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01.08.2014

16:24 Uhr

Flugzeugbau

Die fliegende Intensivstation

VonSusanne Stephan

Mehr Platz, mehr Sicherheit, weniger Lärm: Ein neuer Hubschrauber von Airbus setzt Maßstäbe in der Luftrettung. Schon 100 Stück der Modelle wurden schon für zivile Zwecke bestellt.

Ein Hubschrauber vom Typ EC 145 T2 von Airbus Helicopters: Existenzsicherung für 7.000 Beschäftigte. dpa

Ein Hubschrauber vom Typ EC 145 T2 von Airbus Helicopters: Existenzsicherung für 7.000 Beschäftigte.

DonauwörthGeräumiger, flexibler, leiser: Bequem wird’s zwar nicht, wenn sich bis zu zehn Menschen in die Fahrgastzelle des EC 145 T2 zwängen oder wenn der Hubschrauber mit komplexem medizinischen Gerät zur fliegenden Intensivstation hochgerüstet wird.

Das neue Modell, dessen erstes Exemplar gestern an die DRF Luftrettung übergeben wurde, setzt neue Maßstäbe in der medizinischen Erstversorgung aus der Luft - und es soll den Airbus-Standort Donauwörth sichern. Immerhin 20 Prozent des Umsatzes von Airbus Helicopters in Deutschland entfallen auf das EC145-Programm.

100 Stück wurden bereits für zivile Zwecke bestellt, 15 für die Bundeswehr. Steffen Lutz von der DRF Luftrettung schwärmt vom "ergonomischen Design": Während Intensivpatienten in anderen Hubschraubern nur unter größten Schwierigkeiten liegend eingeladen werden, biete der neue Heli mehr Platz und damit mehr Sicherheit. Ein weiterer Pluspunkt seien die niedrigeren Geräusch-Emissionen.

Viele Krankenhäuser pochen mittlerweile darauf, dass sich der Lärm in Grenzen hält. Kein Problem, sagt Manfred Merk, der Leiter des EC-145-Programms bei Airbus Helicopters. Der neue Hubschrauber mutierte fast zum Flüster-Heli, könnte theoretisch sogar unter den Argusaugen der amerikanischen Umweltbehörden zum Transport von Touristen im Grand Canyon eingesetzt werden. Für die 7.000 Beschäftigten in Donauwörth ist das Modell ein Stück Existenzsicherung. Sie können damit ihre Kompetenz in der Fertigung unter Beweis stellen. Das ist wichtig, denn ihr Standort steht im Wettbewerb mit der Fertigungsstätte im französischen Marignan, dem Sitz der Firmenzentrale, wo 10.000 Menschen arbeiten.

Die Vorgaben sind hart: Von den zehn Prozent Umsatzrendite, die Airbus-Chef Tom Enders einst als Ziel ausgab, ist die Gruppe weit entfernt. Zuletzt dürfte sie rund fünf Prozent betragen haben. Wolfgang Schoder, Deutschlandchef von Airbus Helicopters, setzt auf verbesserte Routineabläufe: "Wir müssen die Qualität unserer Arbeit und die Qualität der Zulieferungen erhöhen", sagt er.

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