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21.10.2013

09:01 Uhr

Fukushima

Regen setzt Atomruine erneut unter Wasser

Erst in der vergangenen Woche musste der Betreiberkonzern Tepco wegen eines Taifuns strahlenbelastetes Wasser aus den Auffangbecken ableiten.

Luftansicht der Atomruine Fukushima: Strahlenbelastetes Wasser könnte ins Meer gelangt sein. Reuters

Luftansicht der Atomruine Fukushima: Strahlenbelastetes Wasser könnte ins Meer gelangt sein.

TokioStarke Regenfälle haben in der Atomruine Fukushima knapp ein Dutzend Wasser-Auffangbecken zum Überlaufen gebracht. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass strahlenbelastetes Wasser ins Meer gesickert sei, berichteten japanische Medien am Montag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco. Die Auffangbecken umfassen Tanks, in denen das Unternehmen stark verstrahltes Wasser lagert. Dieses fällt bei der Kühlung der im März 2011 durch ein Erdbeben und Tsunami beschädigten Reaktoren an. So viele Auffangbecken waren bisher gleichzeitig noch nie übergelaufen. Unlängst hatte Tepco in einem der elf am Sonntag übergelaufenen Becken extrem hohe Strahlung gemessen.

Wegen eines Taifuns hatte Tepco erst vergangene Woche gering belastetes Wasser aus solchen Auffangbecken ableiten müssen. Einen Tag zuvor hatte die Atomaufsichtsbehörde dem Betreiber dies unter der Bedingung erlaubt, dass die Strahlendosis für Cäsium-134 unter 15 Becquerel pro Liter, für Cäsium-137 unter 25 Becquerel und für Strontium-90 unter 10 Becquerel liegt. Strontium macht demnach etwa die Hälfte der Beta-Strahlen aus. Beta-Strahlen gehen nicht durch die Schutzkleidung der Reparaturtrupps. Radioaktive Substanzen mit Gamma-Strahlen dürfe Wasser, das abgelassen werde, nicht enthalten.

In die Auffangbecken um die Tanks geraten radioaktive Partikel aus der Luft, aber auch stellenweise ausgelaufenes kontaminiertes Wasser. Daher enthält das Regenwasser in den Becken eine bestimmte Menge an Radioaktivität. Nachdem Arbeiter-Patrouillen am späten Sonntag das übergelaufene Wasser entdeckten hatten, begann Tepco mit dem Abpumpen von Regenwasser, nachdem die Strahlenwerte unter die vorgeschriebenen Grenzwerte fielen, wie japanische Medien berichteten. Unterdessen braut sich südlich von Japan ein neuer Taifun über dem Meer zusammen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

21.10.2013, 10:56 Uhr

Die Schutzkleidung hilft aber nix, wenn man die radioaktiven Elemente über die Nahrung / Grundwasser / Luft aufnimmt.
Wieso baut man auch Atomkraftwerke dorthin, wo es regnen könnte :-)

Rafall

21.10.2013, 13:55 Uhr

So wirres Zeug wie im letzten Absatz habe ich noch selten gelesen. Hat sich der Schreiberling überlegt, wie hoch die Aktivität in der Luft sein müsste, dass nennenwerte Aktivitäten mit dem Regen ausgewaschen und ausgerechnet im Auffangbecken landen? Rechenkenntnisse, Größenordnungen, Gefühl für Zahlen - wohl Fehlanzeige?
Und warum sollten Tepco-Leute erst dann übergelaufenes Wasser abpumpen, wenn die Aktivität abgeklungen ist? Das müssten die gleich machen. Oder ging es nur darum, den Füllstand der Becken abzusenken, dass nichts weiter ausläuft? Dann muss man das auch so schreiben.
Dass Betastrahlung nicht durch die Schutzkleidung dringt, ist nur bedingt richtig. Ich hoffe, dass Tepco inzwischen Gummistiefel und Plastikanzüge hat, dass kontaminiertes Wasser nicht auf die Haut vordringen kann. Dann schützt die Kleidung auch, wenn auch nicht vollständig.
Jedenfalls ist das wieder so ein Stille-Post-Artikel; bis die Nachricht Deutschland erreicht, ist die Aussage nicht mehr wiederzuerkennen. Journalistische Qualität: mangelhaft

HofmannM

21.10.2013, 14:26 Uhr

Dürfen die jetzt nicht mal mehr Wasser abpumpen oder was soll an den Wassertanks so gefährlich sein, wenn diese keine radioaktive Belastung aufweisen?!
Und seit wann strahlt Wasser?

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