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08.08.2013

06:00 Uhr

Fünf Jahre nach dem Krieg

Russland und Georgien nähern sich wieder an

Fünf Jahre liegt der Augustkrieg zwischen Russland und Georgien im Südkaukasus zurück. Wie läuft es heute im Konfliktgebiet Südossetien, das Russland gegen weltweiten Protest als Staat anerkennt?

Grenzgebiet: 2008 verlor Georgien die Kontrolle über Südossetien AFP

Grenzgebiet: 2008 verlor Georgien die Kontrolle über Südossetien

Moskau/TiflisZum ersten Mal seit ihren blutigen Kämpfen um die Konfliktregion Südossetien nähern sich die einstigen Gegner Russland und Georgien wieder an. Zum Jahrestag des Krieges, der am 8. August 2008 begonnen hatte, sprechen beide Seiten von Fortschritte.

Russland begrüßt, dass Georgien von einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 absieht. Eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen ist aber auch fünf Jahre nach dem Blutvergießen nicht in Sicht. 2008 verlor Georgien die Kontrolle über Südossetien und das ebenfalls abtrünnige Abchasien komplett.

Mit scharfen Worten kritisierte das von Maja Pandschikidse geführte Außenministerium am Mittwoch Russland als „aggressive Besatzungsmacht“. Stacheldrähte und Zäune würden von den Besatzern auf georgischem Gebiet hochgezogen. Das sei ein Bruch internationalen Rechts. Auch die EU-Beobachter beklagen, dass die Menschen durch illegale Grenzbefestigungen in ihrer Freiheit eingeschränkt würden.

Südossetien, geschützt von Tausenden russischen Soldaten, begründet die Sicherheitsanlagen mit der Gefahr eines neuen Angriffs von georgischer Seite. Dabei hat die neue Führung in Tiflis zuletzt immer wieder klar gemacht, den Konflikt auf friedlichem Wege lösen zu wollen. Bei aller Verärgerung um die Lage der Konfliktregion schlagen Georgien und Russland seit Monaten auch versöhnlichere Töne an.

Von einer positiven Dynamik im Verhältnis spricht Ministerin Pandschikidse. Die frühere Botschafterin in Deutschland betont, dass Georgien zwar weiter seinen Weg in die EU und die Nato gehen wolle. Aber auch der Nachbar Russland sei für das Land am Schwarzen Meer ein wichtiger Markt.

Dass nun Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew im georgischen Fernsehen die Moskauer Sicht auf den Konflikt schildern darf, gilt als außergewöhnlich. Russland habe richtig gehandelt, indem es Georgien an der Eroberung Südossetiens gehindert und seine Bürger dort geschützt habe, sagt er im TV-Sender Rustawi2. Präsident Michail Saakaschwili hingegen bezeichnete er erneut als „Kriegsverbrecher“.

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