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27.01.2014

09:49 Uhr

Fitnesscheck

Der Tacho am Körper

Puls, Herzfrequenz und Laufschritte direkt am Körper messen und übers Smartphone abrufen. Immer mehr Menschen wollen wissen, wie aktiv und gesund sie sind. Fitnessbänder, Sensoren an T-Shirts und Brillen geben darüber Auskunft.

Wie schnell bin ich? Die Deutschen wollen immer fitter sein und vor allem ihre Leistung messen. AFP

Wie schnell bin ich? Die Deutschen wollen immer fitter sein und vor allem ihre Leistung messen.

Für Tobias W. war es am Anfang nur einer kleiner Gag, den ihm seine Frau vor einem Jahr in New York schenkte. Mittlerweile trägt der begeisterte Läufer das schwarze Armbändchen fast jeden Tag, oft rund um die Uhr. Wenn er durch den Park joggt oder einfach zum Auto geht, gibt es ihm Auskunft über die Zahl seiner Schritte. „Und wenn ich mein Tagesziel verfehle, sagt es mir 'Lauf noch mehr, Du bist zu faul!'“

Immer mehr Menschen messen direkt am Körper ihre persönliche Fitness und erstellen online daraus ihre Trainingsprogramme. Die Industrie hat den Trend längst erkannt. Mittlerweile gibt es nicht nur Armbänder mit übertragbarer Messfunktion. Auch Brillen, T-Shirts und Uhren mit speziellen Sensoren sind im Angebot – ein Riesengeschäft. Umsatzzahlen werden aber nicht genannt.

„Nike war quasi der Vorreiter. Es gibt kaum noch einen namhaften Hersteller, der nicht auf den Zug aufgesprungen ist“, berichtet Christian Stammel, Chef der Wearable Technologies AG, der weltweit führenden Plattform für tragbare Technologien. „Wir haben am Auto oder Fahrrad einen Tacho, aber am Körper hatten wir lange gar nichts.“ Vor gut 13 Jahren habe es angefangen, als ein T-Shirt mit EKG-Messfunktion entwickelt wurde. Mittlerweile werde der Markt überschwemmt von einer Vielzahl von Produkten. „Einen wichtigen Schub gab es durch die Smartphones“, sagt Stammel.

„Fitbug Orb activity trackers“ bei der International Consumer Electronics Show in Las Vegas: Wer Fitness-Messer trägt, zeigt, dass er up-to-date ist. ap

„Fitbug Orb activity trackers“ bei der International Consumer Electronics Show in Las Vegas: Wer Fitness-Messer trägt, zeigt, dass er up-to-date ist.

Mit der modernen Übertragungstechnologie mittels Bluetooth und dem hohen Grad der Standardisierung sei die Weiterentwicklung erst möglich geworden. Jetzt können die Bänder, Brillen oder Uhren an die verschiedensten Endgeräte angeschlossen werden, ob Smartphone oder Tablet-Computer. Außerdem sind die bunten Bänder und Uhren zum modischen Accessoire geworden. „Eigentlich medizinische Geräte wie Puls- und Herzfrequenzmesser sehen plötzlich hipp aus und wer sie trägt, zeigt, dass er up-to-date ist“, erläutert Stammel.

Ein großes Thema sind die Fitness Tracker (Bewegungskontrollgeräte) auch auf der diesjährigen Sportartikelmesse Ispo in München, die am Sonntag begann. Die Plattform Wearable Technologies ist dort mit einem Stand vertreten. Hier präsentiert Fitbit unter anderem die WLAN-Waage Aria, und PulseOn stellt seine Lösung zur Herzfrequenzmessung vor. Zudem wird während der Messe (bis 29. Januar) dazu erneut eine Konferenz veranstaltet, auf der auch Sony, Intel und Samsung vertreten sind. Mittlerweile trifft sich die Branche dreimal im Jahr, neben München noch in den USA und Asien.

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