Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2013

15:28 Uhr

Flugsicherung

Windräder können Flugzeuge vom Kurs abbringen

Dass sich ein Flugzeug im Luftraum verirrt, scheint unwahrscheinlich, ist aber möglich. Windräder können die Radarsignale der Flugsicherung stören. Auch der Deutsche Wetterdienst ist davon betroffen.

Radarturm des Deutschen Wetterdienstes an der Knock in Emden: Windräder stören die Signale. dpa

Radarturm des Deutschen Wetterdienstes an der Knock in Emden: Windräder stören die Signale.

Bremen/Emden/OffenbachWindkraftanlagen können nach Einschätzung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung (BAF) den Luftverkehr gefährden. An manchen Stellen dürften daher keine neuen Anlagen gebaut werden, sagte Behördenchef Nikolaus Herrmann am Donnerstag in Bremen. Kritisch könne es in einem Radius von 15 Kilometern um Radaranlagen und sogenannte UKW-Drehfunkfeuer werden.

Diese senden Signale für die Positionsbestimmung von Flugzeugen. Eine Windkraftanlage kann Herrmann zufolge die Signale stören und dazu führen, dass das Flugzeug vom Kurs abkommt. Im vergangenen Jahr hatte das BAF deshalb zehn Prozent der Anträge zum Bau einer Anlage abgelehnt. Die Behörde geht davon aus, dass die Zahl steigen wird.

Auch die Bundeswehr und der Deutsche Wetterdienst sind mit ihren Radarsystemen von Störungen durch Windräder betroffen. So wird derzeit dringend ein neuer Standort für das Wetterradar an der Knock im ostfriesischen Emden gesucht. Es ist von Windkraftanlagen regelrecht umzingelt. „Solche Störungen sind inzwischen ein deutschlandweites Problem, vor allem im Norden“, sagt Carmen Diesner vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

Mit dem Ausbau der Windkraft im Zuge der Energiewende haben die Konflikte zugenommen. Inzwischen gibt es rund 25.000 Anlagen. Mal beschweren sich Anwohner über pulsierenden Lärm oder lästigen Schattenwurf der Rotoren. Schon lange protestieren Naturschützer gegen Anlagen in der Nähe von Naturschutzgebieten oder inmitten von Waldgebieten. Neue Bestimmungen erlauben inzwischen im Umfeld von fünf Kilometern eines Wetterradars keine Windräder.

In einem Radius von 15 Kilometern dürfen deren Türme um das Wetterradar in Emden nicht höher als 75 Meter sein. „Wir wollen ja möglichst weit schauen“, begründet Diesner den DWD-Anspruch auf die Lufthoheit. Immerhin gehe es um die hoheitliche Aufgabe der Wetterbeobachtungen, Vorhersagen und Unwetterwarnungen.

Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie gelten insgesamt 208 betroffene Windenergieprojekte mit mehr als 3000 Megawatt Leistung als Problemfälle. In Streitfällen stehen langwierige Prüfungen an - und damit höhere Kosten für Windparkbauer.

Von

dpa

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HofmannM

12.09.2013, 17:09 Uhr

Die Windräder beeinflussen ja auch unseren Naturraum und unsere Wildtierbestände.
Durch die massenhafte Ansammlung von Windrädern wird der deutsche Naturraum beeinflusst. Der Wind verteilt sich über das Land ganz anders und dies hat auf Flora und Fauna in Deutschland einen Einfluss. Auch die Tier-/Vogelwelt wird durch die Windräder negativ beeinflusst.
Auch der Schifffahrtsverkehr ist dadurch beeinflusst.
Die massenhaften Windräder in Deutschland haben für die Flora und Fauna, für die Infrastruktur des menschlichen Siedlungsraum nur Nachteile!

Account gelöscht!

12.09.2013, 17:29 Uhr

Bei Windkraftanlagen wird manchmal der Begriff "Landschaftsverbrauch" erwähnt. Ich denke, dieses Wort ist ziemlich passend.

Account gelöscht!

12.09.2013, 18:13 Uhr

Bei uns im Hunsrück müssen Windkraftanlagen von Schwarzstorch-Nestern einen Abstand von 3500m halten. Von menschlichen Ansiedlungen brauchen die Betreiber lediglich einen Abstand von 800m zu halten. Da weiss man doch schliesslich wo man als Homo Sapiens Sapiens in der Rangordnung dieser Weltverbesserer steht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×