die Investitionen um 6,2 Prozent stiegen. Die tragenden Säulen: Volkswagen, Daimler und BMW. Sie liegen innerhalb der EU bei FuE-Investitionen an der Spitze.

In den Branchen Pharma, Bio- und High Tech sowie Software und Computerdienstleistungen indes liegen die Europäer weit abgeschlagen hinter den Amerikanern. Nicht zum ersten Mal machen die Experten in Brüssel eine fehlende Risikobereitschaft bei Europas Unternehmen aus.

Mit dem jüngst vorgestellten Investitionsprogramm versucht die EU nun gegenzusteuern. Rund 21 Milliarden Euro aus europäischen Töpfen sollen über drei Jahre Investitionen von bis zu 315 Milliarden Euro freisetzen. Privates Engagement in risikoreichere Projekte wird mit Hilfe von Steuergeldern abgesichert. „Mit unserem Investmentprogramm erhöhen wir die Feuerkraft des ‚Horizont 2020‘-Programms für Innovation“, gibt sich Kommissar Moedas zuversichtlich. Mit FuE-Investitionen in Höhe von 11,7 Milliarden Euro war der deutsche Autobauer Volkswagen das zweite Jahr in Folge weltweit Spitzenreiter. An zweiter Stelle steht Samsung (Südkorea), gefolgt von Microsoft und Intel (USA).

Forschungszentrum Garching

Große Forscher mit großen Ideen

Forschungszentrum Garching: Große Forscher mit großen Ideen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

08.12.2014, 09:51 Uhr

Wenn EU-Deutschland seit Jahren von einer Öko-Sozialistischen Ideologie von Energiewende über CO2 Verteufelung bis hin zu richtigen Bioernährung diktiert worden ist, dann ist es kein Wunder, wenn die Reale Markt-Wissenschaft an Deutschland vorbeizieht und das Öko-sozialistische EU-Deutschland weiter in das vorindustrielle Arbeiter und Bauernzeit zurück fällt.
Statt in die Energiezukunft der Kernkraft zu investieren, investiert die EU-Deutsche Ökosozial Politik in die mittelalterliche Energieerzeugung mit Windmühlen und Solarparks. Einfach nur LÄCHERLICH!
Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug danach folgt der Mangel und zum Schluss befinden wir uns in der grün-sozialistischen geschaffenen Armut/Ideologie!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×