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01.11.2013

06:00 Uhr

Fruchtiger Cocktail

Warum ist Tomatensaft in Flugzeugen so beliebt?

Am Boden verschmäht, in der Luft ein Dauerbrenner: Die vielen Bestellungen von Tomatensaft im Flugzeug waren Experten lange ein Rätsel. Grund für das Phänomen sind zwei Effekte, die aufeinander treffen.

Reife Tomaten: Bei niedrigem Luftdruck wird fruchtiger Geschmack stärker wahrgenommen. dpa

Reife Tomaten: Bei niedrigem Luftdruck wird fruchtiger Geschmack stärker wahrgenommen.

Es ist ein Phänomen, das sich Luftfahrtexperten lange Zeit nicht erklären konnten. Sobald ein Flugzeug abgehoben hat, bestellen die Passagiere vor allem ein Getränk: Tomatensaft. 1,7 Millionen Liter schenkt alleine Europas größte Airline, Lufthansa, Jahr für Jahr an ihre Fluggäste aus. Am Boden ist der gleiche Saft dagegen kaum gefragt.

Der Grund für dieses Phänomen ist der niedrigere Luftdruck in Flugzeugkabinen. Er sorgt dafür, dass Gerüche und damit auch bestimmte Geschmäcker anders wahrgenommen werden. Fast so, als hätte man einen Schnupfen. Die Folge: Gewürze wie Salz oder Pfeffer müssen höher dosiert werden, Salz etwa um bis zu 30 Prozent. Zugleich werden fruchtige Geschmacksnoten kräftiger wahrgenommen als am Boden.

Beim Tomatensaft treffen sich diese beiden Effekte, schließlich kann der rote Saft gut mit Pfeffer nachgewürzt werden. So wird aus einem Getränk, das die meisten Menschen auf unserer Erde eher als „muffig“ empfinden, ein begehrter fruchtig-würziger Cocktail. Auf die Schliche kam dem Phänomen übrigens das Fraunhofer-Institut in Holzkirchen – natürlich im Auftrag von Lufthansa.

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