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07.10.2013

11:06 Uhr

Fettleibigkeit

„Adipositas ist eine Krankheit des Gehirns“

In Deutschland leiden viele junge Menschen an Fettleibigkeit. Gelenkprobleme, Atemaussetzer oder Altersdiabetes sind oft die Folgen. Die Adipositas Gesellschaft fordert deshalb, Übergewicht als Krankheit anzuerkennen.

Adipositas: Fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung ist davon betroffen. dpa

Adipositas: Fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung ist davon betroffen.

HannoverIn Deutschland leiden vermehrt Männer und junge Erwachsene unter extremem Übergewicht. „Insgesamt ist fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung adipös“, sagt Martina de Zwaan, Kongresspräsidentin der Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft, welche vergangenes Wochenende in Hannover stattfand. Laut der Professorin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie bringe das starke Übergewicht medizinische und psychologische Probleme mit sich.

Von Adipositas spricht man ab einem Body Mass Index (BMI) von 30. Bei einer Größe von 1,70 Meter wären das 86,5 Kilogramm. Mit dem BMI wird das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht dargestellt, indem man das aktuelle Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Mit einem BMI zwischen 25 und 30 gilt ein Mensch als übergewichtig, ab 30 als fettleibig (adipös).

Fachleute fordern die Krankenkassen auf, Adipositas endlich als Krankheit anzuerkennen, so dass die Betroffenen bei der Kostenübernahme nicht auf Einzelfallentscheidungen angewiesen seien. „Adipositas ist eine Krankheit des Gehirns, nicht ein Lebensstil-Phänomen“, betont der Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft, Martin Wabitsch.

Der Professor vom Universitätsklinikum Ulm ist Koordinator des Kompetenznetzes Adipositas. In dem vom Bundesforschungsministerium mit zwei Millionen Euro geförderten Projekt bekommen Jugendliche mit schwerem Übergewicht Hilfsangebote. „Unser Ansatz ist nicht die Gewichtsreduktion, sondern die Verbesserung der psychosozialen Situation“, erläuterte Wabitsch. Mädchen und Jungen, die 150 Kilogramm und mehr wiegen, hätten oft eine schlechtere Lebensqualität als Krebskranke. „Sie finden keinen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Sie finden keinen Partner. Sie sind zunehmend isoliert.“

Kommentare (8)

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Numismatiker

07.10.2013, 12:02 Uhr

Ihr Kommentar:
"Mit einem BMI zwischen 25 und 30 gilt ein Mensch als übergewichtig, ab 30 als fettleibig"

Der BMI hat nichts mit kranksein zu tun. Krank lediglich sind diejenigen, deren Leber überfettet sind. Das betrifft ca. 1/3 aller Schlanken und ca. 2/3 aller "Dicken". Alle anderen sind gesund.

Fettleibigkeit generell als Krankheit zu bezeichnen ist demnach nichts anderes als geniale Lobbyarbeit.

Account gelöscht!

07.10.2013, 13:10 Uhr

Schlage vor Geldgier auch als Krankheit anzuerkennen.
Man stelle sich das "Krankheitspotential" vor, das man da bedienen könnte.

Die spinnen die ...

DEUFRA2011

07.10.2013, 13:23 Uhr

[...] Von wegen Krankheit. Was sie nicht in den Mund stopfen, das finden sie auch nicht auf den Hüften. [...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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