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15.04.2014

06:00 Uhr

Feingold Technologies

Stress im Job managen

VonKirsten Ludowig

Stress am Arbeitsplatz belastet nicht nur die Einzelperson, sondern das ganze Unternehmen. Eine App soll Abhilfe schaffen: Die Technologie analysiert die Stimme und hilft entspannen. Mit der Idee geht das Startup ins Silicon Valley.

Die Stimme verrät den Stresspegel. dpa

Die Stimme verrät den Stresspegel.

San FranciscoStress kennt jeder, vor allem im Job. Im Kampf gegen den Druck, der nicht nur den Menschen und seine Gesundheit, sondern auch das Unternehmen und sein Geschäft belastet, lassen sich Arbeitgeber einiges einfallen: Sportkurse, Yoga, Massagen. „Es weiß aber keiner, ob und wie viel diese Angebote langfristig helfen“, sagt Erik Feingold, Chef von Feingold Technologies. „Unsere Technologie misst objektiv, wie gestresst jemand ist. Zudem empfiehlt sie – basierend auf der Ursache, etwa Angst oder Verärgerung – individuelle Entspannungsübungen.“ Das soll Mitarbeitern helfen, ihren Stress zu managen, die mentale Haltung zu stärken und leistungsfähiger zu werden.

Der Amerikaner mit deutschen Wurzeln hat Feingold Technologies 2010 als Schwesterunternehmen der schon länger bestehenden Gold-Gate GmbH mit vier Partnern in Unterföhring bei München gegründet. Die Technologie, die das rund 20-köpfige Team anbietet, basiert auf der Untersuchung einer Vielzahl von Merkmalen in der Stimme wie Frequenzmustern.

Das Ergebnis wird über mehrschichtige Algorithmen ausgewertet und abgeglichen mit einer Datenbank, in der Dialoge aus 1,4 Millionen Situationen – Verkaufsgespräche, Reklamationen, Präsentationen - hinterlegt sind. Mithilfe von künstlicher Intelligenz werden Tipps zum Stressabbau vorgeschlagen. Die Plattform läuft über den Tablet-PC oder das Telefon. Analysiert werden können echte Gespräche im Berufsalltag oder zu Übungszwecken simulierte.

„Die Technologie eignet sich speziell für Unternehmen mit ausgeprägter mittlerer Führungsebene und großen Vertriebsmannschaften, auch mit häufigem Kundenkontakt“, erklärt Feingold. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom hat er eine App namens „Stress Manager“ entwickelt. An seiner Wahlheimat Deutschland schätzt Feingold „die Verbindlichkeit und Detailtreue bei der Einführung neuer Ideen und Technologien“.

Nachdem Feingold in den vergangenen Jahren Dax-Konzerne wie den Autobauer BMW und die Deutsche Post oder den Pharmahersteller MSD von seiner Technologie überzeugen konnte, will der 43-Jährige nun ein eigenes Team in den USA aufbauen. „Die Unternehmen und die Menschen im Silicon Valley messen der mentalen Stärke als Faktor zur Steigerung von Leistung und Wohlbefinden deutlich mehr Bedeutung bei“, hat Feingold gelernt. Aber: „Auch in Deutschland wächst der Trend.“

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