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17.01.2014

14:42 Uhr

Für Diabetiker

Google plant intelligente Kontaktlinsen

Der Internet-Konzern kündigt ein neues Produkt aus seinem Forschungslabor an. Smarte Kontaktlinsen sollen Diabetiker live über Blutzucker-Werte informieren. Mit der Idee sind sie allerdings nicht die einzigen.

Der Proto-Typ: Die Kontaktlinse erfasst den Zuckergehalt im Augenwasser und sendet die Resultate auf ein Smartphone. ap

Der Proto-Typ: Die Kontaktlinse erfasst den Zuckergehalt im Augenwasser und sendet die Resultate auf ein Smartphone.

Mountain ViewGoogle arbeitet an einer elektronischen Kontaktlinse für Diabetiker, die Blutzucker-Werte messen und den Träger bei Schwankungen warnen kann. Der Internet-Konzern stellte das Projekt, das sich noch in einem frühen Stadium befindet, in der Nacht zum Freitag vor.

Die Entwickler aus dem Forschungslabor Google X testen laut einem Blogeintrag Prototypen einer Kontaktlinse, bei der zwischen zwei Schichten ein Sensor sowie ein Miniatur-Funkchip integriert sind. Die Linse messe die Glucose-Werte in der Tränen-Flüssigkeit jede Sekunde. Der Prototyp sei in mehreren klinischen Forschungsstudien erprobt worden. Die Kontaktlinse solle die Daten an eine begleitende Smartphone-App funken. Chip und Sensor seien so winzig wie Glitzer-Partikel und die Antenne dünner als das menschliche Haar. Er werde auch erwogen, für Warnsignale Mikro-LEDs direkt in die Linse zu integrieren, hieß es.

Googles geheimes Forschungslabor Google X

Freilaufende Roboter

In Googles geheimnisumwitterten Forschungslabor arbeitet der Internet-Konzern unter der Leitung von Mitgründer Sergey Brin an rund hundert Zukunftsprojekten. Das Labor liegt ganz in der Nähe des zentralen Google-Campus im kalifornischen Mountain View. Die „New York Times“ beschreibt die Anlage als Labor, in dem Roboter frei herum laufen, Teller an das Internet übermitteln, was man gerade isst, und Kühlschränke, die selbstständig Lebensmittel im Netz nachbestellen. Einige Projekte sind aber schon weiter gediehen.

Google Glass

Googles Datenbrille ist in kleinen Stückzahlen bereits im Handel. Über ein in das Glas integriertes, virtuelles Display hat der Brillenträger ständigen Kontakt zum Internet. Er kann sich E-Mails ansehen oder vorlesen lassen, Fotos und kleine Videos von dem, was er gerade sieht aufnehmen, sich navigieren lassen oder über Spracheingabe bei Google suchen. Auch Nachrichtendienste sind geplant. In Kalifornien wird derzeit geklärt, ob solche Datenbrillen im Straßenverkehr zugelassen werden sollen.

Selbstfahrende Autos

Auch an eigenständig fahrende Fahrzeuge tüftelt Google in seinem Forschungslabor seit längerem, aktuell unter der Leitung des deutschen Wissenschaftlers Sebastian Thrun, der auch Googles Street View miterfunden hat. Tausende Meilen sind die Fahrzeuge bereits unfallfrei in entlegenen Gebieten in Kalifornien und Nevada gefahren. Denkbar wären in Zukunft auch Taxis, die ohne Chauffeur die Menschen auch in Städten von A nach B transportieren.

Projekt Loon

Mit einem Netzwerk aus Ballons, die sich mehr als 30 Kilometer über der Erde in der Stratosphäre bewegen, will Google künftig in allen entlegenen Winkeln der Welt einen Internet-Zugang gewährleisten. Spezielle Antennen sollen dabei Kontakt zu einem der miteinander verbundenen Ballons aufnehmen und das Signal dann bis zur nächsten Basisstation weiterleiten.

Intelligente Kontaktlinse

Von der „smarten Kontaktlinse“ hat Google einen ersten Prototypen fertiggestellt. Die Linse misst mit Hilfe von winzigen Sensoren und eines Chips die Blutzuckerwerte und schickt sie per Datenfunk an eine App im Smartphone. Die Forschung leitet Babak Parviz, der bereits an der Entwicklung von Google Glass beteiligt war.

Es sei noch viel Arbeit zu tun bis die Kontaktlinse als fertiges Produkt auf den Markt komme, schränkten die Entwickler ein. Google wolle sich dafür in dem Bereich erfahrene Partner suchen, die Zugang zu der Technologie bekämen.

An dem Projekt arbeitet federführend der Forscher Babak Parviz mit, der schon an den Anfängen der Datenbrille Google Glass stand. Er hatte bereits 2009 demonstriert, wie man Kontaktlinsen mit LEDs versehen kann.

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Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Technologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Lutz Heinemann, begrüßte Googles Pläne. „Es ist eine sehr interessante Idee. Google mit seinem technologischen Know-how ist sehr willkommen als ein Unternehmen, das die Entwicklung in diesem Bereich vorantreiben kann“, sagte Heinemann der dpa. Geklärt werden müsse unter anderem noch, inwieweit akute Unterzuckerungen über die Tränenflüssigkeit schnell erkannt werden könnten. Die Arbeitsgemeinschaft sei bereit, Google zu unterstützen.

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