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28.08.2013

10:11 Uhr

Fehler bei der Energiewende

Umweltminister Altmaier kritisiert die Wirtschaft

VonGeorg Weishaupt

Die Fehler bei einigen Projekten „gefährden die Akzeptanz der Energiewende“, so der Bundesumweltminister. Gleichzeitig sprach er sich für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus.

Bundesumweltminister Peter Altmaier: „Fehler gefährden die Akzeptanz“ EUROFORUM, Dietmar Gust

Bundesumweltminister Peter Altmaier: „Fehler gefährden die Akzeptanz“

BerlinBundesumweltminister Peter Altmaier geht mit der Wirtschaft hart ins Gericht. "Wenn es darum geht, Projekte zur Energiewende zu realisieren, werden zum Teil Fehler gemacht", sagte Altmaier auf der Handelsblatt-Tagung "Erneuerbare Energien 2013" in Berlin. "Sie gefährden die Akzeptanz der Energiewende."

Er bezog sich auf den Windpark "Riffgat" in der Nordsee. Der ist zwar fertiggestellt, er kann aber keinen Strom liefern, weil ein Teil der dafür notwendigen Leitungen zum Festland noch fehlt. "Man hätte doch zuerst die Leitungsprobleme im Meer klären und dann erst die Gondeln der Windräder montieren können", monierte er.

Trotzdem bekannte er sich zum Ausbau der Offshore-Windenergie. "Und wir haben die verdammte Verantwortung, dass dies zu einem Erfolgsprojekt wird", erklärte er.

In der Öffentlichkeit wächst die Kritik an den Meerwindparks. Sie seien teuer und risikoreich. An Land, sagt etwa Matthias Willenbacher von der Ökostrom-Gruppe Juwi, sei der Strom günstiger zu produzieren.

Altmaier räumte ein, dass es beim weiteren Ausbau von Solar- und Windenergie stärker um die kostengünstige Stromproduktion gehen müsse als in der Vergangenheit. Er sprach sich für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aus. Wie die konkret aussehen soll, ließ er jedoch offen. Er strebe nach der Wahl "eine parteiübergreifende Lösung" an. Er machte aber klar, dass bestehende Solaranlagen nicht mit nachträglichen Kürzungen der Förderung rechnen müssten. Als Altmaier vor einigen Monaten die sogenannte Strompreis-Bremse einführen wollte, sah er das noch anders. Die massive Kritik von Investoren ließ ihn davon abrücken.

Der Bundesumweltminister will den Wildwuchs an Solar- und Windparks im Lande stoppen. Er macht sich deshalb für eine "nationale Ausbaukonzeption" stark, die zwischen den Bundesländern abgestimmt wird.

Rainer Baake, Geschäftsführer der Agora Energiewende, forderte ein Umdenken beim künftigen EEG: "In den vergangenen Jahren ging es darum, die neue Technologie zu fördern." Jetzt müsse ein neues Marktdesign entwickelt werden, um die erneuerbaren Energien in das übrige Energiesystem einzupassen. Mehrere Teilnehmer der Diskussion warnten vor einem nationalen Alleingang Deutschlands. "Es ist wirtschaftlich sinnvoller, mit unseren Nachbarländern über neue Modelle zu sprechen", sagte Carsten Rolle, Abteilungsleiter Energie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie BDI.

Unabhängig davon, wie das neue EEG aussehen werde, sei es vor allem wichtig, "eine ehrliche und offene Debatte zur Bezahlbarkeit der Energiewende zu führen", meinte Boris Schucht, Chef des Netzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH aus Berlin. Sonst werde Deutschland "Schiffbruch erleiden".

Kommentare (9)

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vandale

28.08.2013, 10:27 Uhr

Es wäre besser wenn er sich den Spiegel selbst vor das Gesicht halten würde.

Wenn der Staat Rahmenbedingungen setzt und ein enormes Füllhorn an Subventionen ausschüttet, dann orientieren sich die Unternehmen daran. Beispielsweise hat Siemens in den 70er und 80er Jahren umeltfrundliche Kernkraftwerke hergestellt, heute Meereswindmühlen.

Bei den Meereswindmühlen wäre es konsequent gewesen, beispielsweise die Subventionssätze auf 21c/kWh festzulegen und die Ersteller der Meereswindmühlen zum Netzanschluss zu verpflichten. Um die Subventionssätze nicht zu extrem erscheinen zu lassen hat man die Netzbetreiber verfplichtet den Anschluss an das Netz zu schaffen. Diese haben kein besonderes Interesse an enormen Kosten die ihnen für den wertlosen Zufallsstrom entstehen. Die Kosten werden dann an den Verbraucher in Form von Netzkosten und nicht in der sichtbaren EEG Umlage weitergereicht.

Vandale

Optimist

28.08.2013, 10:29 Uhr

Man hätte ja auch erst ein Konzept haben können und dann die Kernreaktoren abschalten bzw. eine sogenannte Energiewende Schritt für Schritt einleiten. Erst das Haus abreissen und dann feststellen das man kein Wohnzimmer mehr hat. Die Schuld gibt man dann dem Abrissunternehmen.

Keine Ahnung von realwirtschaftlichen Zusammnhängen, aber immer rumwurschteln und sich einmischen. Die Kosten dann auf den unschuldigen Bürger abwälzen.

Es wird Zeit daß wieder Sachverstand regiert. Die Realitätsferne der Volksvertreter ist erschreckend. 22September ist Wahltag. Hoffentlich kriegt die AfD 50%

HofmannM

28.08.2013, 10:42 Uhr

Der Altmaier hat selbst keine Plan aber schimpft gleich auf die Wirtschaft ein! Diese diktierte Energiewendepolitik der CDU/CSU hat doch erst zu diesen irrsinnigen Kostensteigerungen auf der Stromrechnung geführt. Das asoziale und perfide EEG ist doch ein Gesetz, dass diese Politiker von CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNE und Linke ALLE mit HURRA verabschiedet und uns Bürger aufgezwungen haben! Jeder Vernunft und Verstand Mensch hat auf den ersten Blick gesehen, was dieses EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) in Wirklichkeit ist. Ein Abzockgesetz für die sog. Erneuerbare Energiebranche. Bürger zocken damit Bürger ab und zum Schluss zockt sich ganz Deutschland damit in eine neue Armuts- und Mangelgesellschaft. Und das ist das PERFIDE an diesen EEG! Das Asoziale ist, dass die steigenden Stromkosten durch diese EEG-ZWANGSABGABEN-ABZOCKER GESETZ der kleine Mann/Frau in der deutschen Gesellschaft zu tragen hat. Hinzu kommt die irrsinnige Energieinsparverordnung der Politik. Diese verteuert die Mieten. Somit werden nicht nur die Mietnebenkosten (Strom/Wärme) durch die Politik einer Energiewende/CO2-Klimawandel Glauben immer mehr ansteigen, sondern auch die Mieten (Dämmverordnung)! CDU/CSU bekommen somit NICHT mehr meine Stimme. Ich werde diesmal die AfD (Alternative für Deutschland) wählen. Vernunft und Verstand müssen endlich wieder in den Deutschen Bundestag einziehen! Danke!

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