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01.10.2013

10:12 Uhr

Fitness-Industrie

Schwitzen wie Madonna

VonThomas Mersch, Stefan Merx

Madonna macht Geld nicht nur mit Musik. Der Popstar betreibt auch weltweit Fitnessstudios, demnächst auch eines in Berlin. Das Geschäft mit dem Körperkult wirft hohe Renditen ab – und lockt Unternehmen und Investoren.

Sängerin und Fitnessketten-Besitzerin: Madonna Reuters

Sängerin und Fitnessketten-Besitzerin: Madonna

KölnSchwitzen wie Madonna – für echte Fans der Pop-Ikone ein Traum. In Berlin wird er jetzt wahr. An diesem Montag eröffnet dort die erste deutsche Dependance der Kette Hard Candy Fitness (HCF), die die Sängerin mit den Finanzinvestoren New Evolution Ventures gegründet hat. Für knapp 100 Euro im Monat gehen Mitglieder nach dem markenrechtlich geschützten Motto „Harder is Better“ an ihre Grenzen.

Berlin ist der achte Standort weltweit – zum Netzwerk zählen bereits Sydney, Moskau und Toronto. Ob Schwimmbad oder Übungsraum, Madonna-Porträts zieren die Wände. Die 55-Jährige soll das Hüpf- und Dehnprogramm „Addicted to Sweat“ selbst täglich durchziehen.

Die größten Fitnessstudio-Ketten in Europa

McFit

Mitglieder 1.200.000
Hauptsitz: Deutschland

Quelle: Deloitte

Health City International

Mitglieder: 680.000
Hauptsitz: Niederlande

Virgin Active

Mitglieder: 590.000
Hauptsitz: Großbritannien

Health & Fitness Nordic

Mitglieder: 528.000
Hauptsitz: Schweden

David Lloyd Leisure

Mitglieder: 481.000
Hauptsitz: Großbritannien

Lizenznehmer im deutschsprachigen Raum ist die Jopp AG, geführt von Ralf und Jürgen Jopp. Die Brüder betreiben in Berlin acht Fitness-Studios für Frauen und planen drei weitere. Selbst halten sie von den schweißtreibenden Übungen wenig. „Wir sind Genussmenschen und achten besonders darauf, fit im Kopf zu bleiben“, sagt Jürgen Jopp. Die Renditen veranschlagt er auf zehn bis 30 Prozent. „Wobei zehn Prozent eher dem Discounter zuzurechnen sind.“

Der HCF-Club auf einem früheren Militärgelände in Zehlendorf soll der Ausgangspunkt für eine rasche Expansion sein. Mindestens drei weitere Standorte wollen die Jopps in Berlin aufmachen – 35 sollen es im Lizenzgebiet werden. Niels Gronau, Senior Manager der Wirtschaftsprüfung und Beratung Deloitte, lobt den Schulterschluss zwischen der Sängerin und den Fitnessprofis: „Es ist ein cleverer Ansatz, in regionalen Märkten Experten als Partner zu haben.“

Verstärkt bringen internationale Unternehmen das Gewerbe unter Kontrolle. „Fitness wird zunehmend ein globales Geschäft“, sagt Gronau. Am Umsatz gemessen die Nummer eins in Europa ist heute die vom britischen Glam-Unternehmer Richard Branson gegründete Virgin Active. Der zyprische Easyjet-Besitzer Stelios Haji-Ioannou ist dabei, die Marke Easygym aufzubauen. Auch Finanzinvestoren haben die Fitnessbranche als lohnendes Ziel ausgemacht – und verhelfen einigen Ketten zum nötigen Kapital für eine beschleunigte Expansion.

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